Entwicklung eines chemischen Maßanzugs für einen neuen Wirkstoff

Projektdetails:

Thematik:Prävention und Therapie
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Georg-August-Universität Göttingen
Projektleiter:Prof. Dr. Kai Tittmann
Laufzeit:01. November 2016 - 31. Oktober 2018
Fördersumme:80.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Ein typisches Merkmal der Alzheimer-Krankheit sind Ablagerungen von Beta-Amyloid-Proteinen im Gehirn. Einige chemisch veränderte Formen sind besonders giftig und werden durch das Enzym QC (Glutaminylzyklase) gebildet. Deshalb werden derzeit Hemmstoffe gegen dieses Enzym als mögliche Behandlung getestet. Prof. Dr. Kai Tittmann von der Georg-August-Universität in Göttingen hat bereits eine neue Wirkstoffklasse von QC-Hemmern entdeckt, die sich durch eine besondere Wirksamkeit auszeichnet. Für diese Wirkstoffklasse wird nun ein chemischer Maßanzug gefertigt, um das Enzym QC noch besser hemmen zu können.

Wie geht Prof. Dr. Kai Tittmann dabei vor?

Prof. Tittmann und seine Arbeitsgruppe werden den chemischen Maßanzug mit Hilfe eines computergestützten Wirkstoffdesigns entwickeln. Die verschiedenen chemischen Stoffe werden anschließend auf ihre hemmenden Eigenschaften hin genau untersucht. Dabei wird die Röntgenkristallographie genutzt, um die 3D-Struktur der chemischen Stoffe sichtbar zu machen.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

QC-Hemmer stellen eine aussichtsreiche Möglichkeit dar, die Alzheimer-Krankheit durch die unterdrückte Bildung von besonders giftigen Beta-Amyloid-Proteinen zu behandeln. Dadurch wird der Grundstein für eine neuartige Generation an Medikamenten gelegt.

Was konnte Prof. Dr. Tittmann herausfinden?

Die Arbeitsgruppe um Prof. Tittmann hat die Wirkprinzipien des Enzyms QC erfolgreich und erstmalig entschlüsselt und darauf aufbauend neuartige QC-Hemmer entwickelt. Die Effizienz dieser neuen Hemmstoffe ist viel besser als die der bisher genutzten Stoffklassen. Inspiriert durch diese Untersuchungen wurde anschließend eine aussichtsreiche Kooperation mit industriellen und akademischen Partnern eingegangen. Das Ziel, eine neue Generation von QC-Hemmern zu entwickeln, deren chemischer Anzug maßgeschneidert ist für eine verbesserte Hemmung der pathologischen Aktivität des Enzyms QC, konnte erreicht werden.

Wie geht es jetzt weiter?

Nun werden die Eigenschaften des neuen QC-Hemmers experimentell untersucht, insbesondere hinsichtlich einer möglichen therapeutischen Nutzung bei der Alzheimer-Krankheit. Für diesen innovativen QC-Hemmer wird eine Anmeldung zum Patent angestrebt.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Anstellung eines Doktoranden kostete 61.800 Euro und auf Labormaterialien, zum Beispiel Chemikalien, entfielen 14.000 Euro. Für Reisekosten waren 4.200 Euro eingeplant.


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Kai Tittmann

Jahrgang:
1972
Alzheimer-Forscher seit:
2011
Geburtsort:
Halle/Saale
Familienstand:
verheiratet, 2 Kinder

Hobbys:
Sport, Lesen, Tanzen

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

ich helfen möchte, diese Krankheit kurieren oder zumindest aufhalten zu können.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil...

wir schon viele Schritte in die richtige Richtung gelaufen sind und eine aussichtsreiche Möglichkeit für eine Therapie greifbar geworden ist.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren...

so bedeutsame Fortschritte gemacht hat, dass Alzheimer-Patienten ein erfüllteres und lebenswerteres Leben führen können.

Persönliche Nachricht:

Ich möchte allen Spendern für das entgegengebrachte Vertrauen in tiefer Demut danken. Die Unterstützung unserer Forschungsarbeiten durch private Forschungsförderung ermöglicht auf einmalige Weise die Kombination von Grundlagenforschung und angewandter Forschung für den Menschen.

Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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