Verteidigungssystem der Hirnzellen stärken

Projektdetails:

Thematik:Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Standard Projekt
Institution:Universität Bremen und Universitätsmedizin Groningen (NL)
Projektleiter:Prof. Dr. Janine Kirstein
Laufzeit:01. Januar 2021 - 31. Dezember 2022
Fördersumme:50.000,00 Euro
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Um Alzheimer zu heilen, müssen wir die Ursachen der Krankheit entschlüsseln – ein langwieriger Prozess. Helfen Sie uns darum mit einer Fördermitgliedschaft.


Was wird erforscht?

Tau ist ein kleines Protein innerhalb der Zelle, das normalerweise löslich ist. In einigen Gehirnzellen von Alzheimer-Patienten (AD) findet man es in unlöslichen Klumpen, die als Tau-Fibrillen bezeichnet werden. Diese Tau-Fibrillen spielen wahrscheinlich eine wichtige Rolle beim Absterben von Gehirnzellen. Sie können sogar in gesunde Zellen gelangen und diese infizieren. Dies führt zur Ausbreitung von Tau-Fibrillen im gesamten Gehirn, wodurch Zellen wie bei einer Dominoreaktion „umfallen“, also absterben. Alle Zellen haben Abwehrsysteme, um sich vor diesen verklumpten Proteinen zu schützen. Die Wirksamkeit dieser Abwehrmechanismen nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab. Prof. Dr. Janine Kirstein von der Universität Bremen und ihr niederländischer Projektpartner Prof. Dr. Mark Hipp von der Universitätsmedizin Groningen, möchten dieses körpereigene Verteidigungssystem stärken, um die Ausbreitung der Tau-Fibrillen zu stoppen.

Wie gehen Prof. Kirstein und Prof. Hipp dabei vor?

Das Forscher-Duo möchte Faktoren im natürlichen Abwehrsystems identifizieren, die mit den Tau-Fibrillen in Zusammenhang stehen. Dazu wurde im Vorfeld bereits ein zelluläres System aufgebaut, mit dem diese Faktoren gescreent werden können. Um die gefundenen Faktoren zu testen, wird der Fadenwurm C. elegans genutzt. Gesucht werden Mechanismen, die verhindern, dass sich schädliche Tau-Fibrillen in noch gesunde Gehirnzellen ausbreiten können.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Das Ziel ist es, die Kraft des eigenen Körpers zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit nutzen zu können.

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf Reisemittel zum Austausch der kooperierenden Labore (2.000 Euro), Labormaterialien (36.000 Euro) wie Enzyme und Antikörper, sowie für Mikroskopierarbeiten (12.000 Euro).

Weitere 50.000 Euro erhält Prof. Dr. Mark Hipp von Alzheimer Nederland, der Partnerorganisation der Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Sehen Sie sich die Videobotschaft von Prof. Dr. Kirstein an.

Foto: Prof. Dr. Janine Kirstein


Forschersteckbrief:

Prof. Dr. Janine Kirstein

Jahrgang:
1978
Alzheimer-Forscher seit:
2016
Geburtsort:
Cottbus
Familienstand:
verheiratet, 1 Kind

Hobbys:
Triathlon

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Ich bin Alzheimer-Forscherin, weil…

es eine furchtbare und bislang unheilbare Krankheit ist und ich hoffe, dass meine Forschung einen kleinen Beitrag zum Verständnisgewinn zu den molekularen Ursachen liefern kann.

Mein Forschungsprojekt ist besonders aussichtsreich, weil…

wir einen interdisziplinären Ansatz wählen, um die Weiterverbreitung des veränderten Tau-Proteins in Zellkultur und im Organismus zu unterdrücken.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

die Grundlagen gelegt haben wird, um wirksame Therapien zu entwickeln.

Persönliche Nachricht:

Ich danke den Spender*innen, dass sie unsere Grundlagenforschung unterstützen, die Modellsysteme nutzt, um das gewonnene Wissen in der Zukunft auf den Menschen zu übertragen.


Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

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