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Untersuchung der weißen Blutkörperchen im Verlauf der Alzheimer-Krankheit

Projektdetails:

Thematik: Ursachenforschung
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Research
Institution:Universitätsmedizin Greifswald, Klinik für Neurologie
Projektleitung:PD Dr. Dr. Antje Vogelgesang
Laufzeit:01. Januar 2022 - 31. Dezember 2024
Fördersumme:120.000,00 Euro

Die Stiftung Alzheimer Initiative (SAI) fördert regelmäßig Forschungsprojekte, die dazu beitragen, ein Heilmittel gegen Alzheimer zu entwickeln. Dieses Projekt ist eines davon.


Was wird erforscht?

Für alle kognitiven Prozesse des Denkens ist die Interaktion von Nervensystem und Immunsystem von herausragender Bedeutung. Insbesondere die weißen Blutkörperchen spielen eine entscheidende Rolle. Kürzlich veröffentlichte Studien zeigen, dass die Aktivierung weißer Blutkörperchen im Gehirn von Alzheimer-Erkrankten erhöht ist. Dabei können die Blutkörperchen ganz unspezifisch im Rahmen einer grundlegenden entzündlichen Reaktion aktiviert werden oder aber spezifisch als Reaktion auf ein körperfremdes oder körpereigenes Antigen. Ein körpereigenes Antigen stellt zum Beispiel das Beta-Amyloid Peptid dar, welches bei der Alzheimer-Krankheit im Gehirn abgelagert wird. PD Dr. Dr. Antje Vogelgesang von der Universitätsmedizin Greifswald wird die Aktivierungszustände der weißen Blutkörperchen im Verlauf der Alzheimer-Krankheit genauer untersuchen.

Wie geht PD Dr. Dr. Vogelgesang dabei vor?

Das Forschungsteam um Dr. Dr. Vogelgesang wird die verschiedenen Aktivierungsarten von weißen Blutkörperchen in genetisch veränderten Mäusen analysieren. Die Mäuse stellen nach spezifischer Aktivierung der weißen Blutkörperchen ein fluoreszierendes Protein her. Während die Tiere altern und eine Alzheimer-Krankheit entwickeln, können so die weißen Blutkörperchen leicht identifiziert werden, weil sie durch das fluoreszierende Protein markiert sind. Diese werden anschließend isoliert und deren Eigenschaften werden bestimmt.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Das Ziel ist, die Bedeutung der weißen Blutkörperchen im Verlauf der Alzheimer-Krankheit besser zu verstehen. Dadurch könnten neue Angriffsziele und Therapien für die Alzheimer-Krankheit identifiziert werden. So könnte in die Immunreaktionen eingegriffen werden, um den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen.

Was konnte PD Dr. Dr. Vogelgesang herausfinden?

Mit ihrem Projekt konnten Dr. Dr. Antje Vogelgesang und ihr Team herausfinden, dass sich bestimmte Untergruppen spezifisch aktivierter T-Zellen im Verlauf der Erkrankung vermehren – und zwar die sogenannten CD8-positiven und doppelt negativen T-Zellen. Im Gegensatz dazu spielt eine unspezifische Aktivierung offenbar eine deutlich geringere Rolle. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Immunsystem bei Alzheimer nicht nur auf die Entzündung im Gehirn reagiert, sondern, dass gezielte Immunreaktionen ein wichtiger Bestandteil der Krankheitsentwicklung sind. Die wichtigsten Ergebnisse wurden bereits in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht und auf wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt. Die während des Projekts erhobenen Daten bilden zudem die Grundlage für eine Promotionsarbeit und ein geplantes Folgeprojektes. Insgesamt hat das Projekt dazu beigetragen, die Rolle des Immunsystems bei der Alzheimer-Krankheit besser zu verstehen. Erstmals konnte dabei zwischen gezielten und ungezielten Immunreaktionen unterschieden werden. Die Erkenntnisse schaffen eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer immunologischer Behandlungsansätze. 

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel wurden für Gehälter (102.000 Euro) sowie für Labormaterialien (18.000 Euro) verwendet, zum Beispiel für Antikörper.

Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des geförderten Projekts

Juliane Gellrich , Johanna Ruhnau , Lea Köslich , Stefan Gross , Agnes Flöel , Juliane Schulze , Antje Vogelgesang. Antigen-Specifically Activated CD8+ and Double-Negative T Cells Accumulate in the Brain of Alzheimer’s Disease Mice. Aging and disease. 2025 https://doi.org/10.14336/AD.2025.0452

 

Sehen Sie sich die Videobotschaft von PD Dr. Dr. Vogelgesang an.


Steckbrief:

PD Dr. Dr. Antje Vogelgesang

Geburtsjahr:
1980
Geburtsort:
Rostock
In der Demenz-Forschung seit:
2018

Hobbys:
Nachwuchstrainerin im Radsport

Ich bin Alzheimer-Forscherin, weil...

die Erkrankung eine große gesamtgesellschaftliche und persönliche Bürde für Betroffene darstellt, für die die Medizin aktuell keine zufriedenstellenden Therapien anbieten kann.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil...

meine Expertise aus anderen Forschungsbereichen neue Einblicke in die Alzheimer-Pathologie ermöglicht.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren...

frühe therapeutische Interventionsmöglichkeiten identifiziert hat.

Persönliche Nachricht:

Ich danke Ihnen als Unterstützer*in der Alzheimer Forschung Initiative e.V. herzlich für Ihr Engagement.
Ihre Spende ermöglicht es meiner Forschungsgruppe unsere Forschungsarbeit zu intensivieren und neue Ansätze zu verfolgen, um ein tieferes Verständnis der Alzheimer-Pathologie zu erlangen. Dies ist die Grundvoraussetzung um neue wirksame Therapieansätze zu entwickeln. Ihre Spenden ermöglichen Antworten auf richtungsweisende Forschungsfragen, die mit öffentlicher Forschungsförderung allein offen bleiben müssten.

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