Hyperaktivität der Sternzellen bei Alzheimer

Projektdetails:

Thematik:Ursachenforschung
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (Bonn), Neurovaskuläre Erkrankungen
Projektleiter:Prof. Dr. Gabor Petzold
Laufzeit:01. November 2015 - 31. Oktober 2017
Fördersumme:80.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Im Gehirn von Alzheimer-Patienten kommt es zu Entzündungen. Dabei verändert sich auch ein bestimmter Zelltyp, die Sternzellen. Diese nehmen im Gehirn verschiedene Funktionen wahr, unter anderem versorgen sie die Nervenzellen mit Energie. Prof. Dr. Gabor Petzold und sein Team vom DZNE in Bonn konnten in Voruntersuchungen bereits zeigen, dass die Sternzellen besonders um die bei Alzheimer auftretenden Eiweißablagerungen herum in ihrer Funktion gestört sind. Dies wollen die Wissenschaftler nun weiter untersuchen.

Wie geht Prof. Gabor Petzold dabei vor?

Die Wissenschaftler konnten bereits eine Hyperaktivität der Sternzellen feststellen. Mit Hilfe einer speziellen Mikroskopie Technik  (in vivo Zwei-Photon-Kalzium-Mikroskopie) und einem Alzheimer-Mausmodell mit genetisch veränderten Tieren wollen Petzold und sein Team nun herausfinden, wie sich die Hyperaktivität im Krankheitsverlauf entwickelt. In einem zweiten Schritt wird erforscht, ob die Verabreichung eines Blockers zu einer Normalisierung der Hyperaktivität führen kann und sich diese positiv auf die krankheitsbedingten Veränderungen im Gehirn sowie auf die Gedächtnisstörungen auswirkt.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Ein besseres Verständnis der Rolle der Sternzellen im Verlauf der Alzheimer-Erkrankung könnte zu neuartigen Therapieoptionen führen.

Was konnte Prof. Gabor Petzold herausfinden?

Die Forscher in der Arbeitsgruppe von Prof. Petzold konnten die gestellte Hypothese zu Beginn des Projektes bestätigen. Sie konnten nachweisen, dass Sternzellen entscheidend zu wichtigen Ursachen und Symptomen der Alzheimer-Krankheit beitragen. Hinsichtlich der Hyperaktivität der Sternzellen wurde gezeigt, dass eine genetische Behandlung oder eine Wirkstoff-Behandlung deutlich positive Auswirkungen auf die geregelte Funktion von Nervenzellen hat. Außerdem tragen diese Behandlungen dazu bei, die Störungen des Gedächtnisses und des Lernens zu reduzieren. Wurden die Sternzellen molekularbiologisch ausgeschaltet, konnte ein verstärkter Abbau von Beta-Amyloid Plaques, die für Alzheimer typischen Eiweißablagerungen, beobachtet werden. Dadurch werden die neuronalen Funktionen besser erhalten, es gibt weniger Entzündungen im Gehirn und dies geht letztendlich mit einem besseren Lernen und Gedächtnis einher.
In zukünftigen Studien werden die Wissenschaftler weitere Substanzen mit Sternzellen testen. Sie erhoffen sich die Identifikation neuer, klinisch relevanter Signalwege, die zu neuen Therapieoptionen führen können.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel ermöglichten die Anstellung eines Doktoranden (63.410 Euro). Zudem wurden die Gelder für Labormaterialien (15.009 Euro) und die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Fachkonferenz (1.581 Euro) verwendet.

Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des Projekts

Reichenbach, N., Delekate, A., Breithausen, B., Keppler, K., Poll, S., Schulte, T., Peter, J., Plescher, M., Hansen, J. N., Blank, N., Keller, A., Fuhrmann, M., Henneberger, C., Halle, A., Petzold, G. C. (2018). P2Y1 receptor blockade normalizes network dysfunction. Journal of Experimental Medicine.

Foto: Eventfotografie Schneider


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Gabor Petzold

Jahrgang:
1973
Alzheimer-Forscher seit:
2009
Geburtsort:
Berlin
Familienstand:
verheiratet

Hobbys:
Reisen, Fußball, Wandern, Familie

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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

die Forschung daran sehr spannend ist und ein besseres Verständnis der Ursachen eine der größten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aufgaben darstellt.

Ich möchte mit meiner Forschung erreichen, dass...

bisher eher vernachlässigte Forschungsansätze mehr Beachtung finden und grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse schneller in klinische Forschung umgesetzt werden.

Die Förderung der AFI ist für mich wichtig, weil...

so die Untersuchung vielversprechender Forschungsansätze möglich ist, von denen ich mir erhoffe, dass sie eines Tages Betroffenen zugutekommen.

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Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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