Alzheimer an der Entstehung hindern

Projektdetails:

Thematik:Prävention und Therapie
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universität Kiel
Projektleiter:Prof. Dr. Christoph Becker-Pauly
Laufzeit:01. November 2018 - 31. Oktober 2021
Fördersumme:120.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Bei der Alzheimer-Krankheit lagern sich giftige Proteine aus Beta-Amyloid im Gehirn ab. Dieses Beta-Amyloid entsteht bei der Spaltung des Amyloid-Vorläufer-Proteins APP. Für die Spaltung sind die Enzyme Beta-Sekretase und Gamma-Sekretase verantwortlich. In den vergangenen Jahren wurde versucht, diese Enzyme zu hemmen, um somit die Produktion von Beta-Amyloid zu unterbinden. Bisher scheiterte dieser Ansatz. Prof. Christoph Becker-Pauly von der Universität Kiel hat herausgefunden, dass es mit Meprin-Beta ein weiteres Enzym gibt, das in diesem Prozess eine Rolle spielt.

Wie geht Prof. Becker-Pauly dabei vor?

Die Forschergruppe um Prof. Becker-Pauly verwendet gemeinsam mit einem Forscherteam der Universität Mainz einen neu entwickelten Wirkstoff, der Meprin-Beta hemmt. Dieser kommt bei genetisch veränderten Mäusen zum Einsatz.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Die Forscher aus Kiel und Mainz wollen gemeinsam herausfinden, welche Auswirkung die Hemmung von Meprin-Beta hat. Im Idealfall könnte dieses Projekt zur Entwicklung einer neuartigen Alzheimer-Therapie führen.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel werden verwendet für Labormaterialien wie Antikörper (60.000 Euro), genetisch veränderte Mäuse (54.000 Euro) sowie Reisekosten der Forscher (6.000 Euro).

Zwischenbericht

Prof. Becker-Pauly konnte bereits zeigen, dass das Enzym Meprin-Beta als alternative Beta-Sekretase in der Lage ist, das giftige Protein Beta-Amyloid zu produzieren. Auffällig ist, dass Meprin-Beta bei der Alzheimer-Krankheit stärker gebildet wird als bei gesunden Menschen oder bei Patienten mit einer anderen Form von Demenz. Dies konnte durch eine kürzlich veröffentlichte Studie gezeigt werden und spricht für die bedeutende Rolle von Meprin-Beta bei der Alzheimer-Krankheit.
In diesem Projekt konnte erfolgreich ein genetisch verändertes Maus-Modell etabliert werden. Diese Mäuse produzieren Meprin-Beta verstärkt und spiegeln dadurch die Situation im Alzheimer-Gehirn wider. Nun wird versucht, mit einem neu hergestellten und spezifischen Hemmstoff Meprin-Beta im Maus-Modell zu blockieren. Dadurch soll wiederum die Amyloid-Beta Bildung reduziert werden. Damit wäre geklärt, ob sich Meprin-Beta als therapeutisches Ziel bei der Behandlung der Alzheimer-Krankheit eignet.

Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des geförderten Projekts

Scharfenberg, F., Armbrust, F., Marengo, L., Pietrzik, C., Becker-Pauly, C. (2019) Regulation of the alternative β-secretase meprin β by ADAM-mediated shedding. Cellular and Molecular Life Sciences. 76:3193-3206.


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Christoph Becker-Pauly

Jahrgang:
1975
Alzheimer-Forscher seit:
2009
Geburtsort:
Dorsten
Familienstand:
verheiratet, 3 Kinder

Hobbys:
Fahrrad, SUP-Board, Lesen, Musik

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

mich als Biochemiker die Erforschung der molekularen Ursachen der Erkrankung interessieren. Mit der Entdeckung von Meprin-Beta als Beta-Sekretase steht ein bislang unbeachtetes Enzym als möglicher Ansatzpunkt zur therapeutischen Intervention bereit.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil...

das Enzym Meprin-Beta eine besonders aggressive Form des Beta-Amyloids generiert und wir in internationaler Kooperation einen potenten Hemmstoff entwickelt haben, der diesen Prozess erfolgreich unterbinden könnte.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren...

verschiedene therapeutische Ansätze zur Behandlung etabliert hat. Diversität in der Therapie wird am wahrscheinlichsten zum Erfolg der Bekämpfung der Alzheimer-Demenz führen.

Persönliche Nachricht:

Ein so therapeutisch ausgerichtetes Forschungsvorhaben zur Validierung eines potenten Hemmstoffs für das Enzym Meprin-Beta, ist ein Risikoprojekt, das die Unterstützung durch private Spenden benötigt. Wir setzen alles daran, die bereitgestellten Fördermittel effizient zu nutzen, um einen Beitrag zur Generierung einer Alzheimer-Therapie zu ermöglichen.


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Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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