Dement durch Feinstaub? Risiko durch Abgase bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit

Projektdetails:

Thematik:Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Kurt Kaufmann-Preis
Institution:Leibniz Institut für umweltmedizinische Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Projektleiter:Annette Limke geb. Piechulek
Laufzeit:01. März 2020 - 28. Februar 2022
Fördersumme:10.000,00 Euro
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Um Alzheimer zu heilen, müssen wir die Ursachen der Krankheit entschlüsseln – ein langwieriger Prozess. Helfen Sie uns darum mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Wie die Alzheimer-Krankheit entsteht ist noch weitestgehend unbekannt. In den letzten Jahren hat die Wissenschaft zunehmend Hinweise darauf gefunden, dass kleinste Partikel (Ultrafeinstaub) aus dem Kraftverkehr einen Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit darstellen. Menschen, die in der Nähe von vielbefahrenen Straßen wohnen, haben ein höheres Risiko vorzeitig an einer Demenz zu erkranken und der für Auspuffgase typische Ultrafeinstaub ist im menschlichen Gehirn nachweisbar. Im Fadenwurm C. elegans konnte bereits gezeigt werden, dass Partikel aus Reifenabrieb das Absterben von Nervenzellen und die für Alzheimer typischen Proteinablagerungen von Beta-Amyloid fördern. Frau Annette Limke vom Leibniz Institut für umweltmedizinische Forschung wird nun die Effekte von mit Feinstaub-belasteter Stadtluft auf die Alzheimer-Krankheit weiter untersuchen.

Wie geht Frau Annette Limke dabei vor?

Um die Luftschadstoffe zu ermitteln, die Alzheimer fördern könnten, wird Frau Limke in dem Projekt einen neuen Forschungsansatz umsetzen. Der transparente Fadenwurm C. elegans wird unter vielzähligen Umweltbedingungen mit verschiedenen Ultrafeinstäuben belastet. Um realistische Bedingungen nachzustellen, erfolgt die Belastung unterschwellig und chronisch über die gesamte Lebensdauer des erwachsenen Wurms (2 - 3 Wochen). Die jungen, mittelalten und alten Fadenwürmer werden dann auf die typischen Merkmale der Alzheimer-Erkrankung, und zwar Beta-Amyloid Ablagerungen, Absterben von Nervenzellen und Verhaltensdefekte, hin untersucht.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Dieses Forschungsprojekt soll die Effekte von Ultrafeinstaub-Partikeln aus der Luft bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit aufdecken. Ziel ist die Gewinnung von neuen Erkenntnissen, die sowohl die Zusammenhänge der Krankheitsentstehung, als auch neue Wege der Prävention transparent machen sollen. Es soll ein Test entwickelt werden, der die Schadstoffwirkung identifiziert und so die Entwicklung von Alzheimer-Medikamenten ermöglicht.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Von den Fördermitteln werden die Tierhaltungskosten und die Labormaterialien wie Mikro-Partikel und Chemikalien bezahlt.


Forschersteckbrief:

Annette Limke geb. Piechulek

Jahrgang:
1988
Alzheimer-Forscher seit:
2012
Geburtsort:
Cieszyn, Polen
Familienstand:
verheiratet

Hobbys:
Sport, Reisen, Natur

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Ich bin Alzheimer-Forscherin, weil…

jährlich rund 200.000 Menschen an Alzheimer erkranken und ich etwas zur Prävention und Heilung von neurodegenerativen Erkrankungen beitragen möchte. Dabei wollen wir vor allem die Rolle und Wirkungsweise von Umweltfaktoren wie Feinstaub aufklären.

Ich möchte mit meiner Forschung erreichen, dass…

potentielle Risikofaktoren aus der Umwelt identifiziert und deren Mechanismen zur Entstehung der Neurodegeneration bei Amyloiderkrankungen wie Alzheimer entschlüsselt werden.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

vielen betroffenen Menschen verschiedene Therapieansätze anbieten kann, die ihre Lebensqualität und die ihrer Angehörigen maßgeblich steigert.

Die Förderung der AFI ist für mich wichtig, weil…

jungen Wissenschaftlern/ -innen die Chance gegeben wird, mit ihrer Forschung einen Beitrag zur Prävention und Heilung von Alzheimer zu leisten. Mir persönlich ermöglicht die Förderung der AFI die Erforschung von Alzheimer-Risikofaktoren in einem innovativen Modellorganismus zu intensivieren.


Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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