Neuer Antikörper gegen Vorstufen der Amyloid-Plaques bei Alzheimer

Projektdetails:

Thematik:Prävention und Therapie
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universitätsmedizin Göttingen, Arbeitsgruppe Molekulare Psychiatrie
Projektleiter:Prof. Dr. Thomas Bayer
Laufzeit:01. November 2014 - 31. Oktober 2016
Fördersumme:80.000,00 Euro
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Projektbeschreibung

Bei der Alzheimer-Krankheit häufen sich Amyloid-Plaques im Gehirn an. Deren Vorstufen, die zerstörerischen Amyloid-Oligomere, erweisen sich als besonders gefährlich. In diesem Projekt soll die Wirksamkeit eines speziell dagegen entwickelten neuen Antikörpers geprüft werden.

Hintergrund

Die Amyloid-Plaques, die sich im an Alzheimer erkrankten Gehirn ablagern, entstehen aus unterschiedlichen Vorstufen. Besonders häufig treten langkettige beta-Amyloide und zwei spezielle kurze beta-Amyloide auf. Die beiden kurzen Verbindungen werden als A-beta3-42 und A-beta4-42 bezeichnet.

Forschungsansatz

Die Gruppe um Thomas Bayer hat einen neuen Antikörper entwickelt, den ersten, der ausschließlich mit einer der kurzen Formen reagiert. Im Mausmodell soll durch passive Immunisierung der therapeutische Effekt des neuen Antikörpers erforscht werden. Gleichzeitig sollen zwei weitere, bereits bekannte Antikörper ähnlicher Struktur im Vergleich getestet werden.

Das Ergebnis der Untersuchungen soll durch etablierte Lern- und Gedächtnisprüfungen und mit einem immunologischen Test (ELISA) sowie Gewebeproben aus dem Mausmodell gesichert werden. Außerdem soll geklärt werden, welches der beiden kurzen beta-Amyloide bei der Alzheimer-Krankheit die wichtigere Rolle spielt.

Forschungsziel

Die bisher entwickelten Antikörper reagieren nur mit den langkettigen beta-Amyloiden. Doch es sind gerade die beiden kurzen Verbindungen, die schon im Frühstadium der Alzheimer-Erkrankung entstehen und so einen idealen therapeutischen Ansatz bieten, bevor sie sich zu langkettigen beta-Amyloiden zusammenlagern. So könnte bereits früh der Bildung weiterer Alzheimer-Ablagerungen entgegengewirkt werden.

Abschlussbericht

Was konnte Prof. Dr. Thomas Bayer herausfinden?

Ein Wirkstoff gegen die Vorstufen der für Alzheimer typischen Eiweißablagerungen (beta-Amyloid-Plaques) wurde erfolgreich im Tierversuch getestet. Der von Prof. Bayer entwickelte Antikörper (NT4X) nimmt erstmalig die kurzen Varianten ins Visier. Eine zusätzliche Besonderheit: Sein Antikörper bekämpft bereits die toxischen Vorstufen (Oligomere) der Amyloid-Plaques. Viele bisher fehlgeschlagene Antikörper-Studien richteten sich gegen die Plaques selbst.

Wie geht es jetzt weiter?

Im nächsten Schritt wird dieser Antikörper fit gemacht, um auch beim Menschen einen neuartigen Therapieansatz gegen Alzheimer zu ermöglichen. Diese Umformung des Antikörpers, nennt man „Humanisierung“. Erst nach der Humanisierung ist der Antikörper einsatzbereit, um auch am Menschen getestet zu werden.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

58.800 Euro wurden für Personalkosten verwendet, 6.000 Euro waren für die Haltung der Mäuse nötig. 15.200 Euro flossen in Verbrauchsmaterialien wie Antikörper, Zellkultur und diverse Testmaterialien.

Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des Projekts

Bouter, Y., Noguerola, J. S., Tucholla, P., Crespi, G. A. N., Parker, M. W., Wiltfang, J., Miles, L. A., Bayer, T. A. (2015). Abeta targets of the biosimilar antibodies of Bapineuzumab, Crenezumab, Solanezumab in comparison to an antibody against N‑truncated Abeta in sporadic Alzheimer disease cases and mouse models. Acta Neuropathol (130), 713-729.

Antonios, G., Borgers, H., Richard, B. C., Brauß, A., Meißner, J., Weggen, S., Pena, V., Pillot, T., Davies, S. L., Bakrania, P., Matthews, D., Brownlees, J., Bouter, Y., Bayer, T. A. (2015). Alzheimer therapy with an antibody against N-terminal Abeta 4-X and pyroglutamate Abeta 3-X. Nature (5), 17338.

Foto Prof. Bayer: Thomas Tratnik



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