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CogStim24: Kognitive Stimulation im Pflegealltag - für mehr Lebensqualität bei Demenz

Projektdetails:

Thematik: Prävention und Therapie
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Care Research
Institution:Uniklinik Köln
Projektleitung:Dr. Ann-Kristin Folkerts und Prof. Dr. Elke Kalbe
Laufzeit:01. Juli 2025 - 30. Juni 2028
Fördersumme:500.000,00 Euro

Was wird erforscht?

Kognitive Stimulation ist eine Maßnahme, die in den offiziellen Leitlinien für Ärzt*innen zur Diagnostik und zur Therapie von Menschen mit Demenz empfohlen wird. Durch kognitive Stimulation werden Menschen mit Demenz geistig aktiviert und gefördert, indem Elemente aus verschiedenen Interventionsbereichen (z.B. kognitives Training, Biographiearbeit, Bewegung, Musik) kombiniert werden. In Pflegeeinrichtungen findet kognitive Stimulation meist als Gruppenangebot nur ein- bis zweimal pro Woche statt, sodass die Therapieintensität gering ist und immobile Menschen nicht teilnehmen können. Im häuslichen Umfeld wissen pflegende Angehörige oft nicht, wie sie ihre Angehörigen mit Demenz gezielt aktivieren und fördern können. Um diesen Versorgungslücken entgegenzutreten, haben Dr. Ann-Kristin Folkerts und Prof. Dr. Elke Kalbe von der Uniklinik Köln in Kooperation mit dem dort angesiedelten Institut für Pflegewissenschaft (Leitung: Prof. Dr. Sascha Köpke) ein Programm namens CogStim24 entwickelt. Es soll kognitive Stimulation alltagsbegleitend in die tägliche Pflege und Betreuung integrieren. In dem Projekt möchten die Wissenschaftlerinnen unter kontrollierten Bedingungen testen, inwieweit dieser Ansatz die geistige Leistungsfähigkeit, sowie die Lebensqualität der Menschen mit Demenz verbessert. Zusätzlich soll überprüft werden, ob die Arbeitszufriedenheit von Pflegepersonen in Pflegeeinrichtungen positiv beeinfluss werden kann und ob pflegende Angehörige zu Hause ebenfalls profitieren. 

Wie gehen Dr. Folkerts und Prof. Dr. Kalbe dabei vor?

Dr. Ann-Kristin Folkerts, Prof. Dr. Elke Kalbe und ihr Team möchten ihr Programm zunächst in einem kontrollierten Umfeld - also in Pflegeeinrichtungen erproben. Dort werden Pflegepersonen über einen Zeitraum von 11 Wochen hinweg in der Anwendung von CogStim24 geschult. Im Anschluss wird untersucht, ob und in welchem Ausmaß alle Beteiligten von dieser Art der kognitiven Stimulation profitieren.  

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Das Ziel des Projektes ist es, ein praxiserprobtes und wissenschaftlich evaluiertes Schulungskonzept für Pflegepersonen - also Pflege- und Betreuungspersonen in Pflegeeinrichtungen, sowie pflegende Angehörige – zu entwickeln. Sie sollen lernen, wie sie Menschen mit Demenz im Alltag gezielt aktivieren und fördern können. Bei Erfolg könnte dieser Ansatz viel mehr Menschen mit Demenz erreichen und zu einer verbesserten Versorgungssituation und Lebensqualität beitragen.

Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich? 

"Weil die alltagsbegleitende kognitive Stimulation in der Langzeitpflege das Potenzial hat, viel mehr Menschen mit Demenz zu erreichen und positive Effekte auf die Kognition und die Lebensqualität zu erzielen als bisherige, nur punktuell angewendete Therapieansätze. Auch kann evaluiert werden, inwiefern sich diese alltagsbegleitende kognitive Stimulation positiv auf die Arbeitszufriedenheit der Pflegepersonen auswirkt, was ein Meilenstein auch für diese Zielgruppe wäre. Zudem lässt sich das Konzept unseres kognitiven Stimulationsprogramms auf weitere Settings wie die häusliche Versorgung durch informelle und formelle Pflegepersonen ausweiten."

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel werden für die Gehälter von fünf Mitarbeitenden (420.200 €), Projektplanungstreffen (7.800 €), Entschädigungen für die Pflegeeinrichtungen (40.000 €), Aufwandsentschädigungen für Menschen mit Demenz (7.000 €), Reisekosten (9.000 €), Schulungsmaterial (10.000 €) und Publikationskosten (6.000 €) verwendet. 

 

Foto: Privat


Steckbrief:

Dr. Ann-Kristin Folkerts und Prof. Dr. Elke Kalbe

Geburtsjahr:
1990 | 1970
Geburtsort:
Vechta | Düsseldorf
In der Demenz-Forschung seit:
2011 | 1995

Hobbys:
Badminton, Live Konzerte | Segeln, Familie

Dr. Folkerts: Ich bin Demenz-Forscherin, weil…

es mir ein persönliches Anliegen ist, das Leben von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen nachhaltig zu verbessern. Ich habe durch familiäre Erfahrungen die vielfältigen Herausforderungen und die Not erkannt, mit denen Betroffene und ihre Familien konfrontiert sind. Diese persönliche Erfahrung hat meinen beruflichen Weg maßgeblich geprägt und motiviert mich täglich, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisnahe Lösungen zu übersetzen, um die Versorgung, das Verständnis und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen spürbar zu verbessern.

Prof. Dr. Kalbe: Ich bin Demenz-Forscherin, weil…

mich das Krankheitsbild mit den damit verbundenen Nöten und insbesondere die kognitiven Symptome schon zu Beginn meiner wissenschaftlichen Tätigkeit als studentische Hilfskraft in der Gedächtnissprechstunde am Max-Planck-Institut für Neurologische Forschung in Köln berührt haben. Die Linderung der kognitiven Symptome sind ein so drängendes Feld, in dem die Möglichkeiten (neuro-)psychologischer und psychosozialer Therapien noch lange nicht ausgeschöpft sind. Ich möchte dazu beitragen, diese wichtigen Lücken in Forschung und Versorgung zu füllen und die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern.

Wir hoffen, dass die Demenz-Forschung in 10 Jahren…

für alle Menschen mit Demenz aufgrund der Alzheimer Krankheit oder anderen Erkrankungen, in verschiedenen Krankheitsstadien und mit verschiedenen Profilen, z.B. hinsichtlich Symptomatik, Alter, Geschlecht, Bildungs- und kulturellem Hintergrund, passgenaue nicht-pharmakologische Therapien entwickelt und evaluiert und in die Versorgung implementiert hat. Wir hoffen, dass der Zugang zu diesen Therapien dann für alle Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen besteht.

Persönliche Nachricht:

Liebe Spender*innen,
 
ganz herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und die Förderung unseres Projekts zu alltagsbegleitender kognitiver Stimulation in der Pflege von Menschen mit Demenz. Durch diese Spendengelder wird es möglich sein, eine etablierte, in den Demenz-Leitlinien empfohlene nicht-pharmakologische Therapie weiterzuentwickeln und viel mehr Menschen zugänglich zu machen.
Ihre private Forschungsförderung hilft, innovative Wege dort zu gehen, wo öffentliche Gelder nicht ausreichen.
Ihre Spende ist damit ein aktiver Beitrag zu einer besseren Zukunft für Menschen mit Demenz und ihre Familien!
 
Danke!

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