Quantitative Untersuchung des Bewegungsverhaltens bei Alzheimer

Projektdetails:

Thematik:Prävention und Therapie
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Deutsche Sporthochschule Köln, Institut für Bewegungs- und Sportgerontologie
Projektleiter:Prof. Dr. Wiebren Zijlstra
Laufzeit:01. November 2015 - 30. April 2018
Fördersumme:80.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Die Alzheimer-Krankheit kann zu einer Veränderung des Bewegungsverhaltens führen: Einige Patienten verlieren ihre körperliche Aktivität, andere Patienten erleben eine Rastlosigkeit, die ein ständiges Umherwandern mit sich bringt. Auch Änderungen im Tag-Nacht-Rhythmus können auftreten. Von den Angehörigen werden diese Veränderungen als sehr belastend empfunden. Prof. Dr. Wiebren Zijlstra von der Deutschen Sporthochschule Köln möchte das Bewegungsverhalten der Patienten quantitativ erfassen, damit im nächsten Schritt therapeutische Maßnahmen ergriffen werden können. 

Wie geht Prof. Wiebren Zijlstra dabei vor?

Ziljstra und sein Team setzen spezielle Bewegungssensoren ein, die am unteren Rücken der Patienten befestigt werden. Die Sensoren erkennen, ob sich eine Person im Ruhezustand befindet oder in einer Aktivitätsphase. Somit kann das Bewegungsverhalten im Tagesverlauf untersucht werden. Gestützt werden sollen die Ergebnisse durch die Bestimmung von Stresshormonen im Blut der Probanden.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Eine quantitative Erfassung des Bewegungsverhaltens von Alzheimer-Patienten soll die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten eröffnen, zum Beispiel um den Bewegungsdrang der Patienten durch eine zielgerichtete körperliche Aktivierung  zu kompensieren. Denkbar wären verschiedene Sportangebote im Tagesverlauf.

Was konnte Prof. Wiebren Zijlstra herausfinden?

Prof. Zijlstra und sein Team konnten zeigen, dass sich besonders die Übergänge zwischen den einzelnen Körperpositionen und Aktivitätsgraden (zum Beispiel Sitzen – Gehen) bei Alzheimer-Patienten zu denen bei Menschen ohne Alzheimer unterscheiden. Dies wurde mit 85 Alzheimer-Patienten untersucht und mit gesunden, älteren Menschen verglichen. Die Ergebnisse des Projektes tragen dazu bei, die körperliche Aktivität von Alzheimer-Patienten genauer erfassen zu können. Dies ist für Ärzte und Therapeuten die Grundlage für eine zielgerichtete Förderung der körperlichen Aktivität, die auch bei Menschen mit Alzheimer weitreichende positive Effekte hat. Durch ausreichend körperliche Aktivität können zum Beispiel neuropsychiatrische Symptome gelindert werden.
Im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit werden nun weitere Faktoren untersucht: Der Zusammenhang zwischen dem Bewegungsverhalten der Patienten im Tagesverlauf und der Steuerung der inneren Uhr des Körpers, sowie die Stresshormone im Blut der Probanden.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfielen auf die Anstellung eines Computerspezialisten (56.000 Euro), Verbrauchsmaterialien (16.000 Euro), Publikationskosten (6.000 Euro) sowie Reisekosten (2.000 Euro).

Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des geförderten Projekts

Fleiner, T., Gersie, M., Gosh, S., Mellone, S., Zijlstra, W,. Haussermann, P. (2018). Prominent physical inactivity in acute dementia care: Psychopathology seems to be more important than the dose of sedative medication. 1-17. Wiley Geriatric Psychiatry.

Gosh, S., Fleiner, T., Giannouli, E., Jaekel, U,. Mellone, S., Häusserman, P., Zijlstra, W. (2018). Statistical learning of mobility patterns from long-term monitoring of locomotor behaviour with body-worn sensors. (2018) 8:7079. Scientific Reports.

Foto: Deutsche Sporthochschule Köln


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Wiebren Zijlstra

Alzheimer-Forscher seit:
2014
Geburtsort:
Utrecht (Niederlande)
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Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

die Alzheimer-Krankheit sich nicht nur auf die Gedächtnisleistung auswirkt. Das Verständnis von Bewegungsproblemen kann helfen, die Behandlung der Alzheimer-Symptome zu verbessern.

Ich möchte mit meiner Forschung erreichen, dass...

die Behandlung von Bewegungsproblemen genauso wie von Gedächtnisstörungen verbessert wird.

Die Förderung der AFI ist für mich wichtig, weil...

es sonst nicht mögliche wäre, dieses innovative Projekt anzugehen.

Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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