Weniger als zehn Prozent aller Demenzen

Frontotemporale Demenz

Weniger als zehn Prozent aller Demenz-Patienten leiden an der frontotemporalen Demenz. Anders als bei der Alzheimer-Erkrankung sind Patienten in der Anfangsphase nicht hauptsächlich von Gedächtnisverlust betroffen, sondern zeigen starke Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensauffälligkeiten. Es fällt ihnen zunehmend schwer, sozialen Normen zu entsprechen und sich angemessen zu verhalten. Im Krankheitsverlauf kommen Sprachstörungen hinzu. Im späten Stadium lässt dann auch das Gedächtnis immer mehr nach.

Bei einigen Patienten treten außerdem mit Gang- und Bewegungsstörungen ähnliche Symptome wie bei der Parkinson-Krankheit auf. Die frontotemporale Demenz ist bisher nicht heilbar und es gibt auch keine Medikamente, die den Krankheitsverlauf verlangsamen. Durch nichtmedikamentöse Therapieformen kann das herausfordernde Verhalten der Patienten gemildert werden. 

Portrait einer Seniorin mit Brille

Bei ersten Anzeichen sind frühzeitige Demenztests wichtig

Familienmitglieder erkennen oft erste Anzeichen ihrer Angehörigen im Alltag. Sie nehmen deren kognitive Defizite wahr. Dazu zählen das Nachlassen der Merkfähigkeit, der Orientierung und der Sprache. Betroffene bemerken die Verluste ihrer geistigen Leistungsfähigkeit oftmals auch, überspielen diese aber häufig. Grundsätzlich gilt: Wenn Sie sich Sorgen machen, sollten Sie frühzeitig zum Arzt gehen. Bislang gibt es zwar keine Heilung, dennoch verschafft die Diagnose einen zeitlichen Vorsprung. Denn die medikamentöse Therapie kann bei Alzheimer nur im Anfangsstadium den Krankheitsverlauf hinauszögern. Der erste Ansprechpartner ist in der Regel der Hausarzt. Dieser kann an einen Neurologen, einen Psychiater oder an eine Gedächtnissprechstunde überweisen.

Titelbild des Ratgebers "Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen"

Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber

Der Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen beleuchtet neben der Alzheimer-Krankheit auch die vaskuläre Demenz, die Lewy-Körperchen-Demenz, die frontotemporale Demenz und die Demenz bei Parkinson.
56 Seiten, 2016

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