Durch die Aufklärung ethnischer Unterschiede zu gerechteren Diagnostikmethoden
Projektdetails:
| Thematik: | Diagnostik |
|---|---|
| Förderstatus: | laufend |
| Art der Förderung: | Cross Border |
| Institution: | Uniklinik Köln und Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas (CONICET), Argentinien |
| Projektleitung: | Prof. Dr. Alfredo Ramirez |
| Laufzeit: | 01. Januar 2026 - 31. Dezember 2027 |
| Fördersumme: | 120.000,00 Euro |

Alfredo Ramirez
Was wird erforscht?
Alzheimer ist weltweit die häufigste Ursache für Demenzerkrankungen und stellt die Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen - besonders in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, zu denen viele Staaten Lateinamerikas gehören. Dort steigt die Zahl der Erkrankten besonders schnell. Gerade seit der Einführung der neuen Antikörpermedikamente gegen Alzheimer ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend, da diese nur im frühen Stadium eingesetzt werden können. So kann der Krankheitsverlauf verlangsamt werden und die Lebensqualität möglichst lange aufrecht zu erhalten werden. Jedoch sind bisherige Diagnoseverfahren wie Hirnscans oder die Untersuchung von Nervenwasser teuer, aufwändig und schwer zugänglich. Deshalb rück die Verwendung von Bluttests zunehmend in den Fokus: Sie sind günstiger, schneller und für eine breitere Bevölkerungsschicht erreichbar. Prof. Dr. Alfredo Ramirez von der Uniklinik Köln und Prof. Dr. Maria Carolina Dalmasso vom CONICET, dem Nationalen Rat für wissenschaftliche und technologische Forschung in Argentinien, möchten untersuchen, wie zuverlässig Bluttests in verschiedenen Bevölkerungsgruppen funktionieren. Dafür analysieren sie Blutproben älterer Menschen aus Deutschland, Argentinien und Brasilien. Die Gruppen unterscheiden sich nicht nur genetisch, sondern auch in ihrer sozialen und gesundheitlichen Lebenssituation. Dieser Vergleich ist wichtig, da bisherige Daten in der Alzheimer-Forschung überwiegend aus Europa und Nordamerika stammen. Menschen mit anderer Herkunft könnten jedoch andere Krankheitsverläufe oder Reaktionen auf Therapien zeigen.
Wie gehen Prof. Dr. Alfredo Ramirez und Prof. Dr. Maria C. Dalmasso dabei vor?
Das Forscherduo kombiniert modernste Methoden der Genetik, Umweltforschung und Proteinanalysen, um besser zu verstehen, welche biologischen Prozesse zur Alzheimer-Erkrankung beitragen und ob sich je nach Herkunft möglicherweise unterschiedliche Krankheitsformen zeigen.
Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?
Das Ziel des Projektes ist es, gerechtere Diagnostik- und Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln, die für Menschen verschiedener Herkunft gleichermaßen gut funktionieren. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur personalisierten Medizin, die mehr Menschen einschließt und weniger Menschen zurücklässt.
Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich?
"Weil wir in meinem Labor weltweit verschiedene Populationen untersuchen. Dadurch lassen sich die entdeckten Mechanismen gezielt an verschiedene Gruppen anpassen, was die Grundlage für eine globale Präzisionsmedizin bildet. So lassen sich therapeutische Ziele und Methoden zur Frühdiagnostik individuell auf Patient:innen und ihren ethnischen Hintergrund zuschneiden, effektivere Therapien und Biomarker entwickeln, den Krankheitsverlauf verlangsamen und im Idealfall frühe neurodegenerative Prozesse sogar rückgängig machen."
Wofür werden die Fördermittel verwendet?
Die Fördermittel entfallen auf hochspezialisierte Proteinanalysen (100.000 Euro) und Labormaterialien (20.000 Euro).
Schauen Sie sich hier die Videobotschaft von Prof. Dr. Ramirez an.
Steckbrief:
Prof. Dr. Alfredo Ramirez
1972
Santiago de Chile, Chile
2005
Hobbys:
Fahrradfahren, Gitarre, Kochen

Alfredo Ramirez
Ich bin in der Demenzforschung tätig, weil…
mich zutiefst interessiert, welche molekularen Mechanismen die Neurodegeneration auslösen und steuern. Dieses Verständnis ist für mich entscheidend, um Wege zu finden, frühzeitig zu erkennen, wann diese Prozesse bei einem Menschen aktiv sind – noch bevor ernsthafte Symptome auftreten.
Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…
die globale Präzisionsmedizin grundlegend verändert. Wir werden die molekularen Mechanismen der Neurodegeneration entschlüsseln, frühe Biomarker entwickeln und gezielte Therapien schaffen, die individuell auf Patient:innen weltweit und ihren ethnischen Hintergrund zugeschnitten sind. In einer zunehmend globalisierten Welt könnte so sichergestellt werden, dass auch Migrant:innen und Bevölkerungsgruppen in allen Ländern Zugang zu personalisierter Medizin erhalten. Auf diese Weise könnten der Krankheitsverlauf verlangsamt und frühe neurodegenerative Prozesse möglicherweise rückgängig gemacht werden, wodurch die Lebensqualität von Millionen Menschen nachhaltig verbessert wird.
Persönliche Nachricht:
Liebe Spender*innen,
Ich möchte Ihnen persönlich für Ihre großzügige Unterstützung danken. Ihre Spende ermöglicht es mir und meinem Team, Forschungsprojekte zu verfolgen, die oft als „High-Risk, High-Reward“ gelten. Projekte, die bei Erfolg enorme Fortschritte bringen, aber in der öffentlichen Finanzierung nur selten gefördert werden. Dank Ihrer Hilfe kann unsere Forschung an der Grenze des Wissens arbeiten, molekulare Mechanismen der Neurodegeneration entschlüsseln, neue Biomarker identifizieren und innovative Therapien entwickeln, die den Krankheitsverlauf verlangsamen oder sogar stoppen könnten. Ihre Unterstützung hilft unserer Forschung, Schritt für Schritt in Richtung einer globalen Präzisionsmedizin zu gehen, in der personalisierte Ansätze weltweit verfügbar sind, inklusive Migrant:innen und Bevölkerungsgruppen, die bislang nur eingeschränkten Zugang hatten. Private Förderungen wie Ihre sind entscheidend, um Forschung schneller voranzutreiben, neue Ideen zu testen und die Lebensqualität von Millionen von Menschen langfristig zu verbessern.
Vielen Dank, dass Sie diese visionäre Arbeit ermöglichen.



