Für die Untersuchung werteten Forschende Daten aus sechs Langzeitstudien mit insgesamt 2.684 älteren, zu Beginn kognitiv unauffälligen Menschen aus. Dabei wurde untersucht, wie der pTau217-Wert im Blut mit dem Risiko zusammenhing, in den folgenden Jahren eine kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln.
Nach fünf Jahren zeigte sich ein deutlicher Unterschied: Bei niedrigen pTau217-Werten lag die Wahrscheinlichkeit für eine kognitive Beeinträchtigung bei etwa 12 Prozent. Bei hohen Werten waren es 24 Prozent und bei sehr hohen Werten 38 Prozent. Auch über längere Zeiträume zeigte sich ein Zusammenhang zwischen erhöhten Werten und einem höheren Risiko. Für diese Zeiträume standen allerdings weniger Daten zur Verfügung.
Was ist pTau217?
Tau ist ein Protein, das natürlicherweise in Nervenzellen vorkommt. Bei der Alzheimer-Krankheit verändert sich Tau. Eine dieser Veränderungen ist die sogenannte Phosphorylierung. pTau217 bezeichnet eine bestimmte Form des veränderten Tau-Proteins, die sich auch im Blut messen lässt.
pTau217 gilt derzeit als einer der vielversprechendsten Blutmarker für Alzheimer. Er kann Hinweise darauf geben, ob im Gehirn Alzheimer-typische Veränderungen vorhanden sind.
Ein hoher Wert bedeutet nicht automatisch Alzheimer
Die Ergebnisse bedeuten nicht, dass ein hoher pTau217-Wert sicher vorhersagt, dass eine Person später Alzheimer bekommt.
Die Studie zeigt vielmehr einen statistischen Zusammenhang: Menschen mit höheren Werten entwickelten in den folgenden Jahren häufiger kognitive Beeinträchtigungen als Menschen mit niedrigeren Werten. Für eine einzelne Person lässt sich daraus aber noch nicht zuverlässig ableiten, ob oder wann Beschwerden auftreten werden.
Hinzu kommt, dass kognitive Probleme verschiedene Ursachen haben können und nicht automatisch auf eine Alzheimer-Erkrankung zurückzuführen sind. Für ein allgemeines Alzheimer-Screening bei Menschen ohne Beschwerden ist pTau217 daher derzeit nicht geeignet.
Kein Bluttest zur Vorhersage für gesunde Menschen
Besonders interessant sind solche Blutmarker momentan bei Menschen, die bereits kognitive Einschränkungen haben. Sie könnten dabei helfen, Hinweise auf eine Alzheimer-Erkrankung zu erhalten und weitere Untersuchungen gezielter einzusetzen. Aktuell werden Bluttests allerdings noch nicht in der Standarddiagnostik eingesetzt, da sie die Nervenwasseruntersuchung nicht ersetzen können.
Die neue Studie zeigt nun, dass pTau217 möglicherweise noch eine weitere Rolle spielen könnte: Der Marker könnte nicht nur Hinweise auf Alzheimer-typische Veränderungen geben, sondern auch Informationen über das Risiko für spätere kognitive Probleme liefern. Ob sich damit eines Tages zuverlässig vorhersagen lässt, wer tatsächlich an Alzheimer erkranken wird, muss weiter erforscht werden.
Weitere Informationen
Wie wird Alzheimer diagnostiziert?
Quelle: Buckley, Rachel F., et al. “Prognostic Value of Blood-Based P-Tau217 Levels for Progression to Cognitive Impairment.” JAMA, 2026, https://jamanetwork.com/journals/jama/article-abstract/2851720





