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Mikroglia zurück auf Kurs: Entzündungen bremsen, Alzheimer stoppen

Projektdetails:

Thematik: Prävention und Therapie
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Research
Institution:Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
Projektleitung:Dr. Róisín McManus
Laufzeit:01. Januar 2026 - 31. Dezember 2028
Fördersumme:200.000,00 Euro

Was wird erforscht?

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache für Demenz. Angesichts der älter werdenden Bevölkerung wird geschätzt, dass bis 2050 weltweit 150 Millionen Menschen eine Demenz haben werden. In Deutschland leben derzeit 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, bis 2050 könnte diese Zahl voraussichtlich auf 2,8 Millionen ansteigen. Eine Therapie, die den Krankheitsverlauf wirksam aufhält, existiert bislang nicht. In vorherigen Studien - darunter ein von AFI gefördertes Projekt (2021-2023) - konnte Dr. Róisín McManus zeigen, dass ein bestimmter Proteinkomplex, das NLRP3-Inflammasom, sowie ein dazugehöriges Bindeprotein namens ASC die Funktion der Mikrogliazellen steuern. Mikrogliazellen sind die Immunzellen des Gehirns. Im gesunden Gehirn bauen Mikrogliazellen überschüssiges Amyloid-beta ab. Bei Alzheimer verklumpt Amyloid-beta, weil der Abbau gestört ist. Die Arbeitsgruppe fand außerdem heraus, dass das Zusammenspiel des NLRP3-Inflammasons und ASC bei Menschen mit Alzheimer Entzündungen auslöst. Im neuen Projekt möchte Dr. Róisín McManus vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn neuartige Sonden entwickeln, die die Bildung eines Schlüsselproteins in diesem Prozess verhindern. Dadurch könnte verhindert werden, dass Mikrogliazellen Entzündungen begünstigen, statt Amyloid-beta zu beseitigen.

Wie geht Dr. Roísín McManus dabei vor?

Die Sonden werden mit modernster Technik entwickelt und anschließend im Mausmodell, Zellkulturmodell aus Mauszellen und Zellen von Patient*innen getestet. So kann herausgefunden werden, ob sie die Entzündungsreaktionen effektiv hemmen können.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Dr. Róisín McManus und ihr Team gehen davon aus, dass Entzündungen ein zentraler Faktor in der Prävention und Behandlung von Alzheimer sind. Wenn es gelingt, die Mikrogliazellen so umzuprogrammieren, dass sie Entzündungen reduzieren und gleichzeitig mehr Amyloid-beta abbauen, könnte dies das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verhindern.

Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich? 

"Weil wir die Rolle der Neuroinflammation beim Fortschreiten von Demenz untersuchen werden, insbesondere wie Mikroglia (eine im Gehirn ansässige Immunzelle) zu diesem Prozess beiträgt. Unser Ziel ist es, Mikroglia umzuprogrammieren, um ihre Entzündungssignale zu blockieren und ihre physiologische, schützende Aktivität wiederherzustellen. Zu diesem Zweck werden wir neuartige Sonden entwickeln, um Entzündungsprozesse in Mikroglia zu blockieren, und untersuchen, ob diese Sonden in Demenzmodellen eine schützende Wirkung haben können. Wir glauben, dass die gezielte Bekämpfung der durch Mikroglia vermittelten Entzündung der Schlüssel zur Entwicklung neuer Therapien sein könnte, die das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen."

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf Personalkosten (169.720 Euro), Labormaterialien (26.680 Euro) und die Kosten für spezielle Sequenzierungsmethoden (3.600 Euro).

 

Schauen Sie sich hier die Videobotschaft von Dr. McManus an. 


Steckbrief:

Dr. Róisín McManus

Geburtsjahr:
1987
Geburtsort:
Dublin, Irland
In der Demenz-Forschung seit:
2009

Hobbys:
Radfahren, Skifahren, Reisen

Ich bin in der Demenzforschung tätig, weil…

es derzeit keine Behandlung gibt, die das Fortschreiten der Krankheit aufhalten kann. Dies ist besonders problematisch, da wir in einer alternden Gesellschaft leben, in der es in den nächsten 20 Jahren viel mehr Menschen mit Demenz geben wird. Ich glaube, dass ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen dazu beitragen wird, eine Behandlung zu finden, die sich wirklich auf die Lebensqualität der Patienten auswirkt. Ich habe die verheerenden Auswirkungen von Demenz aus erster Hand gesehen und hoffe, dass meine Forschung diesen Menschen und zukünftigen Generationen helfen kann.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

sowohl bei der Früherkennung als auch bei der wirksameren Behandlung der Krankheit Fortschritte erzielt haben wird. In den letzten fünf Jahren gab es Veränderungen, die zu einem neuen Behandlungsansatz für Patienten geführt haben, und ich bin optimistisch, dass sich dieser Trend auch im nächsten Jahrzehnt fortsetzen wird. Ich hoffe, dass wir Wege gefunden haben werden, um die Phase des gesunden Alterns für alle Menschen zu verlängern. Zusammen würden diese Veränderungen dazu führen, dass Menschen später an Demenz erkranken und dass die Schwere der Erkrankung abnimmt.

Persönliche Nachricht:

Liebe Spender*innen, ich möchte Ihnen meinen Dank aussprechen. Ich habe mein Forschungslabor im Jahr 2024 gegründet und freue mich sehr, dass wir von der AFI Fördermittel für unser neues Forschungsprojekt erhalten. Im Rahmen dieses Projekts werden wir nicht nur neuartige Sonden als potenzielle therapeutische Strategie für Demenz entwickeln, sondern auch einen jungen Wissenschaftler im Bereich der Demenzforschung einstellen und ausbilden. Ich freue mich sehr über diese Förderung, denn ohne Ihre großzügige Unterstützung könnten wir dieses neue Forschungsprojekt nicht durchführen. Private Fördermittel sind sehr wichtig, da sie oft neuartige, innovative Projekte finanzieren, die von anderen Förderquellen nicht unterstützt werden. Viele Menschen werden im Laufe ihres Lebens von Demenz betroffen sein, entweder persönlich oder durch Freunde und Familie. Ihre Spende bedeutet, dass wir versuchen können, neue Therapien zu finden, um Menschen zu helfen, die an dieser verheerenden Krankheit leiden.

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