Wenn bei Parkinson kognitive Störungen zunehmen

Parkinson-Demenz

Die Parkinson-Demenz ist eine Form der Demenz, die sich im Verlauf einer Parkinson-Erkrankung entwickeln kann.

Typisch sind vor allem verlangsamtes Denken, Aufmerksamkeitsstörungen sowie Schwierigkeiten beim Planen und Lösen von Aufgaben. Auch Wortfindungsstörungen und Gedächtnisprobleme können auftreten.

Nicht alle Menschen mit Parkinson entwickeln eine Demenz – das Risiko steigt jedoch mit dem Alter und der Krankheitsdauer.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Behandlung der Parkinson-Demenz.

Kurz & Knapp

  • Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem die Beweglichkeit beeinträchtigt.
  • Menschen mit Parkinson haben ein erhöhtes Risiko, im Verlauf eine Demenz zu entwickeln.
  • Typisch sind Aufmerksamkeitsstörungen, verlangsamtes Denken sowie Probleme beim Planen und Organisieren.
  • Die Erkrankung verläuft meist langsam und fortschreitend.
  • Bei der Behandlung müssen Medikamente gegen Parkinson und Demenz sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.
  • Zur Behandlung der kognitiven Symptome kann unter anderem der Wirkstoff Rivastigmin eingesetzt werden.

Was ist Parkinson?

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende, unheilbare Nervenkrankheit und nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie beeinträchtigt vor allem die Bewegungsfähigkeit. Der umgangssprachliche Begriff Schüttellähmung beschreibt ein charakteristisches Symptom: ein unkontrollierbares Zittern, das besonders im Ruhezustand auffällt. 

Typische Symptome sind:

  • verlangsamte Bewegungen (Bradykinese)
  • Muskelsteifigkeit (Rigor)
  • Zittern in Ruhe (Ruhetremor)
  • Gleichgewichts- und Haltungsstörungen (posturale Instabilität)

Neben diesen motorischen Beschwerden können auch nicht-motorische Symptome auftreten, etwa Schlafstörungen, Depressionen oder Veränderungen des Geruchssinns.

Im Verlauf der Erkrankung können zudem kognitive Beeinträchtigungen entstehen, die bei einem Teil der Erkrankten in eine Parkinson-Demenz übergehen. Diese entwickelt sich meist erst nach mehreren Jahren Krankheitsdauer.


Verlauf der Parkinson-Demenz

Bei vielen Menschen mit Parkinson treten im Verlauf der Erkrankung kognitive Beeinträchtigungen auf. Diese beginnen häufig zunächst unbemerkt und beeinträchtigen die Alltagsaktivitäten nicht. Man spricht in diesem Stadium auch von einem "Mild Cognitive Impairment" (MCI).

Wann spricht man von einer Parkinson-Demenz?

Von einer Parkinson-Demenz spricht man, wenn die kognitiven Beeinträchtigungen so ausgeprägt sind, dass die Selbstständigkeit im Alltag deutlich eingeschränkt ist. Wie stark diese Einschränkungen sind, ist von Person zu Person unterschiedlich.

Typische Anzeichen einer Parkinson-Demenz sind Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Im Verlauf erleben erkrankte Menschen häufig Schwankungen: Phasen, in denen sie vergleichsweise klar wirken, wechseln sich mit Zeiten ab, in denen sie deutlich verlangsamt oder verwirrter sind.

Häufig nehmen außerdem Antrieb, Motivation und Spontaneität ab. Auch psychische Beschwerden wie Ängste, depressive Symptome oder Halluzinationen können hinzukommen.

Im fortgeschrittenen Stadium sind erkrankte Menschen zunehmend auf Unterstützung angewiesen. Weitere Informationen zur letzten Lebensphase finden Sie in unserem Beitrag zur Sterbephase bei Demenz.


Was sind die Ursachen der Parkinson-Demenz?

Bei der Parkinson-Krankheit kommt es zu einem fortschreitenden Abbau von Nervenzellen, insbesondere in der sogenannten schwarzen Substanz (Substantia nigra) im Mittelhirn. Diese Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin.

Wenn diese Nervenzellen absterben, entsteht ein Dopaminmangel. Dieser führt vor allem zu den typischen motorischen Symptomen der Parkinson-Krankheit. Für die Entstehung einer Parkinson-Demenz sind jedoch auch andere Veränderungen im Gehirn entscheidend.

Kognitive Störungen bei Parkinson hängen nicht nur mit Dopamin zusammen. Auch andere Botenstoffe im Gehirn spielen dabei eine Rolle, insbesondere Acetylcholin.

Zusätzlich können verschiedene Faktoren die geistige Leistungsfähigkeit beeinflussen, zum Beispiel Medikamente, Depressionen, Schlafstörungen oder Infektionen.

Die genauen Ursachen für das Absterben der Nervenzellen sind noch nicht vollständig geklärt. Eine wichtige Rolle spielt vermutlich das Protein Alpha-Synuclein. Es kann sich in Nervenzellen ansammeln und Ablagerungen bilden, die als Lewy-Körperchen bezeichnet werden.

Risikofaktoren für eine Parkinson-Demenz

Das Risiko für eine Parkinson-Demenz steigt mit zunehmendem Alter.

Auch eine lange Krankheitsdauer, ein fortgeschrittenes Krankheitsstadium, ausgeprägte Symptome, ein schlechtes Ansprechen auf die Parkinson-Medikation sowie Halluzinationen werden häufiger mit einer Parkinson-Demenz in Verbindung gebracht.

Darüber hinaus könnten genetische Faktoren eine Rolle spielen. Dazu zählt möglicherweise eine Veränderung im GBA1-Gen, die mit einem erhöhten Risiko für Parkinson und eventuell auch für kognitive Veränderungen verbunden ist. Die genauen Zusammenhänge sind jedoch noch nicht abschließend geklärt.



Wie wird Parkinson-Demenz diagnostiziert?

Bei einer bestehenden Parkinson-Krankheit können sich im Verlauf kognitive Beeinträchtigungen entwickeln. Deshalb ist es wichtig, Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit frühzeitig zu erkennen.

Zu Beginn stellt die Ärztin oder der Arzt Fragen, um die Beschwerden besser zu verstehen - zum Beispiel:

  • Welche Probleme beim Denken oder Erinnern gibt es, und seit wann?
  • Wann wurde die Parkinson-Erkrankung festgestellt?
  • Welche Medikamente werden eingenommen?
  • Gibt es weitere Erkrankungen?

Außerdem wird geprüft, ob andere Ursachen die Beschwerden mit beeinflussen könnten, zum Beispiel Medikamente, Depressionen, Schlafstörungen oder Infektionen. Auch Informationen von Angehörigen sind oft sehr hilfreich, um Veränderungen im Alltag realistisch einzuschätzen. Zur weiteren Abklärung kommen zusätzlich kognitive Tests und gegebenenfalls bildgebende Verfahren zum Einsatz.

Welche Tests gibt es bei Parkinson-Demenz?

Einen einzelnen Test, mit dem sich eine Parkinson-Demenz eindeutig nachweisen lässt, gibt es nicht. Zur Abklärung einer möglichen Parkinson-Demenz werden daher kognitive Tests verwendet, die Hinweise auf Einschränkungen geben können. 

Häufig werden zunächst kurze Screening-Tests wie der Montreal Cognitive Assessment (MoCA) oder der Mini-Mental-Status-Test (MMST) eingesetzt. Speziell für Menschen mit Parkinson wurde der PANDA-Test entwickelt, der unter anderem Aufmerksamkeit, Gedächtnis und exekutive Funktionen erfasst.

Bei auffälligen Befunden folgen ausführlichere neuropsychologische Untersuchungen. Für die Diagnose ist außerdem entscheidend, dass die kognitiven Einschränkungen den Alltag beeinträchtigen und im Verlauf der Parkinson-Erkrankung aufgetreten sind. Bildgebende Verfahren wie die MRT werden ergänzend genutzt, vor allem um andere Ursachen auszuschließen.

Mehr zu Diagnoseverfahren bei Verdacht auf Demenz

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Gedächtnisambulanzen oder -sprechstunden sind spezialisiert auf die Abklärung von Demenzsymptomen. Sie sind auch bei Verdacht auf seltenere Demenzformen die richtige Anlaufstelle.
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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Parkinson-Demenz ist bisher nicht heilbar. Ziel der Behandlung ist es daher, die Beschwerden zu lindern, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.

Medikamente bei Parkinson-Demenz

Bei der Behandlung der Parkinson-Demenz müssen sowohl die motorischen Symptome der Parkinson-Erkrankung als auch die kognitiven Beschwerden berücksichtigt werden. Medikamente für Menschen mit Parkinson zielen darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen und so die Beweglichkeit zu verbessern. Häufig wird dafür der Wirkstoff Levodopa eingesetzt.

Zur Behandlung der kognitiven Symptome bei Parkinson-Demenz kann unter anderem der Wirkstoff Rivastigmin eingesetzt werden. Er gehört zur Gruppe der sogenannten Cholinesterase-Hemmer und kann Gedächtnis und Aufmerksamkeit stabilisieren.

Wichtig ist, dass die Medikamente individuell aufeinander abgestimmt werden, da einige Wirkstoffe Nebenwirkungen wie Verwirrtheit oder Halluzinationen verstärken können.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Neben Medikamenten spielen nicht-medikamentöse Maßnahmen eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Parkinson-Demenz. Ihr Ziel ist es, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.

Dazu gehören vor allem:

  • Körperliche Aktivität: Bewegung kann helfen, die Beweglichkeit zu erhalten und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern.
  • Ergotherapie: Unterstützt dabei, alltägliche Fähigkeiten zu trainieren und den Alltag besser zu bewältigen.
  • Physiotherapie: Fördert Beweglichkeit, Gleichgewicht und Koordination.
  • Logopädie: Kann bei Sprach- und Schluckstörungen helfen.
  • Kognitive Aktivierung: Gedächtnistraining und alltagsnahe Übungen können dazu beitragen, geistige Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten.

Wichtig ist, dass die Maßnahmen individuell angepasst werden und sich an den Bedürfnissen der erkrankten Person orientieren. Besonders im frühen Stadium können solche Angebote dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Auch eine strukturierte Alltagsgestaltung mit festen Routinen sowie die Unterstützung durch Angehörige spielen eine wichtige Rolle.

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Zuletzt aktualisiert: April 2026

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