Nach der Demenz-Diagnose:
Was jetzt wichtig ist

Wenn ein Mensch die Diagnose Demenz erhält, verändert sich das Leben auch für die Menschen, die ihm nahestehen.

Das gewohnte Miteinander verändert sich – im Alltag, in den Gedanken und in den Gefühlen.

Gerade am Anfang ist vieles unübersichtlich. Es gibt Fragen zur Erkrankung, zur Zukunft, zur Pflege und zur eigenen Rolle.

Diese Seite hilft Ihnen, die nächsten Schritte zu ordnen und Unterstützung zu finden.

Was die Diagnose Demenz bedeutet

Eine Demenz-Diagnose bringt oft beides mit sich: Klarheit und Verunsicherung.

Sie kann erklären, warum sich ein Mensch verändert hat. Zugleich macht sie deutlich, dass sich der Alltag verändern wird. Es hilft, die neue Situation Schritt für Schritt einzuordnen und sich dafür Zeit zu geben.

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form, daneben gibt es weitere Demenzformen.

Welche Symptome im Vordergrund stehen und wie sich die Erkrankung entwickelt, ist individuell verschieden. Deshalb ist es wichtig, sich die Diagnose in Ruhe erklären zu lassen und offene Fragen mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen.

Niemand muss sofort alles wissen

Wenn ein Mensch die Diagnose Demenz erhält, sind es meist Partnerinnen, Partner oder erwachsene Kinder, die ihm zur Seite stehen und helfen möchten. Häufig übernimmt eine Person nach und nach besonders viel Verantwortung.

Eine Demenz-Diagnose ist ein Wendepunkt, aber meist verändert sich nicht alles auf einmal. Demenzerkrankungen wie Alzheimer entwickeln sich in der Regel schleichend.

Viele Fähigkeiten bleiben zunächst erhalten, und es gibt Zeit, die neue Situation zu verstehen, sich zu informieren und die nächsten Schritte zu planen. 

Niemand muss von Anfang an alles über Demenz wissen. Doch Wissen kann helfen, Unsicherheit zu verringern: über die Erkrankung, mögliche Veränderungen, den Umgang im Alltag und Unterstützungsangebote.

Mit der Zeit lernen Angehörige, Veränderungen besser einzuordnen, Unterstützung zu organisieren und herauszufinden, was dem erkrankten Menschen und ihnen selbst im Alltag guttut.

Erste Schritte nach der Demenz-Diagnose

Nach der ersten Einordnung hilft es, die nächsten Schritte zu sortieren. Nicht alles muss sofort geregelt werden, aber einige Dinge sollten früh angestoßen werden. Dazu gehört, die Diagnose und die Form der Demenz genau zu verstehen, offene Fragen mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen und sich über Behandlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren.

Auch rechtliche und praktische Fragen sollten nicht zu lange aufgeschoben werden. Solange der erkrankte Mensch Entscheidungen selbst treffen kann, können Wünsche für die Zukunft gemeinsam besprochen und wichtige Unterlagen vorbereitet werden. Dazu gehören zum Beispiel Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Bankvollmacht und Fragen zur späteren Pflege.

Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite zur rechtlichen Vorsorge bei Demenz.

Hilfreich ist außerdem, früh ein Unterstützungsnetzwerk aufzubauen. Wer aus der Familie, dem Freundeskreis oder der Nachbarschaft kann helfen? Welche Beratungsstellen gibt es vor Ort? Welche Entlastungsangebote könnten später wichtig werden? Wer sich früh informiert, muss nicht alles sofort entscheiden – ist aber besser vorbereitet, wenn sich die Situation verändert.

Aktiv bleiben und den Alltag gestalten

Auch mit einer Demenzerkrankung gibt es vieles, das weiterhin möglich ist. Bewegung, soziale Kontakte, vertraute Aufgaben und geistige Anregung können guttun und die Hirngesundheit unterstützen. Sie können dazu beitragen, das Wohlbefinden zu stärken und vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

Was guttut, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Manche lieben Spaziergänge oder gemeinsame Radtouren, andere sind gern im Garten oder machen Musik. Auch kleine Aufgaben im Haushalt, gemeinsames Kochen oder Backen können wertvoll sein, so lange sie Spaß machen und niemanden überfordern.

Wichtig ist, die erkrankte Person nicht vorschnell zu entlasten. Viele Menschen mit Demenz möchten weiter etwas beitragen und ihr Leben mitgestalten. Entscheidend ist dabei nicht, dass alles wie früher gelingt. Entscheidend ist, dass Tätigkeiten Freude machen, Orientierung geben und zur Person passen.

Weitere Anregungen finden Sie auf unserer Seite zum Umgang mit Menschen mit Demenz im Alltag.

Unterstützung suchen, bevor es zu viel wird

Viele Angehörige möchten zunächst möglichst viel selbst schaffen. Das ist verständlich. Auf Dauer kann die Begleitung eines Menschen mit Demenz jedoch sehr belastend werden – besonders, wenn sich Aufgaben im Alltag verändern, Nächte unruhiger werden oder Entscheidungen schwerfallen.

Deshalb ist es sinnvoll, Unterstützung früh zu suchen und nicht erst dann, wenn die Belastung zu groß wird. Beratungsstellen, Pflegeberatung, Angehörigengruppen oder Betreuungsangebote können helfen, die Situation besser einzuschätzen und nächste Schritte zu planen.

Auch Gespräche mit Familie, Freundeskreis oder Nachbarschaft können entlasten. Oft hilft es, konkrete Aufgaben anzusprechen: Wer kann regelmäßig vorbeikommen? Wer begleitet zu einem Termin? Wer übernimmt Einkäufe oder bleibt einmal bei der erkrankten Person, damit Angehörige Zeit für sich haben?

Unterstützung anzunehmen bedeutet nicht, Verantwortung abzugeben. Sie kann helfen, die Begleitung langfristig gut zu gestalten – für den Menschen mit Demenz und für die Angehörigen.

Einen Überblick über die wichtigsten  Betreuungsangebote bei Demenz finden Sie hier.

Weitere Unterstützung für Angehörige

Der Alltag mit Demenz verändert sich immer wieder. Viele Angehörige fühlen sich dabei unsicher oder erschöpft. Unser kostenloser Online-Pflegekurs begleitet Angehörige mit verständlichen Informationen und praktischen Anregungen.

Mehr zum Pflegekurs

Oder lesen Sie unseren kostenlosen Ratgeber „Für Menschen mit Demenz da sein“.


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