Erste Studien sind vielversprechend

Hilft Nasenspray gegen Alzheimer?

Was zunächst ungewöhnlich klingt, könnte ein neuer Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Demenzerkrankung sein.

Dr. Kristin Oberländer, die neben ihrer Leidenschaft für Rock- und Metalkonzerte auch ein Faible für die Analyse großer Datenmengen hat, entdeckte, dass Menschen, die regelmäßig Kortison einnehmen, offenbar seltener an Alzheimer erkranken.

In ihrem Projekt hat sie untersucht, ob Kortison tatsächlich Entzündungen hemmen und so Alzheimer vorbeugen kann. 

Projekt: Schutz des Gehirns durch Kortison-Nasenspray

Entzündungen im Gehirn spielen bei der Alzheimer-Krankheit eine wichtige Rolle und werden daher intensiv erforscht. Glucocorticosteroide (GCC), zu denen auch Kortison gehört, sind Hormone, die entzündungshemmend wirken und von der Nebennierenrinde produziert werden.

In ihrem Projekt untersuchte Dr. Kristin Oberländer, ob GCC tatsächlich die Entzündungen im Gehirn hemmen können. Dabei interessierte das Forschungsteam auch, ob dies dazu beitragen könnte, Lern- und Gedächtnisfunktionen zu verbessern und das Absterben von Nervenzellen zu verhindern.

Dr. Kristin Oberländer und ihr Team führten Forschungen mit sogenannten Alzheimer-Mäusen durch.

  • In der ersten Studie wurden Mäuse untersucht, die noch keine für die Alzheimer-Krankheit typischen Proteinablagerungen von Amyloid-beta aufwiesen.
  • In der zweiten Studie wurde die Wirkung von GCC bei Mäusen untersucht, die bereits Alzheimer-Symptome aufwiesen. 

Was hat Dr. Oberländer bisher herausgefunden?

Mäusen ein Kortison-Nasenspray zu verabreichen, war zunächst gar nicht so einfach. Hatte man diese Disziplin jedoch gemeistert, zeigen sich schon nach kurzer Zeit erste Erfolge.

In verschiedenen Tests mit gesunden Mäusen und Mäusen mit Alzheimer-Symptomen konnten Dr. Oberländer und ihr Team einige Effekte feststellen:

  • So waren die Nervenzellen im Gehirn der behandelten Mäuse gesünder und bildeten mehr Verbindungen zu anderen Nervenzellen (Synapsen).
  • Das führte zu einer Verlangsamung des geistigen Abbaus bei den getesteten Tieren, oder, wie es Dr. Oberländer ausdrückt: „Die GCC dämpfen die Neurodegeneration bei Mäusen. Das Gehirn wird geschützt."

Im rechten Diagramm sind die Effekte zu sehen. Die Differenz zwischen dem hellblauen und dem dunkelblauen Balken links zeigt den Erfolg der Behandlung mit Kortison-Nasenspray bei den Mäusen.

Kortison-Nasenspray startet in nächste Studien

Bevor ein neuer Wirkstoff als Medikament zugelassen werden kann, werden zunächst Verträglichkeit, Dosierung, Nebenwirkungen und Wirkung in drei Studienphasen eingehend geprüft. Da das Kortison-Nasenspray bereits als Medikament zugelassen ist, muss Dr. Oberländer die Verträglichkeit des Nasensprays nicht mehr in einer Studie überprüfen.

  • In einer Phase II-Studie wird sie nun untersuchen, welche Dosierung bei Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung optimal wirkt. 
  • Im nächsten Schritt könnte eine größere Studie mit vielen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Aufschluss darüber geben, ob Kortison-Nasensprays auch zur Vorbeugung oder Behandlung der Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden können.

Wir freuen uns darauf, Sie in den nächsten Jahren über den Fortschritt der Studie zu informieren und hoffen, dass die von uns geförderte Forschung mit dem Kortison-Nasenspray neue Erkenntnisse für die Alzheimer-Therapie liefern wird.

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Haben Sie Fragen?

Vertrauen & Transparenz