Diabetes und Demenz:
Wie Typ-2-Diabetes das Risiko erhöht

Diabetes mellitus Typ 2 kann das Risiko erhöhen, an einer Demenz zu erkranken.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Menschen mit Typ-2-Diabetes automatisch eine Demenz entwickeln. Problematisch wird es vor allem, wenn der Blutzucker über längere Zeit schlecht eingestellt ist oder weitere Risikofaktoren hinzukommen, wie Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, Übergewicht oder Bewegungsmangel.

Wann Diabetes zum Demenzrisiko wird und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Wie hängen Typ-2-Diabetes und Demenz zusammen?

Bei Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 wirkt das Hormon Insulin nicht mehr richtig. Insulin hilft normalerweise dabei, dass die Körperzellen Zucker aus dem Blut aufnehmen. Ist dieser Prozess gestört, bleibt dauerhaft zu viel Zucker im Blut. 

Das kann dem Gehirn auf verschiedene Weise schaden:

  • Gefäße: Hoher Blutzucker kann Blutgefäße schädigen – auch im Gehirn. Dadurch steigt das Risiko für Durchblutungsstörungen, kleine Gefäßschäden und Schlaganfälle. Das kann eine vaskuläre Demenz begünstigen.
  • Stoffwechsel: Insulin ist auch für das Gehirn wichtig. Es unterstützt die Energieversorgung und die Kommunikation zwischen Nervenzellen. In der Alzheimer-Forschung wird untersucht, ob Insulin dort schlechter wirkt und dadurch Gedächtnisprozesse beeinflusst werden.
  • Entzündungen: Diabetes kann Entzündungsprozesse und oxidativen Stress fördern. Damit ist eine Belastung der Zellen gemeint, die auf Dauer Schäden begünstigen kann.

Diabetes zählt deshalb zu den 14 beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz. Er tritt häufig zusammen mit Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten, Übergewicht oder Bewegungsmangel auf. Auch diese Faktoren können das Demenzrisiko erhöhen

Gut zu wissen: Besonders gut belegt ist der Zusammenhang zwischen Diabetes und vaskulärer Demenz. Auch mögliche Verbindungen zur Alzheimer-Krankheit werden weiter erforscht.

Was Sie bei Diabetes für Ihre Gehirngesundheit tun können

Diabetes lässt sich gut behandeln. Eine gute Einstellung schützt nicht nur Herz und Gefäße, sondern kann auch dazu beitragen, das Gehirn gesund zu halten.

Wichtig sind vor allem:

  • Blutzucker gut einstellen lassen: Dauerhaft erhöhte Werte können Blutgefäße und Nervenzellen belasten. Besonders bei älteren Menschen sollte die Behandlung aber gut angepasst sein, damit es nicht zu starken Unterzuckerungen kommt.
  • Blutdruck und Cholesterin im Blick behalten: Diabetes tritt häufig gemeinsam mit Bluthochdruck und erhöhten Cholesterinwerten auf. Werden diese Risikofaktoren behandelt, schützt das Herz, die Gefäße und das Gehirn.
  • Regelmäßig bewegen: Bewegung verbessert die Wirkung von Insulin, unterstützt ein gesundes Körpergewicht und fördert die Durchblutung.
  • Ausgewogen essen: Eine herz- und gefäßgesunde Ernährung kann den Stoffwechsel unterstützen. Empfehlenswert sind zum Beispiel Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und pflanzliche Öle.
  • Nicht rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Demenz.
  • Einfacher Behandlungsplan: Wenn Gedächtnisprobleme auftreten, sollte die Diabetes-Behandlung gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt überprüft werden. Ein einfacher Plan kann helfen, Medikamente, Mahlzeiten und Kontrollen besser einzuhalten. 

Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Ziele für Blutzucker, Blutdruck und Cholesterin in Ihrer Situation sinnvoll sind.

Ist Alzheimer ein „Diabetes Typ 3“?

Manchmal wird Alzheimer als „Diabetes Typ 3“ bezeichnet. Gemeint ist damit die Hypothese, dass bei Alzheimer auch der Zucker- und Energiestoffwechsel im Gehirn gestört sein könnte. Der Begriff ist jedoch missverständlich: Alzheimer ist keine Form von Diabetes und „Diabetes Typ 3“ ist keine offizielle Diagnose.

In der Alzheimer-Forschung wird untersucht, ob Insulin im Gehirn schlechter wirkt und ob Nervenzellen dadurch weniger gut mit Energie versorgt werden. Auch Entzündungsprozesse und oxidativer Stress werden in diesem Zusammenhang untersucht. Bewiesen ist aber nicht, dass Diabetes Alzheimer direkt auslöst.

Warum werden Diabetes-Medikamente in der Alzheimer-Forschung untersucht?

Einige Diabetes-Medikamente werden auch in der Alzheimer- und Demenzforschung untersucht. Dazu gehören zum Beispiel Metformin, GLP-1-Rezeptoragonisten wie Semaglutid und SGLT2-Hemmer.

Der Grund: Diese Wirkstoffe senken nicht nur den Blutzucker. Forschende untersuchen auch, ob sie Entzündungen verringern, Blutgefäße schützen oder die Energieversorgung von Nervenzellen unterstützen können.

Einige Beobachtungsstudien deuten darauf hin, dass bestimmte Diabetes-Medikamente mit einem niedrigeren Demenzrisiko verbunden sein könnten. Solche Studien zeigen jedoch zunächst nur einen Zusammenhang. Sie beweisen nicht, dass die Medikamente Demenz verhindern.

Die Forschung zu Diabetes-Medikamenten zeigt, wie eng Stoffwechsel, Zellschutz und Gehirngesundheit miteinander verbunden sein können. Einzelne Wirkstoffe könnten künftig möglicherweise Teil neuer Behandlungsansätze werden. Bisher gibt es jedoch kein Diabetes-Medikament, das Alzheimer nachweislich aufhalten oder heilen kann.

Mehr dazu lesen Sie auf unseren Seiten Metformin und Demenz und Semaglutid bei Alzheimer.

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