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Korrektur gestörter GABA-Rezeptoren bei der Alzheimer-Krankheit

Projektdetails:

Thematik: Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universität Leipzig, Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung
Projektleitung:PD Dr. Uwe Ueberham
Laufzeit:01. Januar 2022 - 31. Dezember 2024
Fördersumme:120.000,00 Euro
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Um Alzheimer zu heilen, müssen wir die Ursachen der Krankheit entschlüsseln – ein langwieriger Prozess. Helfen Sie uns darum mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Bei der Alzheimer-Krankheit sind die Funktionen der Synapsen im Gehirn bereits früh gestört. Synapsen dienen der Kommunikation zwischen Nervenzellen und regulieren, ob eine Nervenzelle aktiviert oder gehemmt wird. Für die neuronale Hemmung spielen hauptsächlich sogenannte GABA-Rezeptoren an den Synapsen eine Rolle. Die Zusammensetzung, Anzahl und Lokalisation dieser GABA-Rezeptoren ist bei der Alzheimer-Krankheit aus dem Gleichgewicht geraten. Dadurch wird in manchen Hirnregionen eine erhöhte Aktivität und in anderen Regionen eine verminderte Aktivität ausgelöst, wodurch schließlich Nervenzellen absterben. Im Tiermodell gibt es Hinweise, dass die Rezeptor-Störungen durch das Fehlen eines bestimmten Proteins innerhalb der Nervenzelle ausgelöst werden. Außerdem weiß man, dass dieses Protein im Alzheimer-Gehirn vermindert vorliegt. PD Dr. Uwe Ueberham vom Paul-Flechsig-Institut für Hirnforschung in Leipzig wird die Auswirkungen dieses Proteins auf den GABA-Rezeptor nun genauer untersuchen.

Wie geht PD Dr. Ueberham dabei vor?

Das Team von Dr. Ueberham wird das untersuchte Protein sowohl im Zellkulturmodell als auch im Tiermodell gezielt in Nervenzellen ausschalten. Dann werden die Auswirkungen auf die hemmenden Rezeptoren analysiert. Verhaltenstests geben Aufschluss auf die Auswirkungen der Gedächtnisleistungen. Anschließend wird geprüft, ob das Gleichgewicht des GABA-Rezeptors wiederhergestellt werden kann, nachdem das bestimmte Protein hinzugefügt wurde.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Durch das zugeführte Protein erhoffen sich die Wissenschaftler*innen, dass sich das Gedächtnis normalisieren kann. Ziel ist, dadurch einen wirksamen Therapieansatz zu identifizieren.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf die Teilnahme von wissenschaftlichen Kongressen (2.000 Euro) und Labormaterialien (118.000 Euro) wie zum Beispiel Zellkulturen, Chemikalien, Antikörper und Wachstumsfaktoren.

Sehen Sie sich die Videobotschaft von PD. Dr. Ueberham an.


Forschersteckbrief:

PD Dr. Uwe Ueberham

Jahrgang:
1963
Alzheimer-Forscher seit:
1996
Geburtsort:
Elsterwerda (Brandenburg)
Familienstand:
verheiratet, zwei Töchter

Hobbys:
Literatur, Wandern, Fahrradfahren

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

ich es als wichtige Aufgabe ansehe, die Ursachen der Alzheimerschen Krankheit, die für die Betroffenen und ihre Familien eine große Herausforderung darstellt, zu erforschen und damit die Grundlage für effektive Diagnose- und Therapieverfahren zu schaffen, über die wir leider gegenwärtig noch nicht verfügen.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil...

es zur Aufklärung von bereits frühzeitig im Krankheitsprozess auftretenden Störungen von Neurotransmitterrezeptoren beiträgt und dadurch auch auf einen Therapieansatz im frühen Stadium abzielt.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren...

den Erkrankten Therapien anbieten kann, die den bei Diagnose ermittelten Funktionszustand des Gehirns nicht nur stabilisieren, sondern nachhaltig verbessern können.

Persönliche Nachricht:

Die Alzheimer-Krankheit ist eine äußerst komplexe Erkrankung. Die Aufklärung ihrer Ursachen und die Entwicklung wirksamer Therapien erfordern ein möglichst breites Spektrum von innovativen Forschungsansätzen. Viele gute Projektideen können aber nur durch private Förderinitiativen und das hohe Engagement ihrer Mitglieder umgesetzt werden. Wir möchten uns daher bei den Spender*innen für ihr Vertrauen und die Unterstützung unseres Forschungsvorhabens bedanken.

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