MoCA-Test bei Demenz: Ablauf und Auswertung
Der MoCA-Test ist ein kurzer Test zur Einschätzung der geistigen Leistungsfähigkeit. Die Abkürzung steht für Montreal Cognitive Assessment.
Er wird eingesetzt, um leichte Veränderungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit oder anderer Denkfunktionen abzuklären, zum Beispiel Wortfindungsprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten oder Unsicherheiten bei komplexeren Alltagssituationen.
Der MoCA-Test kann Hinweise auf eine kognitive Beeinträchtigung geben. Ob eine Alzheimer-Erkrankung oder eine andere Demenz vorliegt, lässt sich damit allein nicht feststellen. Dafür sind immer weitere ärztliche Untersuchungen notwendig.

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Inhalt
Was ist der MoCA-Test und wann wird er eingesetzt?
Wie läuft der MoCA-Test ab und was wird geprüft?
Wie wird der MoCA-Test ausgewertet?
Warum gibt es verschiedene kognitive Kurztests?
Was ist der MoCA-Test und wann wird er eingesetzt?
Der MoCA-Test ist ein standardisierter kognitiver Kurztest. Er wurde entwickelt, um auch leichte kognitive Veränderungen zu erfassen. Deshalb kann er besonders dann hilfreich sein, wenn Menschen erste Gedächtnisprobleme oder andere Veränderungen ihrer geistigen Leistungsfähigkeit bemerken.
Die aktuelle S3-Leitlinie Demenzen nennt den MoCA als kognitiven Kurztest bei Verdacht auf Demenz. Bei Verdacht auf eine leichte kognitive Störung (MCI) wird der MoCA eher als der Mini-Mental-Status-Test empfohlen, weil er frühe kognitive Veränderungen empfindlicher erfassen kann. Kognitive Kurztests sind jedoch nur ein Baustein der Demenzdiagnostik.
Eingesetzt werden kann der MoCA-Test zum Beispiel, wenn jemand häufiger Dinge vergisst, sich schlechter konzentrieren kann, Probleme beim Planen hat oder Angehörigen Veränderungen im Alltag auffallen. Auch wenn ein kurzer Test unauffällig war, kann bei weiter bestehendem Verdacht eine ausführlichere Untersuchung sinnvoll sein.
Wie läuft der MoCA-Test ab und was wird geprüft?
Der MoCA-Test besteht aus mehreren kurzen Aufgaben, die nacheinander durchgeführt werden. Die Testperson beantwortet Fragen, merkt sich Begriffe, löst kleine Denkaufgaben und bearbeitet Aufgaben mit Papier und Stift.
Geprüft werden verschiedene Bereiche der geistigen Leistungsfähigkeit, darunter:
- Gedächtnis: Begriffe lernen und später wiedergeben
- Aufmerksamkeit und Konzentration: Informationen aufnehmen, behalten und verarbeiten
- Sprache: Begriffe benennen, Sätze nachsprechen oder Wörter finden
- Orientierung: Fragen zu Datum, Ort und aktueller Situation beantworten
- Räumliches Denken: Formen erkennen, zeichnen oder Zusammenhänge erfassen
- Planen und Umstellen: Aufgaben lösen, bei denen geistige Flexibilität gefragt ist
Die Durchführung dauert meist etwa 10 bis 15 Minuten. Sie sollte von Ärztinnen, Ärzten oder geschultem Fachpersonal übernommen werden. Wichtig ist, dass der Test nicht vorher geübt wird, da dies das Ergebnis verfälschen kann.

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Wie wird der MoCA-Test ausgewertet?
Beim MoCA-Test können insgesamt 30 Punkte erreicht werden. Für richtig gelöste Aufgaben werden Punkte vergeben. Am Ende entsteht ein Gesamtwert, der eine erste Einschätzung der kognitiven Leistungsfähigkeit ermöglicht.
Häufig wird ein Ergebnis unter 26 Punkten als auffällig beschrieben. Dieser Wert ist aber keine feste Diagnosegrenze. Die Punktzahl sollte immer im Zusammenhang mit Alter, Bildungsweg, Sprache, Testsituation und möglichen Begleiterkrankungen bewertet werden.
Was bedeutet ein auffälliger Wert?
Ein auffälliger MoCA-Wert zeigt, dass die Beschwerden weiter abgeklärt werden sollten. Er erklärt aber nicht die Ursache. Für die Einordnung zählen daher auch Beschwerden im Alltag, Medikamente, Vorerkrankungen und Beobachtungen von Angehörigen.
Warum gibt es verschiedene kognitive Kurztests?
Neben dem MoCA-Test werden auch andere kognitive Kurztests eingesetzt, zum Beispiel der Mini-Mental-Status-Test (MMST) oder der DemTect.
Die Tests unterscheiden sich darin, welche Aufgaben sie enthalten und welche kognitiven Bereiche sie besonders genau erfassen.
Der MoCA-Test wird häufig genutzt, wenn leichte kognitive Veränderungen vermutet werden. Welcher Test im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von der Fragestellung und der ärztlichen Einschätzung ab.
Für einen Überblick lesen Sie auch unsere Seite zu medizinischen Demenztests.

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Kann man den MoCa Test online machen?
Viele Menschen suchen im Internet nach einem MoCA-Test als PDF, Download oder Online-Test. Für eine verlässliche Einschätzung ist eine Selbsttestung jedoch nicht sinnvoll.
Der MoCA-Test sollte von Ärztinnen, Ärzten oder geschultem Fachpersonal durchgeführt und ausgewertet werden. Wer die Aufgaben vorher kennt oder übt, kann das Ergebnis verfälschen. Außerdem lässt sich eine einzelne Punktzahl ohne fachliche Einordnung leicht falsch verstehen.
Die offiziellen MoCA-Materialien unterliegen Nutzungsbedingungen. Auf dieser Seite werden deshalb keine vollständigen Testaufgaben oder Testbögen veröffentlicht.
Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Seite: Warum Demenztests nicht zur Selbstdiagnose geeignet sind.
Was passiert nach einem auffälligen MoCA-Test?
Ein auffälliger MoCA-Test kann Anlass für weitere Untersuchungen sein. Ärztinnen und Ärzte prüfen dann zum Beispiel, ob körperliche Erkrankungen, Medikamente, Depressionen, Schlafprobleme oder andere behandelbare Ursachen die Beschwerden erklären könnten.
Je nach Situation können Blutuntersuchungen, eine körperliche Untersuchung, eine Überprüfung der Medikamente, ausführlichere neuropsychologische Tests, eine Nervenwasseruntersuchtung oder bildgebende Untersuchungen wie MRT oder CT folgen.
Wenn die Abklärung in der Hausarztpraxis begonnen hat, kann auch eine Überweisung in eine neurologische oder psychiatrische Praxis oder in eine Gedächtnisambulanz sinnvoll sein. Dort können Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Sprache und andere Denkfunktionen genauer von auf Demenz spezialisierten Fachärztinnen und Fachärzten untersucht werden.
Weitere Informationen zu den einzelnen Schritten finden Sie auf unserer Seite zur Demenzdiagnose
Wie läuft eine Demenzdiagnostik ab? Unsere kostenfreie Broschüre Diagnoseverfahren bei Demenz erklärt die wichtigsten Untersuchungen — vom Arztgespräch über Gedächtnistests bis zu Laborwerten und bildgebenden Verfahren.
28 Seiten, Auflage 2024
Quellen
Deutsche Gesellschaft für Neurologie e. V. and Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V., editors. S3-Leitlinie Demenzen. Version 6.0, 24 Feb. 2026, AWMF-Registernummer 038-013, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/038-013 . Accessed 11 Aug. 2026.
Nasreddine, Ziad S., et al. “The Montreal Cognitive Assessment, MoCA: A Brief Screening Tool for Mild Cognitive Impairment.” Journal of the American Geriatrics Society, vol. 53, no. 4, 2005, pp. 695–699. Wiley, https://doi.org/10.1111/j.1532-5415.2005.53221.x .
MoCA Cognition. “Montreal Cognitive Assessment.” MoCA Cognition, MoCA Test Inc., https://mocacognition.com/ . Accessed 11 Aug. 2026.

Autorin
Dr. Anne Pfitzer-Bilsing
hat sich nach ihrem Studium der Biochemie an der Uni Düsseldorf während ihrer Doktorarbeit auf Amyloide spezialisiert. Seit 2024 leitet sie bei der AFI die Abteilung Wissenschaft.
Letzte Aktualisierung: August 2026




