Der Struktur von Amyloid auf der Spur

Projektdetails:

Thematik:Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Forschungszentrum Jülich und Maastricht University (NL)
Projektleiter:Prof. Dr. Gunnar Schröder
Laufzeit:01. Januar 2020 - 31. Dezember 2021
Fördersumme:50.000,00 Euro
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Um Alzheimer zu heilen, müssen wir die Ursachen der Krankheit entschlüsseln – ein langwieriger Prozess. Helfen Sie uns darum mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Ein typisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit sind Protein-Ablagerungen aus Beta-Amyloid. Diese stören die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und führen zu deren Absterben. Kleinste Beta-Amyloid Einheiten (Monomere) lagern sich zu Oligomeren zusammen, die wiederum zu Plaques verklumpen. Besonders das Verhindern oder Auflösen von den besonders giftigen Oligomeren könnte ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Wirkstoffe darstellen. Allerdings ist hierfür ein möglichst detailliertes Verständnis ihrer Struktur erforderlich. Prof. Gunnar Schröder vom Forschungszentrum Jülich und sein niederländischer Projektpartner Prof. Raimond Ravelli von der Maastricht University wollen entscheidend dazu beitragen.

Wie gehen Prof. Schröder und Prof. Ravelli dabei vor?

Die Forscher arbeiten mit dem nobelpreisgekrönten Verfahren der Elektronen-Kryomikroskopie. Dabei wird der Untersuchungsgegenstand vor der Mikroskopie auf minus 180 Grad Celsius gekühlt. Die Proben werden also „schockgefrostet“. Dadurch bleibt die Proteinstruktur intakt und auch kleinste Strukturen können unter dem Mikroskop dreidimensional sichtbar gemacht werden. Auf diese Weise wollen die Forscher den Aufbau der Oligomere detailliert darstellen und beschreiben.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Das Ziel des Forschungsprojekts ist das bessere Verständnis der Struktur von Plaque-Vorstufen aus Beta-Amyloid-Oligomeren. Nur wenn diese Struktur im Detail erforscht ist, können Antikörper entwickelt werden, die passgenau an die Oligomere andocken und sie so unschädlich machen.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Mit den Fördermitteln wird eine Doktorandin anteilig bezahlt (44.200 Euro) bezahlt. Zusätzlich werden die Fördermittel verwendet, um die Elektronen-Kryomikroskopie durchführen zu können (1.800 Euro) sowie zur Teilnahme an internationalen Konferenzen (4.000 Euro).

Weitere 50.000 Euro erhält Prof. Raimond Ravelli von Alzheimer Nederland, dem Kooperationspartner der Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Foto: Forschungszentrum Jülich GmbH / Sascha Kreklau


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Gunnar Schröder

Jahrgang:
1974
Alzheimer-Forscher seit:
2015
Geburtsort:
Bremen
Familienstand:
verheiratet, 2 Kinder

Hobbys:
Musik (Cello)

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil…

ich mit meiner Expertise (Biophysik/Strukturbiologie) die Strukturen der an der Entstehung der Krankheit beteiligten Moleküle untersuchen kann, und erkannt habe, dass ich damit die Chance habe, einen wichtigen Beitrag zum grundlegenden Verständnis der Krankheit zu leisten.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil…

wir bereits zeigen konnten, dass wir in der Lage sind, atomare Strukturen von amyloiden Ablagerungen zu bestimmen. Darauf können wir aufbauen und werden nun untersuchen, wie verschiedene Varianten dieser amyloiden Moleküle im Gehirn zusammenspielen und schließlich zum Absterben der Nervenzellen führen.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

ein wirksames Medikament hervorgebracht haben wird.

Persönliche Nachricht:

Ich danke allen Spenderinnen und Spendern von Alzheimer Forschung Initiative e.V. für ihre Unterstützung. Obwohl wir eher am grundlegenden Verständnis der Krankheit arbeiten, hoffe ich, dass wir mit unserem Projekt die Entwicklung von Wirkstoffen unterstützen und somit zu neuen Therapien beitragen können.
Ich bin sehr begeistert von dem direkten Kontakt zu den Spendern, der für mich als Forscher auch nochmal eine extra Motivation bedeutet, da somit auch die persönlichen Schicksale immer im Blick bleiben. Ich freue mich auch, ganz konkret und direkt den Spendern Rückmeldung geben zu können, wie wir ihre Spenden zur Erforschung der Alzheimerschen Demenz einsetzen.


Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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