Je stärker oder schneller ein Band bewegt wird, desto mehr verändert sich die Musik. Bis zu vier Bänder können miteinander verbunden werden, so dass mehrere Menschen zusammen musizieren können. Die Bänder lassen sich aber auch einzeln nutzen, etwa für eine selbstständige Aktivierung zwischendurch.
Ziel des Projekts ist es, Menschen mit Demenz in unterschiedlichen Krankheitsstadien zu Bewegung und sozialem Austausch anzuregen. Gleichzeitig untersucht das Forschungsteam, ob das Angebot auch Pflegekräfte im Alltag unterstützen kann.
Musik kann Erinnerungen wecken und Bewegung anregen
Musik kann für Menschen mit Demenz eine besondere Bedeutung haben. Sie spricht Gefühle an, kann Erinnerungen wecken und Bewegung anregen. Gleichzeitig bietet sie die Möglichkeit, etwas gemeinsam zu erleben und miteinander in Kontakt zu kommen.
„Uns interessiert vor allem, wie wir diese Wirkung so nutzen können, dass daraus ein Angebot für den Alltag entsteht. Die Bänder sollen Menschen motivieren, sich zu bewegen, selbst aktiv zu werden und gemeinsam mit anderen etwas entstehen zu lassen“, sagt Dr. David Unbehaun.
Deshalb steht im Mittelpunkt des Projekts nicht nur die Technik. Zentrale Frage ist: Was ist für die Alltagskompetenz und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz wirklich wichtig und wie können Musik und Bewegung dazu beitragen, beides zu stärken?
Das Motto: „Mit der Praxis – für die Praxis“
Das Forschungsteam entwickelt die Bänder gemeinsam mit Menschen mit Demenz, Angehörigen und Pflegekräften. Zu Beginn begleitet Dr. Unbehaun den Alltag der Beteiligten, um mehr über ihre Gewohnheiten, biografischen Erfahrungen und Bedürfnisse zu erfahren.
Dr. David Unbehaun: „Bevor wir die Technik weiterentwickeln, wollen wir genau verstehen, was im Alltag funktioniert: Welche Bewegungen machen Menschen mit Demenz Freude? Was motiviert sie zum Mitmachen? Und was lässt sich gut in bestehende Abläufe integrieren? Diese Beobachtungen fließen direkt in die weitere Entwicklung der Bänder ein.
Auf dieser Grundlage wird das Angebot schrittweise weiterentwickelt und erprobt. In mehreren kooperierenden Pflegeeinrichtungen werden dafür sogenannte Living Labs eingerichtet. Dort sollen die Bänder sowohl in angeleiteten Angeboten als auch frei zugänglich eingesetzt werden. So können Menschen mit Demenz sie gemeinsam mit anderen oder auch allein nutzen.
Auf dieser Grundlage wird das Angebot schrittweise weiterentwickelt und erprobt. In mehreren kooperierenden Pflegeeinrichtungen werden dafür sogenannte Living Labs eingerichtet. Dort sollen die Bänder sowohl in angeleiteten Angeboten als auch frei zugänglich eingesetzt werden. So können Menschen mit Demenz sie gemeinsam mit anderen oder auch allein nutzen.
Ergänzend wird eine digitale Anwendung entwickelt, die Musik- und Bewegungsangebote an die individuellen Fähigkeiten der Nutzenden anpasst. Auch eine visuelle Unterstützung der Übungen ist vorgesehen.
Auch die Pflegenden im Blick
Die Bänder sollen Menschen mit Demenz zu Bewegung anregen und in Pflegeeinrichtungen zusätzliche Möglichkeiten für Bewegung und Beschäftigung schaffen. Das Forschungsteam untersucht auch, wie die Bänder im Pflegealltag genutzt werden können – gemeinsam mit Pflegekräften oder selbstständig. Pflegekräfte werden dafür geschult, die Bänder einzusetzen, die Nutzung zu begleiten und Menschen mit Demenz dazu anzuregen, sie auszuprobieren. Perspektivisch ist auch eine vereinfachte Version für den Einsatz zu Hause denkbar.
Dieses Projekt wird gemeinsam mit Menschen mit Demenz und Pflegenden entwickelt und von Anfang an unter realen Bedingungen erprobt. Genau solche praxisnahen Ansätze wollen wir mit unserer Pflegeforschungsförderung unterstützen“, sagt Dr. Anne Pfitzer-Bilsing, Leiterin der Abteilung Wissenschaft bei der AFI.
Zweites Pflegeforschungsprojekt der AFI
Seit 2025 fördert die Alzheimer Forschung Initiative neben der Grundlagenforschung auch gezielt Forschungsprojekte aus dem Bereich Pflege. Damit möchte die AFI einen nachhaltigen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Demenz leisten.
Das Projekt von Dr. David Unbehaun ist das zweite Forschungsvorhaben innerhalb dieses Förderschwerpunkts. Die AFI unterstützt es mit insgesamt 199.000 Euro. Die Fördermittel fließen in Personal, Technologie und Software sowie in Workshops mit den beteiligten Pflegeeinrichtungen und Reisekosten.
Über die Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Die Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) ist ein gemeinnütziger Verein, der das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats e.V. trägt. Seit 1995 fördert die AFI mit Spendengeldern Forschungsprojekte engagierter Demenzforscherinnen und -forscher. Seit 2025 stellt die AFI auch Fördergelder für Pflegeforschung bereit. Mit kostenlosen Broschüren und auf der Website informiert die AFI über die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen. Seit seiner Gründung konnte der Verein mehr als 470 Forschungsaktivitäten mit über 20,7 Millionen Euro unterstützen und rund eine Million Ratgeber und Broschüren verteilen. Botschafterin der AFI ist die Journalistin und Sportmoderatorin Okka Gundel. Weitere Informationen zur Arbeit des Vereins und zu Spendenmöglichkeiten finden Sie auf www.alzheimer-forschung.de.
Pressekontakt
Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI)
Astrid Marxen
Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf
0211 - 86 20 66 28
presse(at)alzheimer-forschung.de





