Alzheimer und Parkinson: Welche Symptome sind typisch?

Projektdetails:

Thematik:Diagnostik, Prävention und Therapie
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universitätsklinikum Freiburg, Zentrum für Geriatrie und Gerontologie Freiburg
Projektleiter:Prof. Dr. Stefan Klöppel
Laufzeit:01. November 2016 - 31. Oktober 2018
Fördersumme:78.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Alzheimer-Patienten und Parkinson-Patienten leiden im Krankheitsverlauf häufig an ähnlichen kognitiven und psychiatrischen Symptomen. Beispielsweise können Gedächtnisstörungen und Depressionen bei beiden Erkrankungen auftreten. Trotzdem unterscheiden sich die krankheitsbedingten Veränderungen im Gehirn deutlich voneinander. Prof. Dr. Stefan Klöppel vom Universitätsklinikum Freiburg möchte herausfinden, welche Symptome wirklich charakteristisch für eine Erkrankung sind und welche Symptome über beide Erkrankungen hinweg auftreten.

Wie geht Prof. Dr. Stefan Klöppel dabei vor?

Prof. Klöppel greift mit seinem Team auf zwei große Datenbanken zurück, in denen Daten von insgesamt 1.600 Alzheimer- und Parkinson-Patienten gespeichert sind. Diese werden mit speziellen statistischen Verfahren analysiert. Im letzten Schritt wollen die Forscher dann prüfen, inwieweit sich die Ergebnisse auf weitere Probanden aus unabhängigen Datenbanken übertragen lassen. Diese Untersuchung schließt beispielsweise auch bildgebende Verfahren wie die Kernspintomographie und die Positronen-Emissions-Tomografie (PET) mit ein.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts sollen die Behandlung der krankheitsspezifischen Variante eines Symptoms erleichtern. Wenn besser verstanden wird, welches Symptom typisch für welche Erkrankung ist, können gezieltere Wirkstoffe entwickelt werden. Des Weiteren sind die Forschungsergebnisse für klinische Studien relevant. Sie ermöglichen, dass Probanden noch genauer ausgewählt werden können.

Was konnte Prof. Dr. Stefan Klöppel herausfinden?

Die Untersuchungen von Prof. Klöppel und seiner Arbeitsgruppe mittels funktioneller Kernspintomographie zeigten für Alzheimer- und Parkinson-Patienten eine krankheitsübergreifende Veränderung. Diese Veränderung zeigte sich in der Aktivität des Gehirns im Ruhezustand. Insbesondere in Hirnregionen, die für das Gedächtnis zuständig sind, wie dem Hippocampus, war diese Veränderung messbar. Es konnte außerdem nachgewiesen werden, dass sich die Befunde und Symptome bei Alzheimer-Patienten im Rahmen der Erkrankung von denen der Parkinson-Patienten unterscheiden. Diese Daten werden die Wissenschaftler weiter analysieren und können in Zukunft die frühe Diagnostik der Krankheiten stark beeinflussen.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel wurden für Personalkosten verwendet (78.000 Euro).

Foto: patrick-lux.de


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Stefan Klöppel

Jahrgang:
1976
Alzheimer-Forscher seit:
2006
Geburtsort:
Hannover
Familienstand:
ledig

Hobbys:
Musik, Sport

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

ich die Krankheit aus meiner täglichen klinischen Arbeit kenne und weiß, wie belastend die Angst vor der Krankheit, aber auch die Krankheit selber, sein kann.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil...

die psychiatrischen Begleitsymptome ganz wesentlich zum Leidensdruck für Patienten und Angehörige beitragen. Ich hoffe, dass die parallele Untersuchung der Alzheimer- und Parkinson-Krankheit hilft, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu finden, die eine spezifischere Therapie ermöglicht.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren...

eine nebenwirkungsfreie Heilung gefunden hat. Ein vermutlich realistischeres Ziel könnte jedoch eine wirksame Therapie sein, die zumindest das Voranschreiten der Krankheit verhindert.

Persönliche Nachricht:

Ich bin den Spendern der AFI sehr dankbar, da die Unterstützung als Anschubfinanzierung für wachsende Forschungsbereiche dienen kann. Private Spenden bieten außerdem die Möglichkeit, unabhängig von Industriepartnern, Wissenschaft zu betreiben.

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Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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