Der Alzheimer-Forschung helfen

Alzheimer erforschen durch Gewebespenden

Die Alzheimer-Krankheit ist eine Erkrankung des Gehirns. Wer die häufigste aller Demenzen erforschen will, muss auch das menschliche Gehirn untersuchen. So arbeitete schon
Alois Alzheimer vor über einhundert Jahren. In Hirnschnitten seiner verstorbenen Patientin Auguste Deter fand er zwei verschiedene Proteinablagerungen, die auch heute noch Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind.

In der modernen Forschung nimmt die Entschlüsselung der Alzheimer-Erkrankung einen immer größeren Stellenwert ein. Deshalb ist auch der Bedarf an menschlichem Gewebematerial aus dem Gehirn und Rückenmark groß.

Etabliert haben sich Hirngewebebanken, die auch „Brain Banks“ genannt werden. Eines haben alle Brain Banks gemeinsam: Sie sind auf Gewebespenden angewiesen. „Man muss möglichst nah am richtigen Objekt forschen können. Das ist der Schlüsselpunkt. Alle Tierversuche sind dagegen nur ein Hilfsmittel. Viel besser ist es natürlich, wenn man an menschlichem Material forschen kann“, sagt Hugo Dittmar, dessen Frau Heidi an Alzheimer erkrankt war. Heidi Dittmar hatte sich zu einer Gewebespende für die Brain Bank des Deutschen Zentrums für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) entschlossen.

Wichtige Fragen und Antworten

Wer kann sein Gehirn spenden?

Für die Erforschung der Alzheimer-Krankheit werden sowohl Gehirne von Menschen benötigt, die an Alzheimer erkrankt waren, als auch Gehirne von neurologisch gesunden Personen zum Vergleich. Allerdings ist es wichtig, dass auch die gesunden Personen umfassend neurologisch untersucht wurden, um Erkrankungen des Gehirns definitiv ausschließen zu können.

Was muss zu Lebzeiten vorbereitet werden?

Es ist wichtig, sich frühzeitig zu informieren und eine schriftliche Einwilligung für eine Gewebespende zu erteilen. So kann im konkreten Fall wertvolle Zeit gespart werden. Der registrierte Gewebespender bekommt dann einen Spenderausweis. Eine Einverständniserklärung zur Teilnahme kann selbstverständlich jederzeit ohne Nennung von Gründen widerrufen werden.

Wie läuft eine Gewebespende ab?

Wenn der Spender verstirbt, nehmen die Hinterbliebenen Kontakt mit der Brain Bank auf und der Bestatter überführt den Verstorbenen in die Pathologie, wo die Teilautopsie durchgeführt wird. Hierbei wird das Gehirn und Rückenmark entnommen. Anschließend wird der Verstorbene zurück zum Bestattungsort überführt. 

Was passiert mit dem gespendeten Gewebe?

Das Gewebe wird zunächst detailliert neuropathologisch untersucht. Darüber hinaus wird das Material auf verschiedene Arten aufbereitet und aufbewahrt. Pro Gehirn werden so ca. 100 bis 140 einzelne Proben hergestellt, die dann für Forschungszwecke weltweit verfügbar sind.  Forschende können dann bei einer Brain Bank einen Antrag stellen, um für ihre Forschung benötigte Gewebeproben zu erhalten.

Wohin kann ich mich wenden?

Kompetenter Ansprechpartner ist die DZNE Brain Bank. Diese ist unter 0160-7075146 zu erreichen.

Interview mit dem Ehemann einer Spenderin

„Es ist viel besser, wenn man an menschlichem Material forschen kann. Meine Frau und ich waren uns von vornherein gleich einig, dass nach ihrem Tod ihr Gehirn der Forschung zur Verfügung stehen soll.“

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Interview mit Mitarbeiterin der Brain Bank

„Sie können eine direkte Untersuchung des menschlichen Gehirns nicht ersetzen. Für Forschende sind diese Spenden von unschätzbarem Wert, um Erkrankungen wie Alzheimer besser zu verstehen.“

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Wichtiger Hinweis: Wir möchten mit diesem Angebot über das Thema Gewebespenden informieren. Die Alzheimer Forschung Initiative nimmt selbst keine Gewebespenden entgegen und tritt auch nicht als Vermittler auf. Bitte kontaktieren Sie zur weiteren Beratung die DZNE Brain Bank unter: 0160-7075146

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