Zum Welt-Alzheimertag am 21. September

Demenz vorbeugen: Was Sie selbst tun können

Vollständig lässt sich eine Demenz nicht verhindern – Alter und Veranlagung spielen immer eine Rolle. Ein erheblicher Teil des Risikos aber lässt sich beeinflussen.

Laut der Lancet Commission 2024 könnten weltweit theoretisch rund 45 Prozent der Demenzfälle verzögert oder verhindert werden, wenn 14 bekannte Risikofaktoren gezielt angegangen würden. Vier davon stellen wir Ihnen hier ausführlicher vor.

Bewegung

Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Durchblutung, stärkt Herz und Gefäße und wirkt sich positiv auf Blutdruck, Blutzucker und Körpergewicht aus – alles Faktoren, die auch mit dem Demenzrisiko in Zusammenhang stehen. Entscheidend ist dabei nicht die sportliche Höchstleistung, sondern Regelmäßigkeit im Alltag: Ein täglicher Spaziergang zählt genauso wie Sport im Verein.

Hören und Sehen

Unbehandelte Hör- oder Sehprobleme führen häufig dazu, dass sich Betroffene aus Gesprächen und Aktivitäten zurückziehen – das verringert geistige Aktivität und soziale Teilhabe. Zudem erreichen weniger Reize das Gehirn, wenn die Sinne nicht richtig funktionieren. Eine regelmäßige Kontrolle in der HNO-Praxis, beim Hörakustiker oder einer augenärztlichen Praxis sowie die konsequente Nutzung von Hörgeräten oder Sehhilfen kann dem entgegenwirken.

Soziale Kontakte

Einsamkeit und soziale Isolation zählen zu den beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz. Soziale Kontakte fordern unser Gehirn auf vielfältige Weise: Wir hören zu, erinnern uns, tauschen uns aus, reagieren auf unser Gegenüber. Schon kleine Aktivitäten – ein regelmäßiger Anruf, ein gemeinsamer Spaziergang, ein Ehrenamt – können einen Unterschied machen.

Weitere Risikofaktoren

Bewegung, Hören/Sehen und soziale Kontakte sind vier von insgesamt 14 Faktoren, die laut Lancet Commission das Demenzrisiko beeinflussen können. Auch diese Bereiche spielen eine Rolle:

Herz-Kreislauf-Gesundheit: Bluthochdruck, Diabetes und Übergewicht belasten auf Dauer auch die Blutgefäße im Gehirn. Eine gute Einstellung dieser Werte – etwa durch Ernährung, Bewegung und ärztliche Kontrolle – wirkt sich daher doppelt aus.

Rauchen und Alkohol: Rauchen schädigt die Blutgefäße, übermäßiger Alkoholkonsum das Gehirn direkt. Ein Verzicht oder eine Reduktion zahlt sich in beiden Fällen aus.

Bildung und geistige Aktivität: Lernen und geistige Herausforderung – auch im Erwachsenenalter – tragen dazu bei, eine sogenannte kognitive Reserve aufzubauen, die das Gehirn widerstandsfähiger macht.

Weitere Faktoren: Auch Luftverschmutzung, unbehandelte Depressionen und Kopfverletzungen zählen zu den 14 identifizierten Risikofaktoren.

Damit noch mehr Menschen von wirksamer Demenzprävention profitieren können, braucht es Forschung, die diesen Faktoren weiter auf den Grund geht. Mit Ihrer Spende helfen Sie ♡.

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