Steckt hinter einem beeinträchtigten Gang bei Menschen mit MCI eine beeinträchtigte Durchblutung des Gehirns?
Projektdetails:
| Thematik: | Diagnostik |
|---|---|
| Förderstatus: | laufend |
| Art der Förderung: | Early Career |
| Institution: | Universität Rostock |
| Projektleitung: | Dr. Timo Klein |
| Laufzeit: | 01. Januar 2026 - 31. Dezember 2027 |
| Fördersumme: | 60.000,00 Euro |

ITMZ Universität Rostock
Was wird erforscht?
Das aufrechte Gehen ist ein komplexer Vorgang bestehend aus kognitiven und motorischen Prozessen, besonders dann, wenn gleichzeitig eine zusätzliche kognitive Aufgabe bewältigt wird, wie zum Beispiel Kopfrechnen. Man spricht dann von einer Doppelaufgabe. Mit zunehmendem Alter bei nachlassender kognitiver Leistungsfähigkeit wird der Gang während Doppelaufgaben oft instabiler, was das Sturzrisiko erhöht. Eine Ursache für diesen beeinträchtigten Gang könnte eine gestörte Kopplung zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen im Gehirn sein. Funktioniert diese Kopplung nicht mehr richtig, führt das zu einer verringerten Durchblutung der Blutgefäße im Gehirn. Eine solche Störung ist ein bekanntes frühes Merkmal für die Alzheimer-Krankheit und tritt bereits bei einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (MCI) auf. Daher könnte diese Kopplung ein vielversprechender Ansatz für die Frühdiagnostik und neue Behandlungsmöglichkeiten sein. Dr. Timo Klein von der Universität Rostock möchte daher untersuchen, wie die Blutgefäße des Gehirns während des Gehens mit Doppelaufgaben reagieren, da bisher nur Ergebnisse zum Gehen ohne die Betrachtung der Durchblutung des Gehirns untersucht wurden.
Wie geht Dr. Timo Klein dabei vor?
Dr. Timo Klein wird die Gehirndurchblutung beim Gehen mit Doppelaufgaben bei Menschen mit MCI messen und sie mit gleichaltrigen Personen ohne kognitive Einschränkungen vergleichen. Hierfür wird eine nicht-invasive Ultraschallmethode genutzt, mit der die Geschwindigkeit des Blutes innerhalb von zentralen Arterien des Gehirns gemessen wird.
Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?
Ein tieferes Verständnis der Regulation der Gehirndurchblutung ist entscheidend, um die Behandlung von Alzheimer und verwandter Demenzen voranzutreiben und die Durchblutung des Gehirns und das Gehen mit Doppelaufgabe als potenziellen Biomarker für eine frühere und effektivere Diagnostik zu nutzen.
Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich?
"Weil es erstmals die zerebrale Durchblutungsreaktionen während des Gehens in Kombination mit kognitiver Zusatzaufgabe bei Menschen mit milder kognitiver Beeinträchtigung untersucht. Mithilfe nicht-invasiver Ultraschalltechnik erforschen wir, wie zerebrovaskuläre Funktionen und die Gangleistung zusammenhängen. Dies ermöglicht ein tieferes Verständnis der Mechanismen, die zu einem veränderten Gangbild führen und schafft die Basis für effektive Ansätze in der Frühdiagnose."
Wofür werden die Fördermittel verwendet?
Die Fördermittel entfallen auf Personalkosten (46.780 Euro), Ausstattung zur Untersuchung (5.220 Euro), Verbrauchsmaterialien (2.000 Euro) und Reisekosten (6.000 Euro).
Schauen Sie sich hier die Videobotschaft von Dr. Klein an.
Steckbrief:
Dr. Timo Klein
1988
Lörrach
2018
Hobbys:
Fahrradfahren, Surfen, Segeln, Skifahren

ITMZ Universität Rostock
Ich bin in der Demenzforschung tätig, weil…
mich die lebenswichtige Durchblutungsregulation des Gehirns fasziniert. Da Störungen der Gehirndurchblutung bereits in frühen Stadien der Demenz, wie der milden kognitiven Beeinträchtigung (MCI) auftreten, möchte ich die zugrundeliegenden Regulationsmechanismen verstehen. Als Sportphysiologe suche ich Wegen, wie zerebrale Arterien durch gezielte Bewegung trainiert werden können, um die Gehirngesundheit so lange wie möglich zu erhalten.
Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…
eine ganzheitliche neurovaskuläre Perspektive einnimmt. Die zerebrovaskuläre Funktion wir dann nicht mehr als Begleitfaktor, sondern als zentrales Element unterschiedlicher Demenzformen angesehen. Sport und körperliche Aktivität wird als festen und individuell zugeschnittenen Bestandteil in der Prävention und Therapie von Demenz etabliert werden, gestützt durch ein tiefes Verständnis der zugrunde liegenden Funktionsmechanismen der Gefäßsysteme des Gehirns.
Persönliche Nachricht:
Liebe Spender*innen,
herzlichen Dank für Ihre Unterstützung! Private Forschungsförderung ist deshalb so wichtig, weil sie es uns ermöglicht, innovative Ansätze wie die zerebrale Durchblutungsregulation beim aufrechten Gang in Kombination mit kognitiven Zusatzaufgaben zu untersuchen. Dank Ihrer Hilfe können wir die Mechanismen untersuchen, die zu einem beeinträchtigten Gangbild bei Demenz führen, um zukünftig individuell angepasste Präventionsmaßnahmen gezielter zu gestalten. Ihre Spende ist ein entscheidender Beitrag für unsere Forschung gegen das Vergessen.



