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Können alte Virusreste eine Alzheimer-Erkrankung auslösen?

Projektdetails:

Thematik: Ursachenforschung
Förderstatus:laufend
Art der Förderung:Research
Institution:Helmholtz Center München
Projektleitung:Dr. Michelle Vincendeau
Laufzeit:01. Januar 2026 - 31. Dezember 2027
Fördersumme:134.000,00 Euro

Was wird erforscht?

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und betrifft weltweit mehrere Millionen Menschen. Wie die Krankheit entsteht, ist bislang nicht vollständig geklärt. Neueste Erkenntnisse legen jedoch nahe, dass genetische Überbleibsel längst ausgestandener Virusinfektionen bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit eine Rolle spielen könnten. Normalerweise sind diese Virusreste im menschlichen Erbgut stillgelegt. Sie können aber unter bestimmten Bedingungen wieder aktiv werden. Dr. Michelle Vincendeau vom Helmholtz Zentrum München in Neuherberg möchte in ihrem Projekt herausfinden, welche Virusreste in Zusammenhang mit der Alzheimer-Krankheit stehen und welche Krankheitsmechanismen durch diese Virusreste beeinflusst werden.

Wie geht Dr. Michelle Vincendeau dabei vor?

Es werden modernste biochemische Methoden verwendet, mit denen Virusreste in menschlichen Nervenzellen gezielt an- oder ausgeschaltet werden können. Die Nervenzellen werden im Labor aus Hautzellen von Menschen mit Alzheimer und gesunden älteren Menschen zum Vergleich hergestellt. Außerdem wird untersucht, wie sich die veränderte Aktivität der Viren auf typische Alzheimer-Merkmale wie Proteinablagerungen oder Zellstress auswirkt. Zusätzlich werden die Ergebnisse in Minigehirnen, sogenannten Organoiden, überprüft, um möglichst realitätsnahe Aussagen zu erhalten.

Was ist das Ziel des Forschungsprojekts?

Das Ziel des Projektes ist es, neue Mechanismen bei der Entstehung von Alzheimer zu entdecken, die bisher übersehen wurden. Mit dem Wissen könnten neue Therapieansätze entwickelt werden – insbesondere für Menschen, bei denen keine klassischen Risikofaktoren feststellbar sind. Der Ansatz  verbindet Grundlagenforschung mit einem klaren Bezug zur klinischen Praxis und könnte so einen wichtigen Beitrag für die Forschung leisten.

Warum ist dieses Projekt besonders aussichtsreich? 

"Weil wir einen völlig neuen Ansatz verfolgen: Wir untersuchen, wie endogene Retroviren, uralte virale Überreste in unserem Genom, zur Entstehung von Alzheimer beitragen könnten. Erste Hinweise zeigen, dass diese viralen Elemente in Nervenzellen aktiviert werden und Entzündungsprozesse sowie neurodegenerative Mechanismen verstärken könnten. Dieser innovative Ansatz eröffnet neue diagnostische und therapeutische Möglichkeiten, die bislang ungenutzt sind."

Wofür werden die Fördermittel verwendet?

Die Fördermittel entfallen auf Personalkosten (123.480 Euro) und Labormaterialien (10.520 Euro).

 

Schauen Sie sich hir die Videobotschaft von Dr. Vincendeau an. 


Steckbrief:

Dr. Michelle Vincendeau

Geburtsjahr:
1980
Geburtsort:
München
In der Demenz-Forschung seit:
2017

Hobbys:
Lesen, Backen, Basketball, Reisen

Ich bin Alzheimer-Forscherin, weil…

wir die biologischen Mechanismen hinter Alzheimer besser verstehen müssen, um wirksame Therapien entwickeln zu können. Demenz betrifft nicht nur die Patient*innen selbst, sondern auch ihre Familien und unser gesamtes gesellschaftliches Umfeld. Die Möglichkeit, durch Forschung einen Beitrag zur zukünftigen Prävention oder Behandlung zu leisten, motiviert mich jeden Tag.

Ich hoffe, dass die Alzheimer-Forschung in 10 Jahren…

ein deutlich tieferes Verständnis der Krankheitsmechanismen erreicht hat und neue Behandlungsstrategien verfügbar sind, die das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamen oder sogar verhindern können.

Persönliche Nachricht:

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