Wirkstoffe in der Alzheimer-Forschung

Forschende untersuchen zahlreiche Wirkstoffe, die unterschiedliche Prozesse der Alzheimer-Krankheit beeinflussen sollen.

Manche werden speziell zur Behandlung von Alzheimer entwickelt, andere werden bereits als Medikamente gegen andere Erkrankungen verwendet und für eine mögliche neue Anwendung geprüft.

Nicht jeder Wirkstoff, der im Labor oder in ersten Studien vielversprechend erscheint, wird später auch als Alzheimer-Medikament eingesetzt. Hier geben wir einen Überblick über wichtige Wirkstoffe, ihre Wirkmechanismen und den aktuellen Stand der Forschung.

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Antikörper in der Alzheimer-Forschung

Antikörper, die gegen schädliche Proteinablagerungen wirken, gehören zu den wichtigsten Entwicklungen der Alzheimer-Forschung. Einige werden bereits in der Behandlung eingesetzt, andere befinden sich noch in klinischen Studien.

Antikörper-Medikamente

Neue Antikörper sollen Amyloid-Ablagerungen besonders gezielt aus dem Gehirn entfernen.

Zur Behandlung mit Antikörpern

Antikörper-Wirkstoffe

Welche Antikörper wurden gegen Alzheimer entwickelt, wie wirken sie und welche werden noch erforscht?

Antikörper-Wirkstoffe im Überblick

Trontinemab

Der neue Antikörper nutzt einen „Brain-Shuttle“, um besonders effizient ins Gehirn zu gelangen.

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Weitere Wirkstoffe in der Alzheimer-Forschung

Neben Antikörpern werden zahlreiche weitere Wirkstoffe und Substanzen darauf untersucht, ob sie Prozesse der Alzheimer-Krankheit beeinflussen oder bestimmte Demenzsymptome lindern können. Wie weit die Forschung ist und wie gut die Wirkung belegt ist, unterscheidet sich je nach Ansatz deutlich.

Lithium

Lithium könnte schützende Effekte bei Alzheimer haben und wird dazu weiter erforscht.

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Metformin

Das bekannte Diabetes-Medikament wird auf eine mögliche Wirkung zur Vorbeugung von Demenz untersucht.

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Valiltramiprosat

Der Wirkstoff soll die Bildung schädlicher Amyloid-Ablagerungen im Gehirn verhindern.

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Methylenblau

Beim Farbstoff Methylenblau stehen mögliche Effekte auf krankhafte Tau-Proteine im Fokus.

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Medizinisches Cannabis

Cannabinoide werden auf mögliche Effekte bei Unruhe und anderen Demenzsymptomen geprüft.

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Heilpflanzen

Was weiß die Demenzforschung über Heilpflanzen wie Ginkgo, Bergtee oder Kurkuma?

Mehr über Heilpflanzen-Forschung


Wie wird aus einem Wirkstoff ein Alzheimer-Medikament?

Bevor ein neuer Wirkstoff als Medikament zugelassen werden kann, muss er mehrere Forschungsphasen durchlaufen. Dabei wird schrittweise untersucht, ob er sicher ist, wie er dosiert werden muss und ob er den erhofften Nutzen hat. Dieser Weg dauert meist viele Jahre. Nur wenige Wirkstoffe erreichen schließlich die Zulassung.

Präklinische Forschung

Der Wirkstoff wird zunächst im Labor untersucht, beispielsweise an Zellen oder in Tiermodellen. Erst bei ausreichend guten Ergebnissen folgen Studien mit Menschen.

Phase 1: Ist der Wirkstoff sicher?

In einer kleinen Gruppe wird geprüft, wie gut der Wirkstoff vertragen wird und welche Dosierung geeignet sein könnte.

Phase 2: Zeigt der Wirkstoff eine Wirkung?

Nun wird der Wirkstoff an einer größeren Zahl von Testpersonen untersucht. Dabei geht es um erste Hinweise auf eine Wirkung und um mögliche Nebenwirkungen.

Phase 3: Bestätigt sich der Nutzen?

In großen Studien wird der Wirkstoff meist mit einem Scheinmedikament oder einer bestehenden Behandlung verglichen. Die Ergebnisse sollen zeigen, ob sein Nutzen die Risiken überwiegt.

Zulassungsprüfung

In der Europäischen Union bewertet die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Studiendaten. Bei einer positiven Bewertung kann die Europäische Kommission die Zulassung erteilen. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass das Medikament sofort in Deutschland verfügbar ist.

Dieser Weg dauert meist viele Jahre. Auch Wirkstoffe in Phase 3 können noch scheitern.


Warum scheitern viele Wirkstoffe gegen Alzheimer?

Auch Wirkstoffe, die im Labor oder in frühen Studien gute Ergebnisse zeigen, können später scheitern. Entscheidend ist, ob sie in größeren klinischen Studien einen messbaren Nutzen zeigen und ihre Risiken vertretbar sind.

Gründe für ein Scheitern können sein:

  • Der Wirkstoff zeigt keine ausreichende Wirkung.
  • Der Nutzen ist zu gering oder nur bei einzelnen Gruppen erkennbar.
  • Es treten zu starke Nebenwirkungen auf.
  • Der Wirkstoff erreicht sein Ziel im Gehirn nicht ausreichend.
  • Die zuvor festgelegten Studienziele werden nicht erreicht.

Dennoch liefert auch eine gescheiterte Studie immer wichtige Erkenntnisse. Sie kann zeigen, welche Krankheitsmechanismen sich nicht wie erwartet beeinflussen lassen und wie zukünftige Wirkstoffe besser entwickelt werden können.

Warum ist Alzheimer bis heute nicht heilbar?


Wie fördert die AFI neue Forschungsansätze?

Die Alzheimer Forschung Initiative fördert Projekte, die unterschiedliche Krankheitsmechanismen untersuchen und neue Ansätze für Diagnose, Vorbeugung und Behandlung entwickeln.

Viele dieser Projekte gehören zur Grundlagenforschung. Sie schaffen wichtiges Wissen darüber, wo neue Therapien ansetzen könnten. Daraus können neue Wirkstoffideen entstehen, die anschließend weiterentwickelt und geprüft werden.

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Dr. Anne Pfitzer-Bilsing
Leiterin Wissenschaft
Director of Scientific Affairs

Tel.: 0211 - 86 20 66 14
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