Häufige Fragen über Alzheimer

Fragen & Antworten

Hier finden Sie eine Reihe von Fragen und Antworten zur Alzheimer-Krankheit. Haben Sie weitere Fragen zur Alzheimer-Krankheit? Sie können uns gerne unter der Telefonnummer 0211 - 86 20 66 0 anrufen oder uns eine E-Mail schreiben.

Diagnose

Uns sind keine Fälle bekannt, bei denen sich die Alzheimer-Krankheit derartig rasant entwickelt hätte. Im Krankheitsverlauf wechseln Phasen der Stabilität mit Perioden der Verschlechterung kognitiver, sozialer oder körperlicher Fähigkeiten. Die Alzheimer-Krankheit schreitet nicht bei jedem Patienten in gleicher Weise voran.

Obwohl hauptsächlich das Gehirn von der Alzheimer-Krankheit betroffen ist, verursacht die daraus resultierende geistige Verwirrung nicht den Tod. Im fortgeschrittenen Stadium der Alzheimer-Krankheit führt der Abbau des Gehirns zu Problemen in anderen Organsystemen, wie dem Verdauungstrakt, dem Urogenitalsystem und dem Immunsystem. Die Patienten sind anfällig für Lungenembolien, Infektionen oder andere Krankheiten. Atemprobleme nehmen vor allem bei bettlägerigen Patienten zu. Der Tod eines Alzheimer-Patienten ist häufig das Ergebnis von Begleitkomplikationen.

„Demenz“ ist ein Überbegriff für einen neurologischen Vorgang, der die geistigen Fähigkeiten des Patienten und seine Möglichkeiten zur Kommunikation und Erinnerung beeinflusst. Eine Demenz kann aus einer Vielzahl körperlicher Störungen resultieren, hervorgerufen zum Beispiel durch einen Schlaganfall, eine Dehydration, Infektionen des Gehirns, Nährstoffmangel oder medikamentöse Wechselwirkungen. Aus diesem Grund ist es möglich, dass sich einige Demenzformen zurückbilden können, zum Beispiel im Falle eines Nährstoffmangels oder einer Infektion des Gehirns.

Dagegen ist es zurzeit nicht möglich, eine Rückbildung der Demenzform herbeizuführen, die durch die Alzheimer-Krankheit ausgelöst wird und die aus der fortschreitenden Zerstörung von Hirnzellen resultiert. Es gibt allerdings Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen können.

Die wichtigsten Demenzformen werden in unserem Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen vorgestellt, den Sie hier bestellen können.

Die Single-Photon-Emission-Computer-Tomografie (SPECT), auch Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomografie genannt, ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem der Blutfluss in verschiedenen Regionen des Gehirns gemessen wird. SPECT ist preiswerter und leichter verfügbar als PET, wodurch es häufiger in Kliniken eingesetzt wird.

Bis heute gibt es keinen hundertprozentig sicheren Test zur Diagnose von Alzheimer. Der Arzt schließt zunächst alle anderen Möglichkeiten aus.

Eine gründliche Diagnose beinhaltet folgende Aspekte:

  • komplette Krankengeschichte und körperliche Untersuchung des Patienten
  • Blut- und Urinuntersuchungen im Labor, um Infektionen und andere Krankheiten auszuschließen
  • Tests zur Früherkennung von Demenzen (beispielsweise Mini Mental Status Test (MMST), der DemTect, Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD), Uhrentest)

Mit diesen Tests lässt sich eine Verdachtsdiagnose stellen, für eine eindeutige Diagnose sollte der Patient zum Neurologen überwiesen werden. Dann können weitere spezielle neuropsychologische Tests (z.B. CERAD, ADAS-cog oder SIDAM) durchgeführt und eine ausführliche neurologische Untersuchung veranlasst werden, wie:

  • ein Elektroenzephalogramm (EEG)
  • ein Computer-Tomogramm (CT)
  • ein Kernspin-Tomogramm, auch Magnetresonanztomographie genannt (MRT)
  • oder eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET) bzw. eine Einzelphotonen-Emissions-Computer-Tomografie (SPECT)

Mit bildgebenden Verfahren können beispielsweise stumme Infarkte oder Tumore als Ursache ausgeschlossen werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Liquordiagnostik, bei der die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) untersucht wird. Im Liquor finden sich bei Demenz-Erkrankungen bestimmte Proteine in veränderter Konzentration.

Weitere Informationen bietet die Broschüre Diagnose-Verfahren bei Alzheimer. Hier können Sie die Broschüre kostenfrei bestellen.

Die durchschnittliche Dauer der Alzheimer-Krankheit beträgt sieben Jahre nach der Diagnosestellung. Jedoch variiert dies von Patient zu Patient. In einigen Fällen dauert die Krankheit bis zu 20 Jahren. Generell gilt: Je später der Erkrankungsbeginn, desto kürzer ist die Krankheitsdauer.

Die Alzheimer-Krankheit verläuft im Allgemeinen stetig mit einer langsamen Verschlechterung des Krankheitsbildes. Es kann aber auch vorkommen, dass die Krankheit scheinbar akut beginnt oder einen wechselhaften Verlauf mit Verschlechterungen und Verbesserungen nimmt. Es gibt vier grundlegende Stadien der Alzheimer-Krankheit:

Leichte kognitive Störung
In dieser Phase der Erkrankung bestehen nur leichtgradige Gedächtnisveränderungen, die auch nur zum Teil den Patienten oder Angehörigen auffallen, in Gedächtnistestungen jedoch nachweisbar sind. Die kognitive Leistungsfähigkeit ist noch gut erhalten, sodass der Alltag ohne Hilfe gemeistert werden kann. Bei „jungen“ Patienten (unter 65 Jahre) ist durchaus auch noch die Arbeitsfähigkeit gegeben. Allerdings können bereits leichtgradige Einschränkungen auftreten, die jedoch durch höhere Anstrengung oder Konzentration ausgeglichen werden. Patienten mit einer leichten kognitiven Störung haben ein höheres Risiko, später eine Alzheimer-Erkrankung zu entwickeln.

Frühes Stadium
Im Frühstadium der Alzheimer-Krankheit sind viele Patienten eher antriebsschwach, was aber meist kaum auffällt. Kleinere Gedächtnislücken und Stimmungsschwankungen treten auf, die Lern- und Reaktionsfähigkeit nimmt ab. Die Erkrankten verschließen sich gegenüber Neuem und bevorzugen Gewohntes. Das Sprechen und Denken verlangsamt sich. Es kann passieren, dass Patienten mitten im Satz den „Faden verlieren“, sich unterwegs nicht mehr zurechtfinden oder vergessen, Rechnungen zu begleichen. Dementsprechend beginnen die Symptome der Krankheit sich mehr und mehr auf die Arbeit und den Alltag auszuwirken. Wenn sich die Betroffenen ihrer Defizite bewusst werden, können Depressionen, Reizbarkeit und Rastlosigkeit die Folge sein.

Mittleres Stadium
In diesem Stadium wird die Krankheit offensichtlich. Eine selbstständige Lebensführung ist kaum noch möglich. Zunächst können Patienten Aufgaben noch alleine erfüllen, benötigen aber Hilfe bei der Bewältigung komplizierterer Dinge. Die Menschen in ihrer Umgebung müssen eindeutige Aufforderungen aussprechen und diese immer häufiger wiederholen. Der Bewegungsdrang nimmt zu. Sprache und Auffassungsgabe werden immer langsamer, oft geben die Erkrankten einzelne Aussagen zahlreiche Male wieder und verlieren das Verständnis für Zeit und Raum. Sie erkennen vertraute Gesichter zunehmend schlechter. Während ihnen die Erinnerung an Vergangenes noch lange bleibt, erinnern sie sich an die jüngsten Ereignisse immer weniger.

Spätes Stadium
Im letzten Stadium der Krankheit sind die Alzheimer-Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Das Langzeitgedächtnis schwindet, das Sprachvermögen beschränkt sich auf wenige Worte, vertraute Personen werden nicht mehr erkannt. Das Kauen, Schlucken und Atmen fällt zunehmend schwerer, hinzukommen Harn- und Stuhlinkontinenz. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimer-Patienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Dieses letzte Stadium führt schließlich zum Tod.

Ob jemand an der sporadischen Form von Alzheimer erkrankt, die nicht eindeutig erblich bedingt ist, kann man nicht vorhersagen. Das größte Erkrankungsrisiko ist das Alter ist. Es gibt zwar einen Bluttest, mit dem zumindest eine gewisse Disposition für Alzheimer herausgefunden werden kann. Allerdings kann dieser Test auf die Apolipoprotein-Variante apoE4 nichts darüber aussagen, ob ein Mensch tatsächlich eine Alzheimer-Krankheit entwickelt oder wann. Auch wenn einige Menschen wissen möchten, ob sie in ihrem späteren Leben die Alzheimer-Krankheit bekommen - diese Art der Vorhersage ist bei der sporadischen Alzheimer-Form bislang nicht möglich. Bei der Auswahl von Probanden für wissenschaftliche Studien wird die Bestimmung der apoE-Variante häufig eingesetzt.

Die Alzheimer-Krankheit kann nicht diagnostiziert werden, solange keine Symptome aufgetreten sind. Bislang wird ein Verdacht auf eine Alzheimer-Erkrankung mit psychometrischen Tests (s.u.) sowie Labordiagnostik und bei Bedarf auch mit bildgebenden Verfahren oder einer Liquordiagnostik überprüft. In Zukunft könnte ein Bluttest auch schon früher Gewissheit bringen. Solche Diagnoseverfahren sind aber noch in der Entwicklung.

Es gibt verschiedene psychometrische Tests, mit denen die Gedächtnisleistung, die Aufmerksamkeit, Konzentration und Wahrnehmungsfähigkeit gemessen werden können. Die Tests gehören immer in ärztliche Hände. Sie beinhalten unter anderem den meist eingesetzten MMST (Mini-Mental Status Test), den Uhrentest, den DemTect (Demenz-Detektion-Test) sowie einen Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD).

Der komplexere ADAS-cog-Test (Alzheimer’s Disease Assessment Scale Cognitive Test) wird eher bei Neurologen oder in klinischen Studien durchgeführt, um das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit zu bestimmen.

Sinnvoll ist immer eine Kombination verschiedener Tests, um die Aussagefähigkeit zu erhöhen. Für eine gesicherte Diagnose ist meist eine Überweisung zum Neurologen erforderlich. Dort stehen eher als beim Hausarzt neuropsychologische Tests, eine ausführliche neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren zur Verfügung.

Ursachen

Der Begriff „Demenz“ ist der Oberbegriff für eine Gruppe von ähnlichen altersbedingten Beschwerden, die mit einer funktionsgestörten, verminderten Wahrnehmung einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz.

Das größte Alzheimer-Risiko ist das Alter. Deshalb steigt das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, mit zunehmendem Lebensalter dramatisch an. Von den 70- bis 75-Jährigen sind nur drei bis vier Prozent betroffen während es bei den über 90-Jährigen mehr als ein Drittel sind.

Dennoch gibt es auch andere Ursachen, die zu einer Demenz führen können. Bei der vaskulären Demenz kommt es aufgrund von Durchblutungsstörungen zu Schädigungen im Hirn. Auch eine Hirnverletzung, ein Hirntumor, eine Stoffwechselkrankheit oder der Missbrauch von Medikamenten und Alkohol können zu einer dementiellen Erkrankung führen.  

Im Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen informieren wir über die häufigsten dementiellen Erkrankungen.

Apoptose wird auch „programmierter Zelltod“ genannt. Damit sind Zellen gemeint, die „Selbstmord“ begehen. Während der Apoptose werden Gene aktiviert, die „Killer-Proteine“ freisetzen. Der genaue Vorgang ist noch nicht hinreichend erforscht.

Der programmierte Zelltod kann den Organismus schützen. Durch die Apoptose werden Zellen zerstört, die für den Körper gefährlich sind (zum Beispiel Zellen mit DNA-Schäden, die zu Krebs führen könnten).

Studien haben gezeigt, dass Nervenzellen im Gehirn von Alzheimer-Patienten durch Apoptose sterben. Dies könnte durch die für Alzheimer typischen Beta-Amyloid-Ablagerungen hervorgerufen werden. Deshalb forschen viele Wissenschaftler nach Wegen, um die Apoptose bei der Alzheimer-Krankheit zu stoppen.

Charakteristisch für die Alzheimer-Krankheit sind zwei verschiedene Eiweißablagerungen in und zwischen den Nervenzellen im Gehirn: Beta-Amyloid-Plaques und Tau-Fibrillen. Beta-Amyloid ist das Fragment eines Proteins, das aus einem größeren Protein mit dem Namen APP (Amyloid-Vorläufer-Protein) herausgeschnitten wird. Im gesunden Gehirn werden diese Fragmente zersetzt und vernichtet. Bei der Alzheimer-Krankheit aber häufen sie sich zu harten, unauflöslichen Plaques an.

Tau-Fibrillen bestehen dagegen aus unauflöslichen, gedrehten Fasern, die sich im Innern von Hirnzellen finden. Sie bestehen überwiegend aus dem sogenannten Tau-Protein, das Teile einer Struktur formt, die man Mikro-Tubuli (Röhrchen) nennt. Mikro-Tubuli helfen beim Transport von Nährstoffen und anderen wichtigen Substanzen von einem Teil der Nervenzelle zu einem anderen. Bei der Alzheimer-Krankheit ist das Tau-Protein abnormal und die mikro-tubularen Strukturen werden beeinträchtigt.

Sowohl Beta-Amyloid-Plaques als auch Tau-Fibrillen stören die Kommunikation in und zwischen den Nervenzellen und tragen so zu den Symptomen der Krankheit bei. Die Ursachen und Mechanismen dieser Prozesse sind Gegenstand der aktuellen Alzheimer-Forschung.

Besonders bei älteren Menschen kann es nach einer Operation mit Vollnarkose zu einer sogenannten „postoperativen kognitiven Dysfunktion“ (kurz: POCD) kommen. Die Beeinträchtigung des Gedächtnisses kann einige Wochen oder gar Monate andauern. Die Frage, ob Narkosen das Risiko erhöhen, in Zukunft eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, wird kontrovers diskutiert. Die bisherige Datenlage zeigt keinen Zusammenhang zwischen der Entwicklung einer Alzheimer-Krankheit und vorausgegangener Narkose. Es stellt sich die Frage, ob die operierten Patienten nicht grundsätzlich aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko aufwiesen, eine Alzheimer-Krankheit zu entwickeln. Dazu können Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Bewegungsmangel und niedrigerer Bildungsgrad gehören.

Unbestritten ist, dass andere Erkrankungen und insbesondere entzündliche Prozesse und eine Sepsis die kognitiven Funktionen deutlich verschlechtern und auch nach Ausheilung dieser Erkrankungen eine kognitive Verschlechterung im Vergleich zum Ausgangsniveau vor der Erkrankung häufig zu beobachten ist. Die derzeitige Datenlage legt daher nahe, dass nach Vollnarkose und Operation die Entwicklung einer Demenz nicht wegen der Vollnarkose häufiger als bei nicht operierten Patienten beobachtet wird, sondern wegen der bestehenden Komorbiditäten (Begleiterkrankung) und hier wiederum insbesondere wegen entzündlicher Prozesse, die peri- und postoperativ gehäuft auftreten.

Auch durch Langzeit-Alkoholismus kann das Gehirn schrumpfen. So entwickeln zum Beispiel einige schwere Trinker eine Form der Hirnschädigung, die „Wernicke-Korsakow-Syndrom“ genannt wird. Sie können sich an Ereignisse erinnern, die geschehen sind, bevor das Syndrom aufgetreten ist, aber sie vergessen neue Informationen oft innerhalb weniger Sekunden.

Nur etwa ein Prozent aller Alzheimer-Fälle ist eindeutig erblich bedingt. Es sind bisher drei Gene bekannt, die für die vererbbare Form der Alzheimer-Krankheit verantwortlich sind. Wenn eines dieser Gene Mutationen aufweist, bricht die Alzheimer-Krankheit in jedem Fall aus. Betroffene erkranken in der Regel sehr früh, zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr. Die Krankheit wird autosomal-dominant vererbt, das heißt, wenn ein Elternteil betroffen ist, besteht eine fünfzigprozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Kinder ebenfalls erkranken. Diese vererbbare Form wird auch „familiäre“ Alzheimer-Krankheit genannt.

Die altersbedingte Alzheimer-Krankheit macht 99 Prozent aller Fälle aus. Das größte Erkrankungsrisiko ist das Alter. Die Symptome beginnen meistens erst ab dem 65. Lebensjahr. Allerdings scheint es auch hier einen genetischen Einfluss zu geben. Die Veränderung des Genes Apolipoprotein Epsilon 4 (ApoE4) erhöht das Erkrankungs-Risiko, auch wenn es nicht zum sicheren Ausbruch führt. Es wurden weitere Gene identifiziert, die das Alzheimer-Risiko erhöhen können. Die altersbedingte Alzheimer-Krankheit wird auch „sporadisch“ Alzheimer-Krankheit genannt.

Das „Memory and Aging Project“ der Rush Universität in Chicago begleitet mehr als 1.000 Senioren. Die im Rahmen des Projekts durchgeführten Studien weisen darauf hin, dass Menschen, die zu psychischem Stress neigen, mit einer zwei bis zweieinhalb Mal höheren Wahrscheinlichkeit die Alzheimer-Krankheit entwickeln als Menschen, die nicht so stressanfällig sind. Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass eine aktive und sozial integrierte Lebensweise in höheren Lebensjahren vor der Alzheimer-Krankheit schützt – vielleicht, weil eine solche Lebensweise hilft, Stress zu reduzieren.

Das Hauptrisiko, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, ist das Lebensalter. Einige Studien haben aber gezeigt, dass die Zahl der Alzheimer-Neuerkrankungen bei Frauen insgesamt etwas höher ist. Eine mögliche Erklärung dafür könnte sein, dass Frauen mit der Alzheimer-Krankheit länger überleben können als Männer. Zudem haben Männer eine niedrigere Lebenserwartung. Rein statistisch gesehen sterben einige Männer an anderen Ursachen, bevor erste Symptome einer möglichen Alzheimer-Krankheit sich entwickeln können.

Das Interesse an einem möglichen Zusammenhang zwischen der Alzheimer-Krankheit und Aluminium entstand, als bei Autopsien der Gehirne von verstorbenen Alzheimer-Patienten festgestellt wurde, dass diese erhöhte Aluminium-Konzentrationen aufwiesen. Italienische Wissenschaftler konnten 2013 zudem zeigen, dass bei Menschen mit Alzheimer das Eiweiß Ferritin auch Aluminium enthält.

Diese Forschungsergebnisse sagen aber nichts über ein Verhältnis von Ursache und Wirkung aus. Versuche mit Mäusen, denen Aluminium verabreicht wurde, führten beispielsweise nicht zum Ausbruch der Alzheimer-Krankheit bei diesen Tieren. Der gestiegene Aluminiumgehalt muss also keine Rolle in der Entwicklung der Alzheimer-Krankheit spielen, sondern könnte auch eine Konsequenz sein. Hier sind weitere Studien erforderlich. Darauf verweist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR. Das BfR stellt fest: „Ein kausaler Zusammenhang von erhöhter Aluminiumaufnahme und dem Auftreten von Brustkrebs bzw. der Alzheimer-Krankheit konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden.“

Grenzwert ist laut EU ein Milligramm Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht in der Woche. Für den Verbraucher ist das nur schwer einzuschätzen. Neben der Aufnahme über die Nahrung, wird Aluminium auch über aluminiumhaltige Kosmetika, wie Antitranspirantien oder Cremes, dem Körper zugeführt. Hier empfiehlt das BfR: „Die Aluminiumaufnahme durch Antitranspirantien wird vor allem dadurch gesenkt, indem diese nicht unmittelbar nach der Rasur bzw. bei geschädigter Achselhaut auf die Haut aufgebracht werden. Zudem sind Deodorantien ohne Aluminiumsalze im Handel erhältlich.“

Das Gehirn kann mit einem Muskel verglichen werden, der trainiert werden muss, um in guter Form zu bleiben. Ständig bildet das Gehirn neue Verbindungen zwischen Nervenzellen und verliert solche, die nicht genutzt werden. Je besser die Verbindungen sind, umso eher kann ein Untergang von Nervenzellen kompensiert werden. Eine Garantie, deshalb nicht an Alzheimer zu erkranken, gibt es aber leider nicht.

Grundsätzlich können Sie mit den folgenden einfachen Mitteln regelmäßig Ihr Gedächtnis trainieren: Merken Sie sich Telefonnummern, lösen Sie Rätsel, lesen Sie Zeitung, machen Sie Karten- oder Brettspiele und nehmen Sie aktiv am gesellschaftlichen Leben teil.

Weitere Anregungen, wie Sie Ihr Alzheimer-Risiko senken können, finden Sie in unserer Broschüre Alzheimer vorbeugen. Gesund leben - gesund altern, die Sie kostenfrei bestellen können.

Es fehlt bislang jeder wissenschaftliche Nachweis, dass die Alzheimer-Krankheit beim Menschen ansteckend ist. Demnach ist kein spezieller Schutz im täglichen Umgang mit Patienten oder in der Pflege nötig.

Dennoch wird die Frage nach einer möglichen Ansteckung in der Grundlagenforschung nicht ausgeklammert. Versuche mit genetisch veränderten Mäusen legen nahe, dass die Alzheimer-Krankheit unter Laborbedingungen übertragen werden kann. Forschungsergebnisse des Nobelpreisträgers Stanley Prusiner werfen darüber hinaus die Frage auf, ob die Alzheimer-Krankheit auch durch synthetisches Beta-Amyloid ausgelöst werden kann. Diese Ergebnisse sind aber nicht auf den Menschen anwendbar.

Die Alzheimer-Krankheit ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz. Die neurologische Forschung und Wissenschaft kennt insgesamt jedoch über 50 verschiedene Demenzformen, die häufig auch als Mischformen auftreten.

Rund 15 Prozent aller Demenzen sind vaskuläre Demenzen, die aufgrund einer Störung der Blutversorgung im Gehirn entstehen. Ursache ist entweder ein gerissenes Blutgefäß (Hirnblutung) oder ein Blutgerinnsel (Hirninfarkt). In beiden Fällen wird Hirngewebe zerstört.

Abnorme Verdichtungen von Hirnzellen führen ebenfalls zu einer Demenz. Diese Form ist bekannt unter dem englischen Begriff „Dementia with Lewy-Bodies“ (deutsch: „Demenz mit Lewy-Körperchen“). Ihre Symptome ähneln denen der Parkinson- und der Alzheimer-Krankheit. Die Ursache dieser Demenzform ist bislang unbekannt. Die Schätzungen, wie viele Menschen von der Demenz mit Lewy-Körperchen betroffen sind, unterscheiden sich stark. Sie ist vermutlich die dritthäufigste Form.

Die frontotemporale Demenz (FTD) tritt etwas seltener auf als die Demenz mit Lewy-Körperchen. Bei ihr sind im Gehirn der Stirn- bzw. Schläfenlappen betroffen. Die FTD entwickelt sich genau wie die Alzheimer-Krankheit langsam und fortschreitend. Zu den Symptomen und Begleiterscheinungen zählen u.a. Zappeln und Ruhelosigkeit, zwanghaftes Triebverhalten, Impulsivität, nachlassende Körperpflege, langsamer Verlust der Sprache. Fast die Hälfte der FTD-Patienten haben einen Elternteil, einen Bruder oder eine Schwester, die an einer Form der Demenz leiden.

Weitere Informationen finden Sie in unserem Ratgeber Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen, den Sie kostenfrei bestellen können.

Symptome

Mit zunehmendem Alter beklagen sich Menschen häufiger über Gedächtnisprobleme. Eine leichte Vergesslichkeit und eine „langsamere“ Erinnerung gehören aber zum normalen Alterungsprozess. Ältere Menschen brauchen einfach mehr Zeit, um Neues zu lernen oder sich an Altes zu erinnern. Jeder vergisst zum Beispiel manchmal, wohin er seine Autoschlüssel gelegt hat. Menschen mit Alzheimer können sich aber nicht mehr erinnern, wofür der Schlüssel überhaupt ist. Vergesslichkeit bedeutet also, dass man sich an ein bestimmtes Detail einer Begebenheit nicht erinnert, während bei einer Demenz das komplette Geschehen aus dem Gedächtnis verschwunden ist.

Gedächtnisprobleme können ein Zeichen der Alzheimer-Krankheit sein, müssen es aber nicht. Deshalb ist es generell wichtig, diese von einem Arzt untersuchen kann. Nur er kann feststellen, was die Ursache der Vergesslichkeit ist.

Es gibt aber auch andere Beschwerden, die zur Entwicklung von Gedächtnisproblemen und Demenzen beitragen können wie Infektionen, Drogenmissbrauch, Stoffwechselstörungen und Ernährungsunregelmäßigkeiten, Gehirntumore, Depression oder eine andere progressive Erkrankungen wie die Parkinson-Krankheit.

Im letzten Stadium der Krankheit sind die Alzheimer-Patienten rund um die Uhr pflegebedürftig. Das Langzeitgedächtnis schwindet, das Sprachvermögen beschränkt sich auf wenige Worte, vertraute Personen werden nicht mehr erkannt. Das Kauen, Schlucken und Atmen fällt zunehmend schwerer, hinzukommen Harn- und Stuhlinkontinenz. Aufgrund der mangelnden Abwehrfähigkeit ihres Immunsystems leiden Alzheimer-Patienten in diesem Stadium häufig an einer Lungenentzündung, an Infektionen oder anderen Krankheiten. Dieses letzte Stadium führt schließlich zum Tod.

Aggression und Gewalttätigkeit können zu einer Demenz gehören. Sie entstehen aus vielen Gründen. Die Krankheit stellt extreme Anforderungen an den Patienten. Auch eine Psychose und/oder Persönlichkeitsmerkmale, die sich bereits vor dem eigentlichen Ausbruch der Krankheit zeigen, können zu Aggressivität führen. Während körperliche Gewalt relativ selten vorkommt, treten verbale Aggressionen oder Streitlust in der Regel häufiger auf. Demenzkranke Menschen werden zeitweise depressiv, sind frustriert, oder können ihre Defizite nicht so klar erkennen wie der Pflegende. Zudem gehen Demenzkranke auch durch eine lange Phase des Trauerns, was ebenfalls Wut beinhalten kann.

Behandlung

Die Pharmakotherapie richtet sich primär auf die Linderung der Alzheimer-Symptome und die Behandlung möglicher Begleiterkrankungen. Die geistige Leistungsfähigkeit der Patienten soll verbessert und ihre Alltagsbewältigung erleichtert werden, zudem sollen mögliche Verhaltensauffälligkeiten oder Depressionen gemildert werden. Welche Wirkung – also auch Neben- oder Wechselwirkungen – Medikamente haben, ist individuell verschieden. Denn so wie sich die Bedürfnisse des Erkrankten mit dem Krankheitsverlauf verändern, so kann sich die Verträglichkeit von Mitteln ändern.

  • Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik zur Behandlung.

Nicht-medikamentöse Therapien können helfen, die Teilnahme der Patienten am gesellschaftlichen Leben so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, positive Auswirkungen auf die Gemütslage sind ebenfalls dokumentiert. Die Behandlung wird je nach Symptomatik und Grad der Erkrankung durch geschulte Therapeuten eingesetzt.

  • Lesen Sie dazu mehr in unserer Rubrik zur Behandlung.

Rat & Hilfe

Der erste Ansprechpartner bei Gedächtnisproblemen ist der Hausarzt, der den Patienten dann eventuell an einen Neurologen, einen Psychiater oder an eine Gedächtnissprechstunde überweist. Gedächtnissprechstunden, auch Memory-Kliniken genannt, sind an Krankenhäuser angeschlossene Abteilungen, die sich auf Hirnleistungsstörungen spezialisiert haben.

Eine Liste mit Gedächtnissprechstunden finden Sie hier.

Der Wunsch nach Nähe und Zärtlichkeit besteht auch im Alter fort. Dennoch wird das Thema „Sex im Alter“ in der Gesellschaft noch immer als Tabuthema behandelt. Eine weitere tabuisierende Komponente kommt hinzu, wenn einer der Partner an Alzheimer erkrankt ist.

Der gesunde Partner muss in vielerlei Hinsicht phasenweise Abschied nehmen von dem bekannten Menschen durch die fortschreitende Veränderung infolge von Alzheimer. Dadurch verändert sich auch die gemeinsame Intimität.

Es gibt keinen Leitfaden, wie sich das Sexualverhalten bei Alzheimer-Patienten mit der Zeit entwickelt. Es kann sein, dass die Lust völlig nachlässt, wieder erwacht oder aber eine sexuelle Enthemmung eintritt. Vorstellungen, Neigungen und Wünsche, die vor der Erkrankung unterdrückt wurden, können offen zu Tage treten und wollen dann vielleicht ausgelebt werden. Die Veränderungen können ein geändertes Rollenverhältnis innerhalb der Paarbeziehung nach sich ziehen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Patienten im Pflegeheim Zärtlichkeiten mit vermeintlich Fremden austauschen.

Die Diagnose Alzheimer kann auch einen Einschnitt in der Sexualität des Betroffenen nach sich ziehen. Da Alzheimer-Patienten Lust empfinden und in einigen Fällen eine sexuelle Enthemmung beobachtet werden kann, hört auch in Pflegeeinrichtungen die Sexualität nicht auf.

Das stellt eine große Herausforderung für die Pflegeeinrichtungen dar, mit der derzeit unterschiedlich umgegangen wird. In vielen Heimen wird das Thema Sexualität noch tabuisiert. Eine klare und übergreifende Leitlinie gibt es bislang nicht. Generell gilt: Wenn bei der Aufnahme eines Alzheimer-Patienten eine Sexualanamnese erfolgt, kann dies die Betreuung erleichtern, da sich Ärzte und Pflegekräfte besser auf den Patienten einstellen können. Dies erfordert aber die nötigen Strukturen – vor allem ein geschultes Personal.

Da bei Menschen mit Alzheimer zunächst das Kurzzeitgedächtnis und das Gedächtnis für die nähere Vergangenheit Schwierigkeiten bereiten, beruft sich diese Frau wahrscheinlich auf lange zurückliegend erlernte Worte und Reime.

Viele Menschen mit Alzheimer stellen immer wieder dieselbe Frage, ob zur Vergewisserung oder als Ausdruck einer bestimmten Sorge. Sätze, Redensarten und sogar Gedichte werden oft wiederholt. Manchmal neigt ein Patient auch dazu, die gleiche Tätigkeit immer wieder durchzuführen, wie Regale abstauben oder Schuhe putzen. Dies ist meist kein Grund zur Beunruhigung, sondern eher ein Zeichen dafür, dass der Patient eine Beschäftigung gefunden hat, die ihm gut gefällt oder gut gelingt.

Bringen Sie alle medizinischen Unterlagen mit zu Ihrem Arzttermin sowie eine Liste der Medikamente, die Sie aktuell einnehmen. Wenn Sie die Namen der Medikamente nicht wissen, nehmen Sie die Medikamentenverpackung mit. Ein Medikament oder auch die Kombination bestimmter Medikamente kann manchmal ähnliche Symptome hervorrufen, wie die Alzheimer-Krankheit. Da die Zeit beim Arztbesuch oftmals knapp bemessen ist, sollten Sie auch eine Liste der Symptome und Beschwerden anfertigen. So vergessen Sie nichts, worauf Sie den Arzt ansprechen möchten.

In der Pflegeversicherung gibt es seit dem 1. Januar 2017 einige Neuerungen. Statt wie bisher drei Pflegestufen gibt es jetzt fünf Pflegegrade. Damit soll den unterschiedlichen Bedürfnissen von pflegebedürftigen Menschen besser Rechnung getragen werden. Der Pflegebedürftigkeitsbegriff wurde erweitert. Als pflegebedürftig gelten nicht mehr nur Menschen mit körperlichen Einschränkungen, sondern auch geistig oder psychisch beeinträchtigte Patienten. Menschen mit einer Alzheimer-Erkrankung oder einer anderen Demenz bekommen damit mehr Leistungen aus der Pflegeversicherung. Gemessen wird die Pflegebedürftigkeit nicht mehr wie bisher am Zeitaufwand, der für Hilfestellungen nötig ist. Entscheidend ist nun, wie selbstständig eine Person ist.

Es gibt eine ganze Reihe von Institutionen, die Ihnen weiterhelfen können. Eine Liste mit überregionalen Stellen finden Sie in unserer Rubrik „Hilfreiche Adressen“. Dort haben Sie Zugriff auf die Datenbank des Wegweisers Demenz - einem Angebot des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Wenn Sie einen Menschen mit Alzheimer pflegen, kann die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe für pflegende Angehörige sehr hilfreich sein. Pflegende Angehörige sind einer hohen Belastung ausgesetzt und haben ein erhöhtes Risiko dadurch selbst krank zu werden. Der Austausch von Erfahrungen und der aktive Kontakt zu anderen Betroffenen kann Frustration oder Ängste mindern. Angehörigen-Selbsthilfegruppen finden Sie in vielen Städten und Gemeinden. Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft (DAlzG) betreibt bundesweit Angehörigen-Selbsthilfegruppen. Das Alzheimer-Telefon der DAlzG erreichen Sie unter 01803-171017 (€ 0,09 pro Minute), Sprechzeiten: Mo-Do 9-18 Uhr, Fr 9-15 Uhr.

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