Mini-Mental-Status Test (MMST/MMSE):
Ablauf & Auswertung
Der Mini-Mental-Status-Test (MMST), auch Mini-Mental State Examination (MMSE), ist ein international anerkannter, standardisierter und weit verbreiteter 30-Punkte-Test zur Einschätzung der geistigen Leistungsfähigkeit.
Ärztinnen und Ärzte setzen den Test ein, wenn bei Patientinnen oder Patienten erste mögliche Anzeichen einer Demenz vorliegen, etwa Gedächtnisprobleme oder Orientierungsschwierigkeiten.
Der MMST umfasst einfache Aufgaben zur Orientierung, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, Sprache und visuell-räumlichem Denken.
Wichtig: Der MMST ist Teil einer umfassenden Demenzdiagnostik, eine eindeutige Diagnose ist allein anhand des Testergebnisses nicht möglich.

AFI
Wie läuft der MMST ab?
Der Mini-Mental-Status-Test besteht aus einfachen Fragen und Aufgaben, die alltägliche Denkprozesse abbilden sollen.
Die Testperson soll sich beispielsweise drei Begriffe merken, einfache Rechenaufgaben lösen oder das aktuelle Datum nennen. Auch das Benennen von Gegenständen oder das Zeichnen einer Figur gehören dazu.
Typisch für die Aufgaben und Fragen ist, dass sie von Menschen ohne kognitive Einschränkungen meist mühelos beantwortet werden können, während Menschen mit einer beginnenden Demenz sich mit der Beantwortung deutlich schwerer tun.
Das etwa 10- bis 15-minütige Interview wird ausschließlich von Ärztinnen und Ärzten beziehungsweise geschultem medizinischen Fachpersonal durchgeführt, zum Beispiel in einer Hausarztpraxis, einer neurologischen Praxis oder einer Gedächtnisambulanz.
In Gedächtnisambulanzen arbeiten Fachleute, die auf die Abklärung von Gedächtnisstörungen spezialisiert sind. Sie führen meist mehrere Untersuchungen durch, um eine fundierte Einschätzung zu ermöglichen.

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Was wird im Mini-Mental-Status-Test geprüft?
Der MMST erfasst mehrere Bereiche der geistigen Leistungsfähigkeit. Dazu gehören:
- Orientierung:
Fragen zum Datum, Wochentag, Jahreszeit und zum Ort der Untersuchung. - Merkfähigkeit / Lernen:
Die Testperson soll sich drei Begriffe merken und unmittelbar wiederholen. - Aufmerksamkeit und Rechenfähigkeit:
Zum Beispiel durch Rückwärtszählen von 100 in 7er-Schritten oder Buchstabieren eines Wortes rückwärts. - Erinnerung:
Später im Test werden die zuvor genannten Begriffe erneut abgefragt. - Sprache und Konstruktionsfähigkeit:
Zum Beispiel Gegenstände benennen, Satz nachsprechen, Schreiben, Nachzeichnen von Figuren.
Auswertung des MMST
Der MMST wird mit maximal 30 Punkten bewertet. Für jede korrekt beantwortete Frage oder erfüllte Aufgabe gibt es einen Punkt. Je niedriger die Gesamtpunktzahl, desto stärker sind die kognitiven Einschränkungen ausgeprägt.
Die Einordnung der Punktzahl erfolgt wie folgt:
- 27–30 Punkte: Unauffällige kognitive Leistung
- 25–26 Punkte: Mögliche leichte kognitive Störung (MCI).
- 21–24 Punkte: Hinweise auf eine leichte Demenz
- 10–20 Punkte: Hinweise auf eine mittelschwere Demenz
- Unter 10 Punkte: Hinweise auf eine schwere Demenz
Lesen Sie dazu auch unsere Broschüre

Grenzen des MMST
Der MMST ist eine erste Orientierung, keine sichere Diagnose. Bildungsniveau, Muttersprache, psychische Belastungen oder andere Erkrankungen können das Ergebnis beeinflussen.
So kann es beispielsweise vorkommen, dass Menschen mit einem sehr hohen Bildungsniveau trotz beginnender Demenz die volle Punktzahl erreichen, während andere, aufgrund geringerer Bildung oder Sprachbarrieren schlechter abschneiden, ohne an Demenz erkrankt zu sein. Auch wird von Menschen mit einer Depression häufig nicht die volle Punktzahl erreicht, obwohl sie keine Demenz haben.
Ebenso kann der MMST bei bestimmten Demenzformen wie der Frontotemporalen Demenz oder der Lewy-Körperchen-Demenz unauffällig ausfallen, obwohl kognitive Veränderungen bestehen. Nicht zuletzt können auch Tagesform oder persönliche Anspannung eine Rolle spielen. Daher ist eine umfassende Diagnostik sehr wichtig.
Ein auffälliges Ergebnis wird immer im Zusammenhang mit weiteren Untersuchungen bewertet, zum Beispiel mit weiteren Tests (MoCA, DemTect) oder bildgebenden Verfahren.
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Autorin
Dr. Anne Pfitzer-Bilsing
hat sich nach ihrem Studium der Biochemie an der Uni Düsseldorf während ihrer Doktorarbeit auf Amyloide spezialisiert. Seit 2024 leitet sie bei der AFI die Abteilung Wissenschaft.





