Studie mit Mutationsträgern: Alzheimer-Wirkstoffe Solanezumab und Gantenerumab scheitern

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  |   Forschung

Erneuter Rückschlag in der Alzheimer-Forschung: In einer Studie mit Menschen, die genetisch bedingt an Alzheimer erkranken werden, sind die Wirkstoffe Solanezumab und Gantenerumab gescheitert.

Weder die Probanden, die Solanezumab noch die Probanden, die Gantenerumab erhielten, zeigten Vorteile gegenüber der Placebogruppe. Die Studie war 2013 gestartet worden. Detaillierte Ergebnisse sollen im Rahmen der Fachkonferenz AAT-AD/PD Anfang April in Wien veröffentlicht werden.

Die beiden Wirkstoffe sollten jeweils auf Grundlage einer passiven Immunisierung ihre Wirkung entfalten. Es handelt sich um Antikörper, die sich gegen das für die Alzheimer-Krankheit charakteristische Beta-Amyloid richten. Aus diesem Protein bestehen Ablagerungen im Gehirn, die mit der Zerstörung der Nervenzellen in Verbindung gebracht werden. Solanezumab war zuvor bereits in einer Phase-3-Studie mit Alzheimer-Patienten im Frühstadium gescheitert. Gantenerumab wird derzeit noch in zwei großen Phase-3-Studien getestet. Die Studien sollen laut Mitteilung des verantwortlichen Pharmaunternehmens F. Hoffmann-La Roche dennoch weitergeführt werden. Ergebnisse werden frühestens 2022 erwartet.

Die Probanden stammten aus dem DIAN-Netzwerk (Dominantly Inherited Alzheimer Network). In dieses Netzwerk können Menschen mit einer von drei seltenen Genmutationen aufgenommen werden, die auf jeden Fall die Alzheimer-Krankheit auslösen. Im Rahmen des Netzwerks werden die Teilnehmer regelmäßig untersucht und haben die Möglichkeit, an Studien teilzunehmen. Auf diese Mutationen gehen zwar nur etwa 0,5 bis ein Prozent aller Alzheimer-Fälle zurück, dennoch sind sie für die Forschung von großem Interesse. Hintergrund ist, dass die Alzheimer-Krankheit bereits etwa zwei Jahrzehnte vor dem Auftreten der ersten Symptome mit Veränderungen im Gehirn ihren Anfang nimmt. Da die Früherkennung noch nicht soweit ausgereift ist, können Studien mit den restlichen 99,5 Prozent der Alzheimer-Patienten aber erst beginnen, wenn erste Symptome auftreten. Dies könnte für Wirkstoffe bereits zu spät sein. Mutationsträger können dagegen bereits früher behandelt werden.

Wir sind nicht an der Entwicklung und der Erprobung der Wirkstoffe Solanezumab und Gantenerumab beteiligt.

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