Einige Zentren haben bereits erste Diagnosen gestellt und Patientinnen und Patienten für eine mögliche Behandlung identifiziert, andere bereiten sich noch auf die komplexen Abläufe vor. Die praktische Umsetzung erfolgt je nach Kapazitäten, erforderlich sind u.a. strukturierte Abläufe für Diagnostik, Infusionen und Nachsorge.
Für den Einsatz sind aufwendige Voruntersuchungen notwendig – darunter neuropsychologische Tests, MRT, Nervenwasseruntersuchungen und genetische Diagnostik. Besonders wichtig ist die Bestimmung des ApoE-Genotyps: Personen mit zwei Kopien des Risikogens ApoE4 sind von der Behandlung ausgeschlossen, da bei ihnen Nebenwirkungen häufiger auftreten.
Wer sich für eine Behandlung mit Leqembi interessiert, kann direkt Kontakt zu einer Gedächtnisambulanz aufnehmen. Auch neurologische Praxen sind mögliche Anlaufstellen. Orientierung bei der Suche nach einer geeigneten Einrichtung bietet unsere Gedächtnisambulanzen-Datenbank.
Leqembi ist nur für eine kleine Gruppe von Menschen geeignet – im Frühstadium von Alzheimer und unter klar definierten Voraussetzungen. Wer bei sich oder Angehörigen erste Gedächtnisprobleme bemerkt, sollte eine ärztliche Abklärung suchen und sich über neue Therapiemöglichkeiten informieren.
„Wir freuen uns, dass mit Leqembi erstmals ein Antikörper-Medikament gegen Alzheimer in Deutschland verfügbar ist. Für Patientinnen und Patienten im frühen Krankheitsstadium bedeutet das eine neue Behandlungsoption. Gleichzeitig dürfen die Erwartungen nicht zu hoch sein: Leqembi kann die Erkrankung nicht heilen, sondern den Verlauf nur um einige Monate verzögern – und auch das nur bei einer kleinen Gruppe von Erkrankten“, erklärt Dr. Anne Pfitzer-Bilsing, Leiterin Wissenschaft der Alzheimer Forschung Initiative e.V.
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