Die Funktion der Blut-Hirn-Schranke erhalten durch Stoppen der Zellablösung

Projektdetails:

Thematik:Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Goethe-Universität Frankfurt, Buchmann Institute for Molecular Life Sciences
Projektleiter:Dr. Jasmin Hefendehl
Laufzeit:01. Januar 2021 - 31. Dezember 2023
Fördersumme:119.940,00 Euro
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Um Alzheimer zu heilen, müssen wir die Ursachen der Krankheit entschlüsseln – ein langwieriger Prozess. Helfen Sie uns darum mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Die Alzheimer-Forschung befindet sich im Wandel. Es wird immer deutlicher, welchen großen Einfluss pathologische Veränderungen der Blutgefäße auf die Alzheimer-Krankheit haben. Bei der sogenannten neurovaskulären Einheit geht es um einen Zellverband, welcher die Kommunikation zwischen Nervenzellen und Blutgefäßen im Gehirn sicherstellt. Dabei ist die Blut-Hirn-Schranke von essentieller Bedeutung, denn sie filtert, welche Stoffe aus dem Blut in das Gehirn gelangen und andersrum. Bei der Alzheimer-Krankheit ist diese wichtige Barriere häufig geschädigt. Dr. Jasmin Hefendehl von der Goethe-Universität Frankfurt wird mit diesem Forschungsprojekt untersuchen, wie die Funktion der Blut-Hirn-Schranke bei der Alzheimer-Krankheit erhalten bleiben kann.

Wie geht Dr. Hefendehl dabei vor?

Die Kommunikation zweier Zellarten (Perizyten und Astrozyten) spielt eine entscheidende Rolle bei der Funktion der Blut-Hirn-Schranke. Bei der Alzheimer-Krankheit lösen sich die Perizyten ab und die Blut-Hirn-Schranke wird instabil. Außerdem lagern sich Beta-Amyloid-Proteine im Gehirn ab, was durch die Ablösung der Perizyten noch verstärkt wird. Astrozyten reagieren auf diese Protein-Ablagerungen mit der Bildung von speziellen Enzymen. Die Forschungshypothese von Dr. Hefendehl ist, dass diese Enzyme wiederum die Ablösung der Perizyten auslösen. Kann die Forscherin diese Annahme in ihrem Projekt bestätigen, wird sie versuchen, die Enzyme mit einem Enzym-Hemmer zu bremsen.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Die Enzym-Hemmer könnten die Funktion der Blut-Hirn-Schranke stabilisieren und den Abtransport von Beta-Amyloid-Proteinen fördern. Somit entstünde ein neuer Therapieansatz, der den Verlauf der Alzheimer-Krankheit verlangsamen würde.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel werden für die Anstellung einer technischen Assistenz verwendet (76.500 Euro). Außerdem werden Labormaterialien wie Antikörper gekauft und Mikroskopie-Arbeiten durchgeführt (43.440 Euro).

Sehen Sie sich die Videobotschaft von Dr. Hefendehl an.


Forschersteckbrief:

Dr. Jasmin Hefendehl

Jahrgang:
1978
Alzheimer-Forscher seit:
2008
Geburtsort:
Zell am Harmersbach
Familienstand:
verheiratet, 1 Kind

Hobbys:
Joggen, Radfahren

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Ich bin Alzheimer-Forscherin, weil…

die Krankheit den betroffenen Menschen ihre Persönlichkeit nimmt, was eine persönliche, familiäre und gesellschaftliche Herausforderung darstellt.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil…

wir versuchen die komplexen Zusammenhänge der Alzheimer-Erkrankung mit Störungen der Signalwege im Blutgefäßsystem zu untersuchen.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

bessere Biomarker zur Früherkennung hervorgebracht hat, welche in Kombination mit individualisierten Immunisierungen eine Prävention der Krankheit ermöglichen.

Persönliche Nachricht:

Nur durch private Spender*innen wie Sie, ist es möglich dringend notwendige Grundlagenforschung zu betreiben und neue explorative Wege in der Erforschung der Alzheimer-Erkrankung zu gehen. Die Grundlagenforschung ist das Fundament für eine gute Therapieentwicklung und zur Identifizierung von Biomarkern zur Krankheitsfrüherkennung. Daher ist es unumgänglich komplexe Grundlagenforschung zu betreiben, um das Krankheitsbild in seiner Gesamtheit darzustellen und zu untersuchen.
Ihr Beitrag zu dieser Forschung und damit zu neuen Therapieansätzen ist äußerst wertvoll und ich möchte mich auf diesem Wege herzlichst bei Ihnen für Ihre Unterstützung bedanken.


Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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