Biomarker-Kandidaten in Blut und Liquor für die Diagnose verschiedener Demenz-Arten

Projektdetails:

Thematik:Diagnostik
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universitätsklinikum Ulm und Universitätsmedizin Amsterdam (NL)
Projektleiter:Dr. Patrick Öckl
Laufzeit:01. Januar 2021 - 31. Dezember 2022
Fördersumme:50.000,00 Euro
Bild

Eine frühe Alzheimer-Diagnose ist unentbehrlich für eine Behandlung. Unterstützen Sie darum Projekte wie dieses mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Die Alzheimer-Krankheit ist gekennzeichnet durch eine zunehmende Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung, die stark mit der Zerstörung von Synapsen zusammenhängt. Synapsen sind die Verbindungen zwischen Nervenzellen und anderen Gehirnzellen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form der Demenz. Für eine sichere Diagnose muss sie jedoch von den anderen Demenzformen, wie der vaskulären Demenz, der Lewy-Body-Demenz und der Frontotemporalen Demenz unterschieden werden können. Dazu bieten sich Biomarker im Blut oder Hirnflüssigkeit (Liquor) an. Aus vorangegangenen Untersuchungen ist bekannt, dass die Proteine VGF und Contactin bei Alzheimer-Patienten verändert sind. Beide Proteine sind messbare Parameter für den Abbau oder die Fehlfunktion von Synapsen. Dr. Patrick Öckl vom Universitätsklinikum Ulm und seine Kooperationspartnerin Prof. Dr. Charlotte Teunissen von der Universitätsmedizin Amsterdam werden untersuchen, ob sich VGF und Contactin als Biomarker für eine verbesserte Diagnose der verschiedenen Demenz-Arten anbieten.

Wie gehen Dr. Öckl und Prof. Teunissen dabei vor?

Die beiden Forschergruppen arbeiten mit den Liquor- und Blutproben einer Patienten-Gruppe aus Ulm. Mit einem antikörperbasierten Verfahren und einer Massenspektrometrie werden zwei unterschiedliche Methoden verwendet, um die beiden Proteine zu messen.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Das Ziel ist die beiden Proteine VGF und Contactin als synaptische Biomarker zu identifizieren. Diese dienen einer verbesserten Verlaufskontrolle bei Alzheimer-Patienten und eine sichere Differentialdiagnose verschiedener Demenz-Arten.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf ein Gehalt (10.000 Euro), Reisemittel (1.000 Euro) und Labormaterialien (39.000 Euro) wie rekombinante Proteine und Biobank-Proben.

Sehen Sie sich die Videobotschaft von Dr. Öckl an.

Weitere 50.000 Euro erhält Prof. Dr. Charlotte Teunissen von Alzheimer Nederland, der Partnerorganisation der Alzheimer Forschung Initiative e.V.


Forschersteckbrief:

Dr. Patrick Öckl

Jahrgang:
1979
Alzheimer-Forscher seit:
2006
Geburtsort:
Friedrichshafen
Familienstand:
verheiratet

Hobbys:
Karate

Bild

Ich bin Alzheimer-Forscher, weil…

die Alzheimer-Erkrankung bisher eine unheilbare Erkrankung ist und für die Patienten und auch Angehörigen eine große Belastung darstellt. Die Alzheimer-Erkrankung wird uns in Zukunft durch unsere alternde Gesellschaft vor große Probleme stellen und ich möchte einen Beitrag dazu leisten, diese schlimme Krankheit in Zukunft zu heilen.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil…

die Zerstörung von Synapsen im Gehirn die Ursache für die kognitiven Beeinträchtigungen bei der Alzheimer-Erkrankung sind. Die Messung von Biomarkern im Blut und Liquor, die die Synapsenzerstörung wiederspiegeln, sind daher von großer Bedeutung, um Behandlungseffekte von Medikamenten zu beurteilen. Die Ergebnisse unseres Forschungsprojektes, mit dem Ziel neue synaptische Biomarkerkandidaten zu testen, können damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung wirksamer Behandlungsmethoden leisten.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

ein wirksames Medikament entwickelt hat, dass das Fortschreiten der Erkrankung aufhält oder verlangsamt.

Persönliche Nachricht:

Ich möchte mich herzlich bei den Spenderinnen und Spendern der Alzheimer Forschung Initiative e.V. für die Förderung unseres Projektes bedanken. Die AFI ermöglicht seit vielen Jahren insbesondere Nachwuchswissenschaftlern wie mir die Möglichkeit, erste unabhängige Projekte zu realisieren und trägt damit erheblich zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland bei. Mit privaten Spenden ist es möglich, gezielt bestimmte Forschungsbereiche zu unterstützen, die ansonsten eventuell weniger Berücksichtigung finden.


Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

Interview lesen!

Möchten Sie unseren Newsletter abonnieren?

Haben Sie Fragen?

Vertrauen & Transparenz