Kleine Biomarker mit großem Potenzial für die Alzheimer-Frühdiagnostik

Projektdetails:

Thematik:Diagnostik
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universität des Saarlandes, Medizinische Fakultät, Klinische Bioinformatik
Projektleiter:Prof. Dr. Andreas Keller
Laufzeit:01. November 2015 - 31. Oktober 2017
Fördersumme:78.000,00 Euro

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Was wird erforscht?

Biomarker sind messbare, natürliche Verbindungen im Körper, die auf eine Krankheit hinweisen können. Auch für neurodegenerative Erkrankungen wie die Alzheimer-Krankheit werden sie immer bedeutender. Prof. Dr. Andreas Keller und sein Forschungsteam von der Universität des Saarlandes haben bisher 12 Biomarker-Kandidaten ins Visier genommen. Mit Hilfe dieses Biomarker-Musters konnten sie bei einer kleinen Patientengruppe mittels Blutprobe erfolgreich die Alzheimer-Krankheit nachweisen. Auch in einer Überprüfung an einer weiteren Patientengruppe hatten die Ergebnisse Bestand. Jetzt wollen die Wissenschaftler den nächsten Schritt gehen.

Wie geht Andreas Keller dabei vor?

Die Biomarker von Keller bestehen aus kleinen Molekülen, sogenannten microRNAs. Zusätzlich zu den bestehenden 12 Biomarkern werden Keller und sein Team nun weitere 12 Biomarker analysieren, die ebenfalls auf die Alzheimer-Krankheit hinweisen könnten. Mit Hilfe dieser Biomarker sollen anschließend Blutproben von mindestens 500 Testpersonen untersucht und diagnostiziert werden.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Das entwickelte Biomarker-Muster soll genutzt werden, um Patienten im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit zu erkennen. Sollten weitere Tests positiv verlaufen, könnte die Methode in der Praxis Anwendung finden.

Was konnte Prof. Keller herausfinden?

Dank AFIs Unterstützung ist es Prof. Keller und seinem Team gelungen, eine größere Gruppe von Testpersonen in die Studie einzuschließen als ursprünglich geplant. Die Blutproben von 700 Testpersonen wurden auf die kleinen Biomarker hin untersucht. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die Biomarker, die im Blut gemessen wurden, wichtige Voraussetzungen für die Anwendung in der Diagnostik erfüllen. Es konnte nachgewiesen werden, dass es deutliche Unterschiede bei der Menge bestimmter Biomarker im Blut von Alzheimer-Patienten gegenüber gesunden Kontrollpersonen gibt. Ein Biomarker konnte sogar dreimal häufiger im Blut von Alzheimer-Patienten gemessen werden als bei der Kontrollgruppe. Diese nachgewiesenen Unterschiede sind auch bereits im Blut von Menschen mit der Vorläuferform der Alzheimer-Krankheit, Mild Cognitive Impairment (MCI), zu sehen. Dadurch könnten in Zukunft Alzheimer-Patienten früher diagnostiziert werden als bisher.

Wie geht es jetzt weiter?

Insgesamt hat dieses Projekt den Alzheimer-Frühdiagnostik-Test aus Blut einen großen Schritt näher an die klinische Anwendung gebracht. Die technischen Schwankungen der Ergebnisse werden nun noch ausgeglichen und behoben.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfielen auf Verbrauchsmaterialien (76.800 Euro) sowie Publikationskosten (1.200 Euro).

Foto: Eventfotografie Schneider


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Andreas Keller

Jahrgang:
1982
Alzheimer-Forscher seit:
2010
Geburtsort:
Saarbrücken
Familienstand:
ledig

Hobbys:
Leichtathletik

Bild

Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

ich glaube, dass es vielen Menschen im Alter und ihren Familien besser gehen würde, wenn wir die Krankheit besser behandeln könnten.

Ich möchte mit meiner Forschung erreichen, dass...

die Krankheit früher und zuverlässiger erkannt wird. Dazu soll ein minimal invasiver Test entwickelt werden. Eine Früherkennung kann mittelfristig dann dazu beitragen, dass Medikamente besser eingesetzt werden oder möglicherweise sogar die Entwicklung von Medikamenten positiv beeinflusst wird.

Die Förderung der AFI ist für mich wichtig, weil...

sie die Validierung unseres Tests in größerem Maßstab erlaubt und so einen wichtigen Schritt von der Grundlagenforschung in die Anwendung ermöglicht.

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Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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