Bewegung + Koffein = gesünderes Gehirn?
Wie verbessert Bewegung unsere Hirngesundheit? Und kann Koffein diesen Effekt vielleicht noch verstärken?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich Prof. Dr. Oliver Wirths mit seinem Team an der Universitätsmedizin Göttingen. In seiner 2023 abgeschlossenen Studie wurden zwei alltagsnahe Bausteine der Alzheimerprävention untersucht: regelmäßige körperliche Aktivität und Koffein.
Ziel war es, besser zu verstehen, wie beide Faktoren Nervenzellen und Gedächtnis beeinflussen – und ob sich daraus neue Ansätze für die Vorbeugung oder Behandlung von Demenzerkrankungen ergeben könnten.

Projekt: Bewegung und Koffein als doppelter Schutz fürs Gehirn?
Körperliche Aktivität gilt bereits seit Längerem als Schutzfaktor gegen Demenz. Auch regelmäßiger, moderater Koffeinkonsum kann vorbeugend in Bezug auf Demenzerkrankungen wirken.
Um die Wirkungen von Bewegung und Koffein genauer zu untersuchen, arbeitete das Team von Prof. Wirths mit speziellen Alzheimer-Mausmodellen. Diese Modelle bilden typische Krankheitsmerkmale wie Proteinablagerungen (Amyloid-beta) und Gedächtnisstörungen nach.
- Verhaltenstests, um Lern- und Gedächtnisleistungen zu überprüfen.
- biochemische Analysen, um den Verlust von Nervenzellen und die Neubildung neuer Zellen im Hippocampus sichtbar zu machen – der zentralen Hirnregion für Lernen und Gedächtnis.
So konnte das Team genau feststellen, welche Effekte durch Bewegung, Koffein oder die Kombination entstehen – und welche Veränderungen im Gehirn dabei ablaufen.

Was konnte Prof. Dr. Wirths herausfinden?
Die Studie zeigte, dass Koffein auf mehreren Ebenen wirkt. Es verringerte den Verlust von Nervenzellen im Hippocampus, beugte Gedächtnisproblemen vor und unterstützte die Neubildung von Nervenzellen.
Selbst bei einem Versuchstier mit bereits ausgeprägten Ablagerungen im Gehirn verbesserten sich Gedächtnis und Verhalten. Auffällig war dabei, dass die Nervenzellen trotz der vorhandenen Ablagerungen noch deutlich profitieren konnten.
Untersucht wurde auch, ob Bewegung und Koffein gemeinsam einen zusätzlichen Nutzen entfalten. Ein verstärkender Effekt ließ sich dabei jedoch nicht nachweisen.
Was bedeutet das für die Alzheimer-Forschung?
Die Studie von Prof. Wirths liefert wertvolle Hinweise: Bewegung und Koffein können auf unterschiedliche Weise dazu beitragen, Nervenzellen zu schützen und Gedächtnisfunktionen zu erhalten. Auch wenn sich die Effekte nicht verstärken, zeigen die Ergebnisse, wie wichtig es ist, Lebensstilfaktoren genauer zu erforschen.
Die Resultate wurden bereits in mehreren Fachzeitschriften veröffentlicht und tragen damit dazu bei, das Wissen über Präventions- und Therapieansätze international voranzubringen. Mit diesen Grundlagen ist die Forschung nun besser gerüstet, um in künftigen Projekten gezielt an wirksamen Strategien gegen Alzheimer zu arbeiten.



