Verbesserte Diagnostik bei Alzheimer Demenz und gefäßbedingter Demenz

Projektdetails:

Thematik:Diagnostik
Förderstatus:abgeschlossen
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Klinikum der Universität München / Brain Center Rudolf Magnus - UMC Utrecht
Projektleiter:PD Dr. Marco Düring
Laufzeit:01. November 2016 - 31. Oktober 2018
Fördersumme:50.000,00 Euro
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Was wird erforscht?

Die meisten Patienten mit der Alzheimer-Krankheit haben auch Veränderungen an den Hirngefäßen (sog. gefäßbedingte Demenz). Die Gefäßveränderungen können für einen wesentlichen Teil der Beschwerden verantwortlich sein. Aktuell ist es aber schwierig, den Anteil der Alzheimer-Krankheit und den der Gefäßerkrankung an den Beschwerden zu bestimmen. Diese Informationen sind allerdings für die individuelle Therapie des einzelnen Patienten sehr wichtig. Privatdozent Dr. Marco Düring vom Klinikum der Universität München und Prof. Dr. Geert Jan Biessels vom Brain Center Rudolf Magnus in Utrecht möchten mit einem modernen Bildgebungsverfahren die Diagnostik bei der Alzheimer-Krankheit und der gefäßbedingten Demenz verbessern.

Wie gehen Dr. Düring und Prof. Dr. Biessels dabei vor?

Privatdozent Dr. Düring und Prof. Dr. Biessels werden ein innovatives Bildgebungsverfahren nutzen, eine spezielle Art der Magnetresonanztomographie (MRT). Diese sogenannte Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) macht die Beweglichkeit von Wasser im Hirngewebe sichtbar und messbar. Mit diesem Verfahren werden Patienten aus Gedächtnisambulanzen und Patienten mit seltenen, erblichen Varianten der Erkrankungen untersucht. Die Studie wird an zwei Zentren in Europa gemeinschaftlich durchgeführt: Utrecht (Niederlande) und München.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Bisher war es nicht möglich, zwischen der Alzheimer-Krankheit und der gefäßbedingten Demenz eindeutig zu unterscheiden. Das neue Bildgebungsverfahren soll zukünftig die Auswirkung sowohl der Alzheimer-Krankheit als auch der Hirngefäßerkrankung bestimmen. Dadurch kann die Therapie an den einzelnen Patienten besser angepasst und letztlich erfolgreicher eingesetzt werden.

Was konnten Dr. Düring und Prof. Dr. Biessels herausfinden?

Bisher war unklar, wie stark sich die Alzheimer-Krankheit und die gefäßbedingte Demenz auf das Diffusionssignal der Diffusions-Tensor-Bildgebung jeweils auswirken. Die Projektpartner Dr. Düring und Prof. Biessels nehmen an, dass sich die beiden Krankheiten unterschiedlich auf die verschiedenen Geweberegionen im Gehirn auswirken.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Veränderungen der gefäßbedingten Demenz vor allem durch einen höheren Wasseranteil im Gewebe verursacht werden. Das ist neu und wichtig für die Interpretation der Ergebnisse der Diffusions-Tensor-Bildgebung. Der erhöhte Wasseranteil im Hirngewebe steht außerdem im Zusammenhang mit der Abnahme der Hirnleistung in diesem Bereich. Dies verdeutlicht die Relevanz der Befunde.
Nun wird das Forscher-Team Patienten mit beiden Erkrankungen mit Hilfe dieser Methode untersuchen. Es wird analysiert, wie sich beide Krankheiten gleichzeitig auf das Diffusionssignal auswirken. Die Ergebnisse werden die Diagnostik der Alzheimer-Krankheit und der gefäßbedingten Demenz entscheidend verbessern.

Wofür wurden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfielen auf Personalkosten für die Anstellung eines Doktoranden (48.000 Euro) sowie auf Reisekosten zur Teilnahme an einem internationalen Fachkongress (2.000 Euro).

Wissenschaftliche Publikationen auf Basis des geförderten Projekts

Düring, M., Finsterwalder, S., Baykara, E., Tuladhar, A. M., Gesierich, B., Konieczny, M. J., Malik, R., Franzmeier, N., Ewers, M., Jouvent, E., Biessels, G. J., Schmidt, R., de Leeuw, F.-E., Pasternak, O., Dichgans, M. (2018) Free water determines diffusion alterations and clinical status in cerebral small vessel disease. Alzheimer's & Dementia (Elsevier), 14(6):764.

Finsterwalder, S., Wuehr, M., Gesierich, B., Dietze, A., Konieczny, M. J., Schmidt, R., Schniepp, R., Duering, M. (2019) Minor gait impairment despite white matter damage in pure small vessel disease. Annals of Clinical and Translational Neurology.

Foto: patrick-lux.de


Forschersteckbrief:

PD Dr. Marco Düring

Jahrgang:
1978
Alzheimer-Forscher seit:
2005
Geburtsort:
Schweinfurt
Familienstand:
ledig

Hobbys:
Fotografie, Golf

Ich bin Alzheimer-Forscher, weil...

Demenz ein bedeutendes gesundheitliches Problem in unserer Gesellschaft ist.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil...

wir einen innovativen Ansatz verfolgen, der auf bereits aussichtsreichen Vorarbeiten aufbaut.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren...

einen entscheidenden Schritt vorangekommen ist. Die bessere Vernetzung verschiedener Disziplinen, insbesondere von molekularer und klinischer Forschung, sehe ich hierfür als entscheidenden Schritt.

Persönliche Nachricht:

Mein besonderer Dank geht an alle, die für die Alzheimer Forschung Initiative e.V. spenden. Sie leisten mit Ihrer Spende einen äußerst wertvollen Beitrag, um die Demenzforschung gezielt voranzubringen.


Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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