Die Rolle des Risiko-Faktors ApoE4 bei der Entfernung des giftigen Amyloid-Beta Proteins

Projektdetails:

Thematik:Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Pilot Projekt
Institution:Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Zentrum für Molekulare Neurobiologie
Projektleiter:Dr. Katarzyna Grochowska
Laufzeit:01. Januar 2021 - 31. Dezember 2022
Fördersumme:50.000,00 Euro
Bild

Um Alzheimer zu heilen, müssen wir die Ursachen der Krankheit entschlüsseln – ein langwieriger Prozess. Helfen Sie uns darum mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Ein Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit ist die Ablagerung von giftigem Amyloid-Beta Protein im Gehirn. Dadurch entstehen Entzündungen und Fehlfunktionen in den Synapsen im Gehirn, die Gedächtnisprozesse blockieren. Eine Variante des Apolipoprotein E, ApoE4 (Apolipoprotein E4), ist der bisher größte bekannte genetische Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit. Apolipoproteine sind an der Beseitigung von Amyloid-Beta Proteinen beteiligt. Bei der Alzheimer-Krankheit ist dieser Prozess möglicherweise gestört. Dr. Katarzyna Grochowska vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Leibniz-Forschungsgruppe) möchte erforschen, wie Apolipoproteine die Aufnahme und Entfernung von Amyloid-Beta Proteinen in den Zellen des Gehirns unterstützen und welche Entzündungsreaktionen dabei ausgelöst werden.

Wie geht Dr. Grochowska dabei vor?

Mit Hilfe von Mikroskopie wie der Super Resolution Mikroskopie und biochemischen Techniken wie ELISA wird Dr. Grochowska und ihr Team der Fragestellung nachgehen. Dafür arbeitet sie mit Zellkulturen und Mausmodellen. Besonders die Proteinmodifikationen der Amyloid-Beta Proteine und deren Folgen werden untersucht. Diese stehen im Verdacht eine bisher unbekannte Rolle bei den Fehlfunktionen der Synapsen einzunehmen.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Ziel ist es, die Beziehung zwischen Entzündung und Fehlfunktion der Synapsen im Gehirn zu durchschauen. Dadurch sollen neue Therapieansätze für die Alzheimer-Krankheit im Frühstadium geschaffen werden.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf das Gehalt eines Master Studenten (6.000 Euro), auf die Teilnahme von wissenschaftlichen Kongressen (1.500 Euro) sowie auf Labormaterialien, zum Beispiel Antikörper und Zellkulturen (42.500 Euro).

Sehen Sie sich die Videobotschaft von Dr. Grochowska an.


Forschersteckbrief:

Dr. Katarzyna Grochowska

Jahrgang:
1988
Alzheimer-Forscher seit:
2012
Geburtsort:
Warschau
Familienstand:
in Partnerschaft

Hobbys:
Segeln, Wandern, Lesen

Bild

Ich bin Alzheimer-Forscherin, weil…

die molekularen Mechanismen der neurodegenerativen Erkrankungen ein faszinierendes und komplexes Thema sind, das Einblicke in die Funktionsweise des Gehirns ermöglicht. Die Idee, dass meine Arbeit dazu beitragen kann, Hilfe für Patienten und ihre Familien zu finden, ist motivierend und gibt der Forschung einen tieferen Sinn.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil…

es versucht, die Entzündungsprozesse mit neuronalen Funktionsstörungen im Zusammenhang mit ApoE4, dem häufigsten genetischen Risikofaktor bei sporadischer Alzheimer-Erkrankung, in Verbindung zu bringen. Darüber hinaus untersucht das Projekt den Einfluss der Modifikationen von Amyloid-Beta, ein häufig übersehener Faktor, der die Strategie für die Alzheimer-Therapie beeinflussen kann.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

zu einer erfolgreichen Strategie führt, um die Lebensqualität der Patienten und ihrer Familien zu verbessern. Ich bin auch gespannt, wie schnell die künstliche Intelligenz unser Krankheitsverständnis voranbringen wird.

Persönliche Nachricht:

Laut Schätzungen wird es im Jahr 2050 mehr als 115 Millionen Menschen geben, die direkt von der Alzheimer Demenz betroffen sein werden. Neben der Belastung für das Gesundheitssystem muss man auch die Belastung für die Familien und die Gesellschaft berücksichtigen. Das Verständnis der komplexen Mechanismen, die dem Beginn und dem Fortschreiten der Krankheit zugrunde liegen, ist eine Herausforderung und ich empfinde es als Privileg hier einen kleinen Beitrag zu leisten. Es ist äußerst wichtig, dass private Initiativen, wie die Alzheimer Forschung Initiative, die Forschung von gerade jungen Wissenschaftlern zu diesem Thema unterstützen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle den Spendern für ihre Unterstützung dieser gesamtgesellschaftlichen Herausforderung herzlich danken. Diese Pilotförderung bietet für mich eine einzigartige Chance eine neue Forschungsidee zu verfolgen. Ich hoffe, dass Ihre Spende neue Entwicklungen in Richtung der Prävention, Diagnostik und Therapie der Alzheimer-Krankheit anstoßen wird.


Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

Interview lesen!

Möchten Sie unseren Newsletter abonnieren?

Haben Sie Fragen?

Vertrauen & Transparenz