Symptome der Alzheimer-Krankheit bekämpfen durch Regulierung des Cholesterin-Transports im Gehirn

Projektdetails:

Thematik:Prävention und Therapie
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universitätsklinikum Bonn, Institut für Klinische Chemie / Klinische Pharmakologie, Universität Groningen
Projektleiter:Prof. Dr. Dr. Dieter Lütjohann (und Prof. Dr. Albert Groen)
Laufzeit:01. November 2015 - 31. Oktober 2017
Fördersumme:15.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Die Gen-Variante Apolipoprotein E4 (ApoE4) gilt als Risiko-Gen für die nicht vererbbare Form der Alzheimer-Krankheit. Das Protein ApoE ist im Gehirn am Cholesterin-Transport wesentlich beteiligt und spielt außerdem eine Rolle bei der Beseitigung von typischen Eiweißablagerungen der Alzheimer-Krankheit (Amyloid-Plaques). Aus diesem Grund stehen Störungen des Cholesterin-Transports im Verdacht, die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit zu begünstigen. Prof. Dr. Dr. Dieter Lütjohann vom Universitätsklinikum Bonn und Prof. Dr. Albert Groen von der Universität Groningen möchten mit neuen Wirkstoffen den Cholesterin-Transport im Gehirn beeinflussen und so die Symptome der Alzheimer-Krankheit bekämpfen.

Wie gehen Dieter Lütjohann und Albert Groen dabei vor?

Dieter Lütjohann und Albert Groen untersuchen den Effekt neuer Wirkstoffe auf den Cholesterin-Transport und auf typische Symptome der Alzheimer-Krankheit mit genetisch veränderten Mäusen. Außerdem werden die Transport-Moleküle, welche Cholesterin im Maus-Hirn transportieren, zellbiologisch und biochemisch analysiert.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Untersuchungen haben ergeben, dass bisher bekannte Wirkstoffe, die den Cholesterin-Transport beeinflussen, Symptome der Alzheimer-Krankheit bei Mäusen zwar verringern, allerdings mit hohen Nebenwirkungen verbunden sind. Deshalb werden nun neue Wirkstoffe erforscht.

Was konnten Prof. Lütjohann und Prof. Groen herausfinden?

Durch die Zusammenarbeit der Teams um Prof. Lütjohann und Prof. Groen konnte erstmals eine neue Substanz, genannt 24(S) Saringosterol, beschrieben werden. Die Wissenschaftler konnten nachweisen, dass diese Substanz den Cholesterin-Transport im Gehirn aktiviert und dadurch die Bildung der Amyloid-Plaques senkt. Diese Substanz kommt in hoher Konzentration in Meeresalgen vor. Der genaue Mechanismus, wie die Meeresalgen diese Substanz produzieren, ist allerdings noch nicht bekannt.

Wie geht es jetzt weiter?

Nun gilt es den Mechanismus der Produktion von 24(S) Saringosterol in den Algen aufzudecken. Es wird nun zum Beispiel untersucht, welche Algenspezies den höchsten Gehalt an dieser Substanz aufweist. Weiterhin soll geklärt werden, ob die Produktion an Jahreszeiten, das heißt an Temperatur und Sonneneinfluss, gebunden ist. Daher haben die Wissenschaftler zu verschiedenen Jahreszeiten verschiedene Algenspezies im Institut an der Oosterschelde in den Niederlanden gesammelt. Nun werden die Extrakte der verschiedenen Algenspezies analysiert. Anschließend kann geprüft werden, ob 24(S) Saringosterol als neuer Wirkstoff bei die Alzheimer-Krankheit eingesetzt werden kann.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Von den Fördermitteln werden Verbrauchsmaterialien (15.000 Euro) bezahlt.

Foto: Eventfotografie Schneider


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Dr. Dieter Lütjohann (und Prof. Dr. Albert Groen)

Jahrgang:
59
Alzheimer-Forscher seit:
1999
Geburtsort:
Bonn
Familienstand:
ledig

Hobbys:
Reisen, Europäische Sprachen, Lesen, Wandern, Forschen, Theater- und Konzertbesuche, Fahrradfahren, Schwimmen

Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

ich einen Beitrag zum Verständnis der pathophysiologischen Vorgänge im Cholesterinmetabolismus im Gehirn von Alzheimer Patienten leisten möchte.

Ich möchte mit meiner Forschung erreichen, dass...

wir verstehen lernen, dass nur ein gezieltes Miteinander der verschiedenen Neuro-Forschungszweige zu einem sinnvollen Therapieansatz zur Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen führen kann.

Die Förderung der AFI ist für mich wichtig, weil...

ich hier eine Möglichkeit sehe, mittels bisher etablierter Methoden weiterzuarbeiten und ich meine biochemischen und bi ophysikalischen Methoden fortwährend optimieren kann.

Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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