Fragen und Antworten (Stand: 13.10.2026)

TMS - Transkranielle Magnetstimulation bei Alzheimer

Forschende arbeiten kontinuierlich an neuen Behandlungsmöglichkeiten für Alzheimer.

Ein Verfahren, das derzeit in Studien getestet wird, ist die Transkranielle Magnetstimulation (TMS) - dabei werden Magnetfelder genutzt, um bestimmte Bereiche im Gehirn anzuregen und möglicherweise das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. 

Alles zum aktuellen Stand von TMS zur Therapie von Alzheimer.

Transkranielle Magnetstimulation (TMS) - Fragen und Antworten

Was ist die Transkranielle Magnetstimulation?

Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist eine Behandlungsmethode, bei der mit Hilfe von Magnetfeldern gezielt Hirnregionen stimuliert oder gehemmt werden.

Dabei kommt eine spezielle Magnetspule zum Einsatz, die außen am Kopf platziert wird. Die von ihr erzeugten kurzen Magnetimpulse durchdringen die Schädeldecke und lösen in bestimmten Hirnregionen elektrische Reaktionen aus. Dadurch sollen Nervenzellen aktiviert und im besten Fall der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden.

Die TMS wird unter anderem bereits zur Behandlung von Depressionen eingesetzt und wird nun auch für die Behandlung von Alzheimer erforscht.

Was zeigen bisherige Studien?

Eine 2025 veröffentlichte Phase-2-Studie untersuchte, ob die Transkranielle Magnetstimulation (TMS) das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit verlangsamen kann. An der Untersuchung nahmen 48 Menschen mit leichter bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz teil. Ein Teil erhielt über ein Jahr eine TMS-Behandlung, die anderen eine Scheinbehandlung.

Die Ergebnisse zeigten einen möglichen Nutzen: Bei den mit TMS behandelten Teilnehmenden verschlechterten sich die Werte auf einer Skala zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs weniger stark als in der Vergleichsgruppe. Die Forschenden errechneten daraus eine um 44 Prozent geringere Verschlechterung auf dieser Skala. Auch bei Alltagsfähigkeiten und weiteren untersuchten Bereichen zeigten sich positive Unterschiede.

Allerdings war die Studie klein, und nur 32 Teilnehmende schlossen die Untersuchung ab. Die Ergebnisse sind deshalb noch kein ausreichender Nachweis für die Wirksamkeit der TMS bei Alzheimer. Weitere, größere Studien sind notwendig, um die bisherigen Erkenntnisse zu bestätigen.

Kann TMS für die Behandlung von Menschen mit Alzheimer empfohlen werden?

Die bisherigen Studien liefern erste Hinweise auf einen möglichen Nutzen der TMS bei Alzheimer. Allerdings sind die Ergebnisse noch nicht ausreichend bestätigt. Deshalb kann TMS derzeit nicht als etablierte Behandlung der Alzheimer-Krankheit empfohlen werden.

Menschen mit Alzheimer-Demenz sollten sich bewusst sein, dass TMS derzeit eine experimentelle Methode ist. Ob sie künftig in der Alzheimer-Behandlung eingesetzt werden kann, müssen weitere Studien zeigen.

Gibt es weitere, ähnliche Verfahren?

Bei der Stimulation von Hirnnerven wird in der Medizin zwischen invasiven und nicht-invasiven Verfahren unterschieden. Hier ein Überblick über verschiedene Methoden, die aktuell zur Therapie von Alzheimer-Demenz erforscht werden:

  • Transkranielle Pulsstimulation (TPS): Nicht-invasive Stimulation einzelner Bereiche im Gehirn durch Ultraschall-Impulse.
  • Transkranielle elektrische Stimulation (TES): Nicht-invasive Stimulation einzelner Hirnbereiche durch Gleichstrom.
  • Temporale Interferenz-Stimulation (TIS): Nicht-invasive elektromagnetische Stimulation, die auch tiefere Hirnregionen erreicht, geht hervor aus der Tiefenhirnstimulation (THS), die bereits in der Therapie von Menschen mit Parkinson angewandt wird.
  • Magnetresonanz (MR)-gesteuerter fokussierter Ultraschall (MRgFUS): Nicht-invasive präzise Stimulation kleiner Strukturen des Gehirns.

Die Wirksamkeit in Bezug auf die Alzheimer-Therapie ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht für alle dieser Methoden belegt. Oftmals fehlen große und somit aussagekräftige Studien.

Quellen

Koch, Giacomo, et al. “Effects of 52 Weeks of Precuneus rTMS in Alzheimer's Disease Patients: A Randomized Trial.” *Alzheimer's Research & Therapy*, vol. 17, no. 1, 2025, article 69. doi.org/10.1186/s13195-025-01709-7.

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