Alzheimer-Krankheit selten rein erblich bedingt – Betroffene erkranken früh

Seniorin sitzt

Düsseldorf – Wenn es Menschen mit Alzheimer in der Familie gibt, ist die Sorge selbst an der häufigsten Form der Demenz zu erkranken, oftmals besonders groß. Die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) erreichen zahlreiche Anfragen zum Thema Alzheimer und Vererbung. Dabei kann in den allermeisten Fällen Entwarnung gegeben werden. Weniger als ein Prozent der über 1,2 Millionen Alzheimer-Erkrankungen in Deutschland gehen auf eine rein genetische Ursache zurück.

Es sind bisher drei Gene bekannt, die für die erbliche Form der Alzheimer-Krankheit verantwortlich sind. Wenn eines dieser Gene eine Mutation aufweist, kommt es in jedem Fall zu einer Alzheimer-Erkrankung. Menschen mit einer solchen Mutation erkranken sehr früh, bereits zwischen dem 30. und 65. Lebensjahr. Die Herausforderungen sind für die Betroffenen und Angehörigen sehr groß, da viele Erkrankte berufstätig sind und Pflegeeinrichtungen eher auf ältere Alzheimer-Patienten ausgerichtet sind. 

Die erblich bedingte Form der Alzheimer-Krankheit wird autosomal-dominant vererbt, das heißt wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder ebenfalls erkranken. In betroffenen Familien gibt es daher zumeist mehrere jung Erkrankte in der Familienhistorie. Die Mutation kann mit einem Gentest zweifelsfrei nachgewiesen werden. Dieser kann in einer humangenetischen Beratungsstelle durchgeführt werden. Allerdings sollte dieser Schritt gut überlegt sein, denn die Alzheimer-Krankheit ist bislang noch nicht heilbar. 

Bei über 99 Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen ist hingegen das Alter das größte Erkrankungsrisiko. Die Symptome beginnen meistens erst ab dem 65. Lebensjahr. Allerdings scheint es auch hier einen genetischen Einfluss zu geben. Vor allem die Genvariante Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) erhöht das Erkrankungs-Risiko, auch wenn sie nicht zum sicheren Ausbruch führt. ApoE4 spielt eine Rolle beim Fettstoffwechsel im Gehirn.

Bestellinformation: Kostenlose Informationsmaterialien zur Alzheimer-Krankheit können bestellt werden bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf; Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0; Webseite www.alzheimer-forschung.de/ratgeber.

Genetische Grundlagen der Alzheimer-Krankheit

Weitere Informationen zur Alzheimer-Krankheit

Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Alzheimer-Forscher und stellt kostenloses Informationsmaterial für die Öffentlichkeit bereit. Bis heute konnte die AFI 288 Forschungsaktivitäten mit über 11,2 Millionen Euro unterstützen und rund 855.000 Ratgeber und Broschüren verteilen. Interessierte und Betroffene können sich auf www.alzheimer-forschung.de fundiert über die Alzheimer-Krankheit informieren und Aufklärungsmaterial anfordern. Ebenso finden sich auf der Webseite Informationen zur Arbeit des Vereins und allen Spendenmöglichkeiten. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel.

Ihr Ansprechpartner

Dr. Christian Leibinnes
Leiter Öffentlichkeitsarbeit
Pressesprecher

Tel.: 0211 - 86 20 66 27
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