Dranbleiben, forschen, aufklären – Welt-Alzheimer-Tag 2026
Haus der Technik Essen, am Donnerstag, 17. September 2026
Die Alzheimer-Krankheit zählt zu den größten gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit. Über 200 Besucherinnen und Besucher folgten der Einladung der Alzheimer Forschung Initiative ins Haus der Technik in Essen. Dort informierten sie sich über aktuelle Erkenntnisse zur Behandlung und Vorbeugung von Demenzerkrankungen. Durch den Abend führte unsere Botschafterin Okka Gundel.
Den Auftakt machte Dr. Julia Christl, Oberärztin an der LVR-Universitätsklinik Essen, mit einem Überblick zu aktuellen Therapieansätzen.Sie erläuterte, dass neben Medikamenten auch nicht-medikamentöse Maßnahmen dazu beitragen können, Lebensqualität und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Dazu zählen unter anderem kognitives Training, soziale Aktivitäten, Bewegung sowie Musik- und Tanztherapie.

Patrick Kaut
Anschließend stellte Dr. Christl die neuen Antikörper-Wirkstoffe Leqembi und Kisunla vor. Sie richten sich gegen schädliche Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und können das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit bei bestimmten Patientinnen und Patienten im frühen Krankheitsstadium verlangsamen. Aufgrund der hohen Kosten sowie der aufwendigen Diagnostik und medizinischen Begleitung ist noch offen, wie breit die Medikamente in Deutschland eingesetzt werden können.
Im zweiten Vortrag widmete sich Biochemikerin Dr. Anne Pfitzer-Bilsing, Leiterin der Abteilung Wissenschaft der AFI, den Möglichkeiten der Prävention. Sie stellte die wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren einzeln vor und zeigte, was jede und jeder konkret tun kann, um das eigene Demenzrisiko zu senken. Dabei ging es unter anderem um die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, den Ausgleich von Hör- und Sehverlust, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Weltweit könnten bis zu 45 Prozent der Demenzfälle verhindert oder verzögert werden, wenn solche Risikofaktoren vermieden oder behandelt würden. Einen vollständigen Schutz gibt es zwar nicht – dennoch kann jede und jeder etwas für die eigene Gehirngesundheit tun.
In dem anschließenden Publikumsgespräch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit für Fragen an die beiden Expertinnen. Wir bedanken uns herzlich bei allen Gästen sowie unseren Referentinnen für den wertvollen Austausch. Die große Resonanz zeigt eindrücklich, wie wichtig der direkte Dialog ist, um aktuelle Forschungsergebnisse verständlich und zugänglich zu machen.
Weitere Informationen
Medikamente gegen die Alzheimer-Krankheit
Christian Leimbach
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
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