Wenn Planen und Entscheiden schwerfallen –
ein Symptom bei Demenz

Menschen mit Demenz haben zunehmend Schwierigkeiten, Abläufe zu planen und Entscheidungen zu treffen.

Das zeigt sich oft zuerst im Alltag: Wenn jemand, der jahrzehntelang gern gekocht hat, mit einem einfachen Gericht überfordert ist. Oder eine zuvor gut organisierte Person Rechnungen liegen lässt.

Mit dem Fortschreiten der Erkrankung fällt es außerdem immer schwerer, sich auf neue Situationen einzustellen und flexibel auf Herausforderungen zu reagieren.

Welche Ursachen dahinterstecken und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist, lesen Sie hier.

Warum verlieren Menschen mit Demenz die Fähigkeit, zu planen?

Bei einer Demenz werden nach und nach Nervenzellen im Gehirn geschädigt und ihre Verbindungen unterbrochen. Welche Fähigkeiten dadurch beeinträchtigt werden, hängt davon ab, welche Hirnregionen betroffen sind.

Typisch für die Alzheimer-Krankheit sind Schädigungen im Hippocampus, der Hirnregion, die unter anderem für das Kurzzeitgedächtnis zuständig ist, also für die Bildung neuer Erinnerungen. 

Wenn diese Funktionen nachlassen, fällt es Menschen mit Demenz zunehmend schwer, Abläufe zu überblicken, einzelne Schritte zu strukturieren oder Entscheidungen zu treffen. Selbst vertraute Tätigkeiten können dadurch ungewohnt kompliziert wirken.

Im Alltag zeigt sich das zum Beispiel darin, dass jemand den Überblick über mehrere Arbeitsschritte verliert, Tätigkeiten abbricht oder schneller überfordert reagiert als früher.

Warum Menschen mit Demenz auf Probleme weniger flexibel reagieren

Menschen mit Demenz haben zunehmend Schwierigkeiten, auf Veränderungen zu reagieren und Lösungen zu finden, wenn Abläufe nicht mehr wie gewohnt funktionieren.

Das zeigt sich vor allem in ungewohnten Situationen – etwa wenn eine vertraute Busverbindung ausfällt oder beim Kochen eine gewohnte Zutat fehlt.

Während gesunde Menschen in solchen Momenten meist spontan eine Alternative finden, geraten Menschen mit Demenz schneller ins Stocken und fühlen sich unsicher, wenn Routinen unterbrochen werden.

Diese eingeschränkte Fähigkeit, auf Veränderungen zu reagieren, kann auch sicherheitsrelevant sein – zum Beispiel im Straßenverkehr. Dort müssen viele Eindrücke gleichzeitig verarbeitet und schnelle Entscheidungen getroffen werden, was Menschen mit Demenz häufig überfordert.

Mehr dazu lesen Sie auf unserer Seite Demenz und Autofahren.

Symptome im Zweifel ärztlich abklären lassen

Es ist oft nicht leicht, Veränderungen anzusprechen. Gerade Menschen, die lange selbstständig gelebt haben, fällt es schwer, sich einzugestehen, dass Dinge nicht mehr so laufen wie früher. Aus Sorge um ihre Unabhängigkeit überspielen Menschen mit Demenz häufig auch ihre Situation oder reden sie schön: "Probleme? Ich doch nicht."

Wenn jedoch Probleme im Alltag zunehmen oder Situationen entstehen, die gefährlich werden können, ist es wichtig, genauer hinzuschauen und Dinge anzusprechen. Dabei geht es nicht darum, vorschnell Schlüsse zu ziehen, sondern Veränderungen ernst zu nehmen und abklären zu lassen.

Das kann sich zum Beispiel zeigen, wenn:

  • Jemand Töpfe oder Pfannen auf der heißen Kochplatte vergisst
  • Jemand verdorbene Lebensmittel oder Essensreste aufbewahrt
  • Jemand, der früher gern gekocht hat, nur noch Brote schmiert

Am besten ist es, Veränderungen dabei über einen längeren Zeitraum zu betrachten: Was fällt schwerer als früher? Gibt es weitere Auffälligkeiten, etwa beim Gedächtnis, der Orientierung oder im Verhalten? 

Besteht der Verdacht auf eine Demenzerkrankung, sollte dieser ärztlich abgeklärt werden, denn hinter solchen Veränderungen können auch behandelbare Ursachen stecken. Wie die Diagnostik abläuft, haben wir hier zusammengestellt.

 

Mehr Informationen zum Thema

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber

Der Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen beleuchtet neben der Alzheimer-Krankheit auch die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die Frontotemporale Demenz und die Demenz bei Parkinson.
56 Seiten, 2023

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