Alzheimer-Wirkstoff Crenezumab gescheitert

Ein Gehirn
  |   Forschung

Eine laufende Studie mit dem Alzheimer-Wirkstoff Crenezumab hat nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt. Der Wirkstoff konnte bei den Studienteilnehmer*innen den kognitiven Abbau nicht verlangsamen. Damit hat die Studie ihre Ziele nicht erreicht. Der Antikörper Crenezumab zielt auf die Beseitigung von Proteinverklumpungen in einer besonders schädlichen Form ab, den sogenannten Beta-Amyloid Oligomeren. Entwickelt wird Crenezumab von den Pharma- und Biotechunternehmen Roche und AC Immune.

Zuvor waren bereits andere Wirkstoffe mit einem ähnlichen Wirkmechanismus gescheitert. Ende letzten Jahres hat die europäische Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung von Aducanumab abgelehnt. Der Wirkstoff entfernt zwar schädliche Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn von Patient*innen, bewirkt aber ebenfalls keine nachweisbaren Verbesserungen der Kognition.

Das Scheitern von Aducanumab wurde von Wissenschaftler*innen damit erklärt, dass der Wirkstoff zu spät im Krankheitsverlauf an Patient*innen verabreicht wurde. Demgegenüber wurde mit Crenezumab zum ersten Mal ein Wirkstoff dieser Art mit Studienteilnehmer*innen getestet, die noch keine Symptome hatten, aber aufgrund einer genetischen Disposition sehr sicher an Alzheimer erkranken werden. Fast alle Studienteilnehmer*innen entwickelten trotzdem eine Alzheimer-Demenz. Sie gehörten zu einer Großfamilie aus Kolumbien, die einen seltenen Gendefekt aufweisen. Die vererbbare Form der Alzheimer-Krankheit wird auch „familiäre Alzheimer-Krankheit“ genannt.

Damit haben sich die Hoffnungen zunächst zerschlagen, dass dieser Wirkmechanismus bei einer sehr frühen Einnahme die Krankheit verlangsamen oder stoppen kann.

Weitere Informationen:

Alzheimer-Forschung aktuell
Warum ist Forschung wichtig?
Genetische Grundlagen der Alzheimer-Krankheit

Lesen Sie das bewegende Interview!

Zehn Jahre hat Christa Schneider ihre an Alzheimer erkrankte Mutter Trudi begleitet. In einem bewegenden Interview erzählt sie von ihren Erfahrungen mit der Krankheit. Ihr Fazit: vorbeugen so gut es geht und spenden für die Alzheimer-Forschung.

Interview lesen!

Möchten Sie unseren Newsletter abonnieren?

Haben Sie Fragen?

Vertrauen & Transparenz

Immer gut informiert

Mit unserem E-Newsletter halten wir Sie auf dem Laufenden und informieren Sie regelmäßig über Wichtiges und Wissenswertes rund um die Alzheimer-Krankheit. 

Jetzt Newsletter abonnieren!