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Den Hirnstamm mit Energie versorgen und Alzheimer verzögern?

Projektdetails:

Thematik: Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Research
Institution:Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen
Projektleitung:Dr. Lars Paeger
Laufzeit:01. Januar 2026 - 31. Dezember 2028
Fördersumme:181.620,00 Euro

Was wird erforscht?

Der Locus Coeruleus (LC) ist ein kleiner Bereich im Hirnstamm und die wichtigste Quelle des Botenstoffs Noradrenalin. Er versorgt fast das gesamte Vorderhirn mit dem Botenstoff und ist damit an vielen wichtigen Funktionen beteiligt wie Schlaf, Aufmerksamkeit, sowie dem Entstehen und Abrufen von Erinnerungen. Bei der Alzheimer-Erkrankung ist der LC eine der am frühesten betroffenen Regionen im Gehirn, oft Jahrzehnte bevor die charakteristischen Gedächtnisprobleme auftreten. Diese frühen Veränderungen bleiben zunächst oft unbemerkt und können später nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es wird vermutet, dass die schädlichen Ablagerungen des Tau-Proteins in den Zellen die Funktion des LC bereits früh beeinträchtigen. Diese Alzheimer-typischen Verklumpungen stören unter anderem die Energieversorgung der  Zellen durch die Mitochondrien, also die Kraftwerke der Zellen. Dadurch werden die Verbindungen vom LC ins Vorderhirn geschädigt und in der Folge entsteht ein Mangel an Noradrenalin, der sich nachteilig auf den Krankheitsverlauf auswirken kann. 
Warum der LC besonders anfällig ist, möchten Dr. Lars Paeger und sein Team vom DZNE in ihrem Projekt genauer untersuchen.

Wie geht Dr. Lars Paeger dabei vor?

Für die Forschung setzen Dr. Lars Paeger und sein Team modernste Bildgebungsverfahren ein. In lebenden Alzheimer-Tiermodellen wird die Aktivität der Nervenzellen, der Transport der Mitochondrien in den Zellen durch das Tau-Protein sowie die Energieversorgung untersucht.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Die Forschenden möchten herausfinden, ob und wie eine Unterstützung der Mitochondrien den Abbau der Nervenzellen verlangsamen oder aufhalten kann. Dadurch könnten Menschen mit Demenz wertvolle Zeit gewinnen, in der andere Behandlungen noch wirken können.

Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich? 

"Weil wir besonders frühe Ereignisse im Verlaufe der Krankheit verstehen und beeinflussen möchten, die das Zeitfenster für weitere Behandlungen weit aufstoßen sollen."

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf Personalkosten (159.120 Euro) und Labormaterialien (22.500 Euro).

 

Schauen Sie sich hier die Videobotschaft von Dr. Paeger an. 


Steckbrief:

Dr. Lars Paeger

Geburtsjahr:
1981
Geburtsort:
Traben-Trarbach
In der Demenz-Forschung seit:
2020

Hobbys:
Langspielplatten, Familie, Fitness, Skateboard, Wandern, Wellenreiten

Ich bin in der Demenzforschung tätig, weil…

weil ich das Gefühl habe durch die Forschung wirklich etwas bewirken und den Menschen helfen zu können.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

das Risiko für die Entwicklung einer Demenz gut abschätzen kann bzw. Patienten sehr früh identifiziert, um frühestmöglich zu intervenieren, beispielsweise durch Anpassungen des Lebensstils in Kombination mit gezielten pharmakologischen Behandlungen.

Persönliche Nachricht:

Liebe Spender*innen,

ich möchte mich ganz herzlich für die Möglichkeit bedanken insbesondere auch als „Neuling“ in der Demenzforschung ein Projekt, wie das beschriebene durchführen zu können. Öffentliche Förderprogramme sind immer stärker umkämpft und gerade in Zeiten politischer Unsicherheiten geraten auch andere Themengebiete, abseits der Forschung in den Vordergrund von Investitionen. Nicht nur, aber gerade auch dann sind private Programme zur Forschungsförderung immens wichtig um den Fortschritt hier nicht zu verlangsamen. Damit leisten Sie alle einen wichtigen Beitrag, nicht nur für den Forschungsstandpunkt Deutschland als solches, sondern auch für die vielen aktuellen und zukünftigen Patienten*innen. Danke.

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