Zelluläre Qualitätskontrolle von Proteinen im Fokus

Projektdetails:

Thematik: Grundlagenforschung
Förderstatus: laufend
Art der Förderung: Standard Projekt
Institution: Universität Heidelberg und Deutsches Krebsforschungszentrum, Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH)
Projektleiter: Prof. Dr. Bernd Bukau
Laufzeit: 01. November 2017 - 31. Oktober 2019
Fördersumme: 100.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Die Ursache der Alzheimer-Krankheit könnte in der Fehlfaltung von bestimmten Proteinen liegen, welche daraufhin zu Proteinfasern miteinander verkleben. Dadurch können diese Proteinfasern nicht mehr abgebaut werden und bilden stattdessen im Gehirn Ablagerungen, genannt Plaques. Zellen kontrollieren normalerweise die richtige Faltung der Proteine durch ein Qualitätskontrollsystem, die so genannten Chaperone. Diese Chaperone können in den Zellen auch die Ablagerung von fehlgefalteten Proteinen unterdrücken. Prof. Dr. Bernd Bukau von der Universität Heidelberg hat ein Qualitätskontrollsystem entdeckt, das aus mehreren Chaperonen besteht und bestimmte verklebte Proteinfasern auflösen kann. Jetzt wird er die Bedeutung dieser Entdeckung für die Bildung der Proteinablagerung bei der Alzheimer-Krankheit untersuchen.

Wie geht Prof. Bernd Bukau dabei vor?

Prof. Dr. Bernd Bukau und sein Team möchten die verklebten Proteinfasern, wieder auflösen. Dabei soll ihnen das Qualitätskontrollsystem helfen, das sie „Hsp70-Disaggregationsmaschine“ nennen. Sie werden die Rolle dieses zellulären Systems im Verlauf der Alzheimer-Krankheit genau untersuchen. Die Forscher wissen bereits, dass die verklebten Proteinfasern von Beta-Amyloid, Tau und Alpha-Synuclein sich gegenseitig verstärkend auf die Bildung weiterer Proteinablagerungen auswirken. Dies könnte den Krankheitsverlauf beschleunigen. Nun wird untersucht, ob durch die Aktivität der „Hsp70-Disaggregationsmaschine“ die verklebten Proteinfasern aufgelöst werden und so die schädlichen Wechselwirkungen verhindert werden können. Diese Wechselwirkungen werden biochemisch und in Zellkulturen untersucht.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Die erzielten Ergebnisse werden einen grundlegenden Einblick in die Bedeutung der Chaperone für die Ablagerung von Proteinen im Verlauf der Alzheimer-Krankheit ermöglichen. Die „Hsp70-Disaggregationsmaschine“ bietet das Potenzial für eine neuartige Form der Therapie.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf Personalkosten für eine Doktorandenstelle (82.000 Euro) sowie Labormaterialien wie Enzyme und Chemikalien (18.000 Euro).


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Bernd Bukau

Jahrgang:
1954
Alzheimer-Forscher seit:
wenigen Jahren
Geburtsort:
Leipzig
Familienstand:
verheiratet

Hobbys:
Bergsport, Fotographie

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

es eine furchtbare Krankheit ist und meine Grundlagenforschung möglicherweise Wege für neue therapeutische Ansätze aufweist.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil...

es zwei Forschungsgebiete, die Erforschung der Proteinreparatur durch molekulare Chaperone und die Alzheimerforschung, verbindet. In Modellexperimenten soll versucht werden, die ursächlich an der Alzheimer Erkrankung beteiligten neurotoxischen Proteinverklumpungen wieder aufzulösen. 

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren...

molekulare Ursachen der Entstehung von Alzheimer so gut versteht, dass rationale Therapien erfolgreich entwickelt werden können.

Persönliche Nachricht:

Meine Kollegen und ich möchten uns sehr herzlich bei allen Spendern für das in uns und unsere Forschung gesetzte Vertrauen bedanken. In einer Zeit, in der die Förderung aus staatlichen Mitteln immer knapper wird, ist es besonders wichtig, dass auch private Spender die Wissenschaft unterstützen. Meine Kollegen und ich werden das geförderte Projekt mit unserem gesamten Wissen und unserer ganzen Tatkraft vorantreiben und dadurch hoffentlich einen Beitrag zur Erforschung der Alzheimer Krankheit leisten können.

Oma riecht an Blume

Ein Moment wie ein heller Sonnenstrahl ...

Alzheimer-Patienten erleben immer wieder klare Momente. In diesen „Sonnen-Momenten“ haben sie wieder Zugang zu ihrem Wissen und ihrer Persönlichkeit. Lesen Sie die berührende Geschichte über Anna G. und ihre „Sonnen-Momente“:

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